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Senna-Tod

Wieder Untersuchungen

Einen Monat vor Ayrton Sennas zehntem Todestag wird der Prozess um den tödlichen Unfall des früheren Formel-1-Weltmeisters beim Großen Preis von San Marino in Imola neu aufgerollt.

02.04.2004

Der oberste Gerichtshof Italiens annullierte am Donnerstagabend (1.4.) den im November 1999 in zweiter Instanz ergangenen Freispruch. Damit müssen sich Teamchef Frank Williams, der technische Direktor Patrick Head und der frühere Williams-Designer Adrian Newey erneut wegen fahrlässiger Tötung verantworten. "Frank Williams wird sich dazu nicht äußern", teilte eine Sprecherin des Williams-Rennstalls am Freitag am Rande des Großen Preises von Bahrain mit.

Der oberste Gerichtshof Italiens hielt die Urteilsbegründung für widersprüchlich und ordnete eine erneute Klärung der zentralen Frage des Senna-Prozesses an: Haben die von den Williams-Verantwortlichen ausgeführten Veränderungen an der Lenksäule den tödlichen Unfall am 1. Mai 1994 verursacht oder nicht?

Das Gericht in Bologna war 1999 in dieser Frage zu keinem eindeutigen Urteil gekommen und sprach die Angeklagten deshalb aus Mangel an Beweisen frei. Zu Unrecht fand Staatsanwalt Rinaldo Rosini, der in die Berufung ging. Schon Anfang vorigen Jahres hatte das Gericht das Urteil von Bologna aufgehoben. Erst mit seiner Urteilsbegründung gaben die Richter nun aber endgültig grünes Licht für die Neuaufnahme des Senna-Prozesses. Einen Termin für die Wiederaufnahme gibt es noch nicht.

Der brasilianische Formel-1-Star war in der Tamburello-Kurve geradeaus und fast ungebremst in eine Mauer gerast. Bei dem Aufprall wurde Senna durch ein Metallteil, das seinen Helm durchschlug, getötet. Technische Untersuchungen konnten die Ursache für den Unfall nie eindeutig klären.

Staatsanwalt Rosini behauptete, dass die vom Williams-Rennstall vorgenommenen Veränderungen an der Lenksäule des FW-16-Rennwagens zum Bruch der Stange geführt hätten. Damit sei das Auto für Senna nicht mehr steuerbar und der Aufprall unvermeidbar gewesen. Die Verteidiger dagegen argumentierten, dass die Lenksäule erst beim Aufprall
gebrochen und damit nicht Auslöser für den Unfall gewesen sei. Auch eine kurze Ohnmacht oder ein normaler Fahrfehler wurden als denkbare Ursachen für den Unfall angeführt.

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