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Sebastien Bourdais: Toro Rosso bestätigt Abschied von Bourdais

Piquet Bourdais Toro Rosso Renault 2008

Sebastien Bourdais ist am Nürburgring sein letztes Rennen für Toro Rosso gefahren. Das Team gibt seine enttäuschenden Leistungen als Kündigungsgrund an. Sein Nachfolger soll der weitgehend unbekannte Spanier Jaime Alguersuari werden.

Sebastien Bourdais wird abserviert. Der Franzose hat seine zweite Chance nicht genutzt, heißt es in hohen Kreisen der Red Bull-Familie. Dort war der Franzose nie sonderlich beliebt. Gerhard Berger und Franz Tost hatten den vierfachen ChampCar-Meister Ende 2007 gegen den Willen von Red Bull-Berater Helmut Marko bei Toro Rosso durchgeboxt.

Tost: "Erwartungen wurden nicht erfüllt"

Teamchef Franz Tost erklärte nun in einer vierzeiligen Mitteilung: "In Sebastiens zweitem Jahr bei uns hat die Partnerschaft nicht unsere Erwartungen erfüllt. Deshalb haben wir uns dafür entschieden, ihn ab dem Grand Prix von Ungarn zu ersetzen." Trotz einem Jahr mehr Formel 1-Erfahrung sah Bourdais gegen Neuling Sebastien Buemi alt aus. Einziger Pluspunkt war sein Rennen in Monte Carlo, wo er die Einstoppstrategie des Teams zuverlässig umsetzte und als Achter einen Punkt holte.

Die Schwäche des vierfachen ChampCar-Meisters war die Qualifikation. Und die Reifen im entscheidenden Moment zum Arbeiten zu bringen. Wenn es ernst wurde, versagte der Kopf. Bourdais ist ein klassischer Selbstzerstörer. Wo andere positiv denken, sieht er Gespenster. Sein Ex-Chef Gerhard Berger erklärte in der neuesten Ausgabe von auto motor und sport: "Sebastien ist ein guter Rennfahrer, aber in der Formel 1 läuft der Film für ihn zu schnell ab." Bei den Indy Cars oder den Le Mans-Prototypen, so Berger, sind die Autos träger. "Alles geht ein bisschen langsamer vor sich." Deshalb gab der 30-jährige Franzose dort auch eine gute Figur ab.

Jaime Alguersuari für Sebastien Bourdais?

Ob es aber aus Sicht von Toro Rosso klug ist, einen Mann, der immerhin zwei Punkte für das Team eingefahren hat, durch einen zu ersetzen, der in der Renault-Weltserie nur auf Platz acht liegt, der bei seinem einzigen GP2-Test versagte, der das Formel 1-Auto nur von einem Aertodynamiktest auf einer Kreisbahn kennt, bei dem er das Auto auch noch beschädigte, das steht auf einem anderen Blatt. Es geht um einen 19-jährigen Spanier mit dem unaussprechlichen Namen Jaime Alguersuari. Der jüngste englische Formel 3-Meister aller Zeiten ist ein Talent, doch die Formel 1 ist wahrscheinlich noch eine Nummer zu groß für ihn.

Haben da die Repsol-Millionen, die Alguersuari mitbringen soll, den Blick getrübt? Teamchef Franz Tost muss nun in einer Phase, in der sein Team aufholen muss, mit zwei Neulingen auskommen. Und das ausgerechnet beim GP Ungarn, bei dem der runderneuerte Toro Rosso STR4 debütiert. Es handelt sich dabei um die jüngste Ausbaustufe des Red Bull RB5. Selbst Alguersuaris Landsmann Pedro de la Rosa zweifelt: "In Zeiten des Testverbotes ist es Wahnsinn, Neulinge mitten in der Saison zu bringen. Selbst ich mit meinen 72 Grand Prix bräuchte mangels Fahrpraxis ein Rennen zu Eingewöhnen."

Loeb steht außer Frage

Am Nürburgring-Wochenende kursierte auch noch das Gerücht, Rallye-Weltmeister Sebastien Loeb könnte seinen Landsmann ersetzen. Loeb hat bereits mehrere Formel 1-Tests absolviert. Doch der Seriensieger aus der Rallye-Szene dementierte schnell die aufkommenden Spekulationen. Er sei im Moment nicht fit für eine GP-Distanz, weil seine Nackenmuskulatur nicht entsprechend trainiert sei. Sein Arbeitgeber Citroen hatte gleichzeitig mitgeteilt, dass Loeb keine Freigabe bekommen würde.

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Michael Schmidt

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