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Senna-Zeitzeuge Damon Hill (6)

"Nichts unwichtiger als das Ergebnis"

Ayrton Senna & Damon Hill - Formel 1 1994 Foto: Wilhelm 69 Bilder

Am 1. Mai jähren sich die tragischen Ereignisse des GP San Marino 1994 zum 20. Mal. Wir haben prominente Zeitzeugen nach ihren Erinnerungen an ein Wochenende gefragt, das Ayrton Senna und Roland Ratzenberger das Leben kostete. Die Wegbegleiter erzählen 11 Geschichten, die Sie bestimmt noch nicht kennen. Folge 6: Damon Hill, damals Sennas Williams-Teamkollege.

26.04.2014 Michael Schmidt

"Ayrton kam mit null Punkten zum dritten Rennen nach Imola, und Michael Schumacher brachte zwei Siege mit. Ich war Zweiter in der Weltmeisterschaft und freute mich auf das Rennen, weil ich gute Chancen für mich sah. Man konnte die Spannung spüren. Autosport hatte auf dem Titel ein Bild mit Ayrton und der Schlagzeile: 'Make it or break.' Er stand an dem Wochenende unter Druck."

"Wir waren alle froh, dass wir nach zwei Überseerennen zurück in Europa waren. Auf einer schönen Rennstrecke in einem schönen Land zu einer schönen Jahreszeit. Wir fühlten uns alle gut. Deshalb war das Resultat danach so grausam."

In Imola schien alles schiefzugehen

"Am Freitag ging es schon los. Barrichellos Unfall war schockierend. Jeder sah, wie hoch dieses Auto durch die Luft flog. Der Speed war enorm. Rubens wäre fast in die Tribüne geflogen. Roland Ratzenbergers Unfall war ein Schock. Im Gegensatz zu vielen meiner Kollegen hatte ich den Tod im Motorsport schon erlebt. Roland war ein guter Junge, er hatte so hart um diese Chance gekämpft. Es hat dich schon nachdenklich gemacht, als das alles in einer Sekunde ausgelöscht wurde."

"Die Kurve vor Tosa war eine der großen Herausforderungen in Imola. Eine tolle Kurve. Es durfte nur nichts passieren. Die Stimmung schwenkte sofort ins Gegenteil. Der Sonntag war ein düsterer Tag. Es lag eine zentnerschwere Last auf allen Schultern. Als es dann beim Start gleich wieder krachte, ahnte ich Böses. Alles an diesem Wochenende schien schiefzugehen."
 
"Und es kam noch schlimmer. Ich sah, dass es Ayrton erwischt hatte, dachte aber nicht im Traum daran, dass er ernsthaft verletzt sein könnte. Die Auslaufzone in Tamburello war mit den Jahren immer größer geworden. Wenn du die Mauer treffen solltest, dann in einem flachen Winkel. Tatsächlich war es so. Ayrton hatte nur das Pech, dass ihn das Rad am Kopf traf. Der gleiche Unfall hätte ihm auch in einer langsamen Kurve passieren können."

"Als das Rennen gestoppt wurde, haben wir uns natürlich alle Sorgen gemacht. Okay, ich war sein Teamkollege, hatte aber nicht den geringsten Zweifel daran, dass mit meinem Auto etwas nicht in Ordnung sein könnte. Ich vertraute Williams. Im Rennen bin ich dann von ganz hinten noch auf Platz sechs vorgefahren, aber das interessierte eigentlich keinen. Nichts war an dem Tag unwichtiger als das Ergebnis."

Senna-Begräbnis bleibt Hill gut in Erinnerung

"Am Sonntagabend wollten alle nur noch weg von Imola. Das Begräbnis war für alle von uns ein großer Test. Eigentlich wollte ich nicht hingehen, weil ich Angst hatte, es würde mich zu sehr mitnehmen. Aber der Respekt vor Ayrton verlangte es. Jackie Stewart riet mir zu gehen. Er sagte, dass ich es mir nie verzeihen würde, wenn ich es nicht täte."
 
"Heute bin ich froh darum, es getan zu haben. Die Szenen, die sich in Sao Paulo abgespielt haben, waren ein Indikator dafür, was Ayrton für sein Land bedeutet hat. Auch wenn es sich komisch anhört: Es war eines der ganz großen Ereignisse in meinem Leben."
 
In unserer Bildergalerie erinnern wir mit den besten Senna-Fotos an die Karriere der Rennlegende.

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