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Red Bull

Sebastian Vettels Sieg-Geheimnis

Vettel Newey GP Malaysia 2011 Formel 1 Foto: xpb 54 Bilder

Sebastian Vettel steuert schnurstraks auf seinen zweiten WM-Titel zu. Zwei Siege, 50 Punkte, 24 Zähler Vorsprung auf Jenson Button. Da fällt es schwer, nicht von der Favoritenrolle zu reden. Das Geheimnis seiner Siegesserie klingt einfach. Pole Position und ein guter Start.

11.04.2011 Michael Schmidt

Diesmal hat Sebastian Vettel sein Kers dringend gebraucht. "Ohne Kers wäre ich nicht als Erster in die erste Kurve eingebogen. Unglaublich, wie das anschiebt", machte der Sieger des GP Malaysia einem System Komplimente, das er eigentlich für überflüssig hält. Weil es zwar nach grüner Technologie klingt, aber nicht wirklich grün ist.

Heidfeld hielt Vettel den Rücken frei

Was passieren kann, wenn Kers schon in der Startaufstellung streikt und in den Sicherheitsmodus übergeht, machte Teamkollege Mark Webber vor. Der Australier stürzte von Platz drei auf Rang neun ab. "Die Kupplung war auch noch kaputt. Insgesamt habe ich 28 Meter auf Seb verloren."
Nach dem Start konnte sich Vettel bei Nick Heidfeld bedanken. "Er hat mir den Rücken frei gehalten. Die Renault konnten unser Tempo nicht mitgehen." Der vermeintlich gefährlichere Gegner Lewis Hamilton verzweifelte hinter Heidfeld. Nach elf Runden betrug der Rückstand auf Vettel 8,9 Sekunden. Das war die halbe Miete zum Sieg. "Das Polster gab uns die Sicherheit, mit den Boxenstopps immer auf die anderen zu reagieren. Mit diesen Reifen fährt man immer irgendwie ins Blaue hinein, weil du nie weißt, wie sie sich verhalten. Wir hatten den Luxus abzuwarten, wie sich das Rennen entwickelt."

Hinten versuchte sich Kollege Webber durch das Feld zu kämpfen. Um den Preis, dass seine Reifen viel schneller abgebaut haben als die beim anderen Red Bull. Webber brauchte vier Stopps, Vettel nur drei. Fast eine Kopie von Melbourne. "Wenn du wie Seb an der Spitze fährst, bis du in einem anderen Rennen. Er kann sich sein Tempo so einteilen, dass die Reifen viel länger halten, weil er nicht in Zweikämpfe verwickelt ist." Genau das ist Vettels Geheimnis: "Mit diesen Reifen musst du beim Start vorne stehen und den Start dann auch noch gewinnen." Die Pole Position als halbe Lebensversicherung.

Vettel sollte Kers nicht mehr nutzen

Das gibt auch die Luft, technische Probleme ohne Schaden zu überstehen. Bei Halbzeit bat Renningenieur Guillaume Rocquelin seinen Fahrer, Kers nicht mehr zu benutzen. Davor hatte sich das System wegen Fehlermeldungen ein paar Mal von selbst ausgeschaltet. Die Box checkte die Daten, dann gab sie Vettel grünes Licht, den Hybridantrieb wieder anzuschalten. Und immer wieder die Bremsbalance nachzujustieren. "Ist ein bisschen lästig, weil du dauernd an Knöpfen drehen musst", grinste der zweifache Saisonsieger. Weil die Aussetzer immer wieder kamen, erteilte die Box den Befehl zum Totalverzicht. Was genau zu den Problemen mit Kers führt, darf Vettel nicht sagen. "Wir haben da Redeverbot." Auch Webber bleibt beim Thema Kers stumm: "Sorry, fragt lieber die Ingenieure."

Reifenfetzen im Tee

Der Eindruck, dass der Red Bull ohne Kers schneller war als mit, täuschte. Vettel: "Das war Zufall. Lewis war auf harten Reifen unterwegs, ich auf weichen. Da habe ich ein paar Runden lang Dampf gemacht, um ihn loszuwerden." Mit Pirelli hat sich das Bild der Rennen verändert. Man sieht es schon an den Rundenzeiten. "Es geht gemütlicher zu als früher", vergleicht Vettel. "Im Rennen ist Mark mit 1.40,5 Minuten die schnellste Rennrunde gefahren. Letztes Jahr lag sie bei 1.37,0 Minuten, vor zwei Jahren bei 1.36,6 Minuten." Das Vollgastier Vettel würde lieber jede Runde am Limit fahren.

Ein Ärgernis sind auch die Gummifetzen neben der Ideallinie. "Ich hatte so einen Klumpen im Training plötzlich mitten auf dem Visier. Die werden wie Geschosse von den vorausfahrenden Autos abgefeuert. Stellt euch mal Singapur oder Monaco vor, wo die Zuschauer nah an der Strecke setzen. Da hat dann ein Fan so einen Gummifetzen in seinem Tee."

Wohl dem, der solche Probleme hat. Vettel führt die WM nach zwei Siegen überlegen an. 24 Punkte vor Jenson Button. Zusammen mit Brasilien und Abu Dhabi 2010 sind es bereits vier Siege in Folge für den Titelverteidiger. Als wir ihm erzählen, dass Alberto Ascari und Michael Schumacher den Rekord mit sieben Siegen in Folge halten, hört der WM-Spitzenreiter aufmerksam zu. Und will gleich wissen: "In einer Saison oder auf zwei Jahre verteilt?"

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