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Sergey Sirotkin

Wer ist der neue Sauber-Pilot für 2014

Sergey Sirotkin - Sauber Sitzanpassung 2013 Foto: Sauber 32 Bilder

Zusammen mit der Bekanntgabe neuer russischer Sponsoren hat Sauber auch gleich einen neuen Fahrer für 2014 vorgestellt: Sergey Sirotkin soll künftig im Cockpit des Schweizer Rennstalls sitzen. Wir stellen ihnen das erst 17-jährige Nachwuchstalent etwas genauer vor und haben einige Bilder aus seiner Karriere gesammelt.

17.07.2013 Tobias Grüner

Sergey Olegovich Sirotkin - an diesen Namen müssen sich die Formel 1-Fans wohl gewöhnen. Der Youngster befindet sich gerade auf direktem Weg in die Königsklasse des Motorsports. Den bevorstehenden Einstieg in den Grand Prix-Zirkus hat der 1995 in Moskau geborene Nachwuchsmann aber nicht nur seinem Talent zu verdanken. Sirotkin nahm eine Abkürzung.

Echtes Talent oder nur Bezahlfahrer?

Ohne das russisch-schweizerische Kooperationsprogramm hätte sich der 17-Jährige wohl nicht unbedingt für einen Platz in der Formel 1 aufgedrängt. Der Vater des aufstrebenden Neulings ist Chef des Nationalen Instituts für Luftfahrt und Technologie - zufällig einer der drei neuen Partner des Sauber-Teams. In der Branche spricht man bei solchen Konstellationen von einem Pay-Driver.

Das muss aber nicht immer etwas Schlechtes bedeuten. Auch wenn Peter Sauber es nicht gerne hört: Sergio Perez begann seine Formel 1-Karriere im Schweizer Rennstall ebenfalls vor allem dank seiner mexikanischen Unterstützer. Mit drei Podiumsplätzen 2012 wurde er den Stempel des Bezahlfahrers schnell wieder los. Mittlerweile heizt er Jenson Button bei McLaren ein.

Ob Sergey Sirotkin ähnliches Potenzial hat, lässt sich nur schwer sagen. Mit 17 Jahren steht er noch am Beginn seiner Entwicklung. Seine Motorsportlaufbahn begann wie bei so vielen Junioren im Kart. Schon früh suchte er dabei die Herausforderung gegen internationale Konkurrenz.

Sergey Sirotkin nimmt Abkürzung in die Formel 1

Im Alter von 15 Jahren stieg er erstmals in ein größeres Monoposto-Auto. In der damals neugegründeten Formel Abarth, die ihre Rennen auf italienischen Strecken austrägt, landete Sirotkin 2010 aber nur auf Platz 18 in der Endabrechnung. Doch davon ließ sich der Neuling nicht abschrecken. Ein Jahr später versuchte er es mit dem Schweizer Rennstall Jenzer Motorsport erneut und sicherte sich den Meistertitel.

2012 absolvierte Sirotkin in verschiedenen Serien mehr als 50 Rennen. In der internationalen Auto GP-Serie wurde er mit zwei Siegen immerhin Dritter. Parallel startete der Russe auch in der italienischen Formel 3, wo er ebenfalls meist im Vorderfeld unterwegs war. Doch wirklich in das Blickfeld der Formel 1-Scouts konnte er sich hier nicht bringen.

Vor der Saison 2013 entschied sich Sirotkin deshalb für den Wechsel in die internationale Formel Renault 3.5-Serie. Sie gilt neben der GP2 als zweite Liga hinter der Formel 1. In den ersten acht Rennen des Jahres konnte sich der Rookie immerhin fünf Mal unter den ersten Sechs qualifizieren. Die sehr inkonstanten Rennergebnisse lassen sich einerseits auf seine geringe Erfahrung, anderseits auf das Konto seines ISR-Teams zurückführen, das nicht unbedingt zu den besten der Serie gehört.

Sirotkin soll 2014 in Sotchi dabei sein

Die große Frage lautet: Kann Sirotkin wirklich innerhalb der nächsten Monate das Handwerk lernen, das für eine Formel 1-Einstieg notwendig ist. Sauber hat ihn offiziell ins Entwicklungsprogramm aufgenommen. Beim Young Drivers Test in Silverstone ist er aber noch nicht dabei. Auch bei den Freien Trainings im Rahmen der Grand Prix-Wochenenden darf er ohne Superlizenz nicht teilnehmen. Somit sitzt er frühestens bei den Wintertests 2014 im Auto.
 
Das Ziel der russischen Partner ist klar: Beim ersten Grand Prix von Russland kommende Saison in Sotchi soll auch ein einheimischer Fahrer am Start stehen. Wenn Sirotkin wirklich wie geplant eines der Stammcockpits bekommt, hat Gutierrez schlechte Karten. Sauber kann es sich nicht leisten, mit zwei wenig erfahrenen Piloten anzutreten. Vor allem nicht in einer Saison wie 2014 mit massiven technischen Veränderungen.
 
Hülkenberg ist nach der finanziellen und sportlichen Misere auf dem Absprung. Der Rheinländer sucht nach Alternativen. Schnelle und erfahrene Piloten, die am besten auch noch Geld mitbringen, gibt es aber nicht viele auf dem Markt. Es dauert wohl noch eine Weile, bis sich die Lage bei Sauber beruhigt.

Rostec neuer Sauber-Sponsor?

Noch immer ist unklar, wie viel Geld die beiden kaum bekannten Staatsfonds und das Forschungsinstituts von Sirotkin Senior beisteuern können bzw. wo die finanziellen Mittel genau herkommen. Wie der Schweizer Tagesanzeiger berichtet, spekulieren russische Medien, dass hinter dem Konstrukt mit verschiedenen Partnern eigentlich die Staatskorporation "Rostec" steckt.

Die russische Industrie-Holding tritt jetzt schon als Sponsor für Sirotkin in der Formel Renault auf. Sie hätte mit Sicherheit die nötigen finanziellen Mittel, um Sauber langfristig aus der Klemme zu helfen. 900.000 Mitarbeiter umfasst das Rostec-Imperium. Die Holding hat Ihre Finger in zahlreichen, vor allem exportorientierten Unternehmen der verarbeitenden Industrie - darunter übrigens auch Produzenten von Militärgütern.

In unserer Bildergalerie haben wir einige Fotos aus der Karriere von Sergey Sirotkin gesammelt.

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