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Senna-Zeitzeuge Niki Lauda (3)

Spannung vor Duell mit Schumacher

Ayrton Senna - 1993 Foto: ams 69 Bilder

Am 1. Mai jähren sich die tragischen Ereignisse des GP San Marino 1994 zum 20. Mal. Wir haben prominente Zeitzeugen nach ihren Erinnerungen an ein Wochenende gefragt, das Ayrton Senna und Roland Ratzenberger das Leben kostete. Die Wegbegleiter erzählen 11 Geschichten, die Sie bestimmt noch nicht kennen. Folge 3: Niki Lauda, damals schon als TV-Experte in Imola dabei.

23.04.2014 Michael Schmidt

"Ich kann mich an das Wochenende von Imola noch sehr gut erinnern. Es ging schon am Freitag los, mit Barrichello, der auf die Leitplanke springt. Dann geht es mit Ratzenberger am Samstag brutal weiter. Am Sonntag bin ich dann zu Senna gegangen. Obwohl ich zu der Zeit kaum noch Kontakt zu ihm hatte, habe ich ihm gesagt: Ich muss mit dir reden. Wenn du als Leader das nicht in die Hand nimmst, dich persönlich darum zu kümmern, dass in Sachen Sicherheit was weitergeht, dann werdet ihr euch alle umbringen. Er schaut mich an und sagt: Du hast völlig Recht."

"Er hat mir erzählt, dass er am Unfallort von Ratzenberger war, und wie hart ihn das getroffen hat. Er hat sich bei mir bedankt, noch ganz nett über ein paar andere Sachen geredet, und das war's. Ein paar Stunden später war er tot. Nach seinem Tod haben die anderen Fahrer mich aufgefordert, in Monte Carlo ein Sicherheitstreffen einzuberufen. Rausgekommen ist da aber nichts mehr."

Lauda freut sich über Generationen-Duell

"Ich habe mich eigentlich auf das Rennen gefreut, auf dieses Duell Senna gegen Schumacher, das Aufeinandertreffen zweier Generationen. Ich sehe die zwei, wie sie hintereinander herfahren, und dann hat es nicht lange gedauert, und es war aus. Als ich den Unfall gesehen habe, war mein erster Gedanke. Er hat das nicht überlebt."

"Er ist nicht ausgestiegen, das Auto war in tausend Fetzen, und die Zeit, die die Ärzte dort herumgedoktert haben, hat bei mir ein schlechtes Gefühl hinterlassen. Da kamen die ganzen Bilder von Sennas Karriere wieder hoch. Das Regenrennen in Donington. Sein zweiter Platz 1984 in Monte Carlo. Seine Kämpfe mit Prost. Sein Fehler in Monte Carlo, wo er eingeschlafen und in die Leitplanke gefahren ist."
 
"Senna war ein unglaublich charismatischer Typ, fahrerisch sensationell, im Regen unglaublich. Einfach eine Ausnahmeerscheinung. Einer der besten Rennfahrer überhaupt. Da konnten weder Prost, Mansell noch Piquet mithalten. Senna war in allen Punkten besser. Voll fokussiert, voll talentiert, kannte jedes Detail und war einfach rücksichtslos. Er hat die Menschen angezogen durch seine Ausstrahlung."

Lauda erteilt Senna erste Lektion

"Meine erste Begegnung mit Senna war 1984 in Monte Carlo. Erster Qualifikationstag. Er steht mir in meiner schnellen Runde voll im Weg. Danach gehe ich zu ihm hin und habe ihm erklärt: Du bist neu da, aber es gibt gewisse Regeln. Wir lassen uns in der Qualifikation vorbei, wenn ein schnellerer von hinten kommt. Er hat mir ganz frech gesagt: Ich nicht. Mein erster Gedanke: Was ist das für ein Trottel?"
 
"Am Samstag dann das Abschlusstraining. Es geht um die Wurst. Ich war mit meinem Programm durch, bleibe aber auf der Strecke, um auf ihn zu warten. Als er mit seinem Toleman von hinten gekommen ist, bin ich stehengeblieben. Dann wieder weiter gefahren. Danach ist er zu mir gekommen - fuchsteufelswild. Ich habe ihm erklärt, dass man sich immer zwei Mal trifft in der Formel 1. Das hat er kapiert und gelacht. Von dem Moment an sind wir gut miteinander ausgekommen. Da war gegenseitiger Respekt vorhanden."
 
In unserer Bildergalerie erinnern wir mit den besten Senna-Fotos an die Karriere der Rennlegende.

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