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Sergio Perez optimistisch für GP England

Mit B-Version gegen Lotus und Toro Rosso

Pascal Wehrlein - Force India - Formel 1 - Test - Spielberg - 24. Juni 2015 Foto: ams 33 Bilder

Force India bringt zum GP England endlich die langersehnte B-Version des VJM08. Damit will der britisch-indische Rennstall auch auf Aerodynamik-Strecken glänzen können. Sergio Perez gibt sich angesichts der großen Änderungen optimistisch. Allerdings hängt er die Erwartungen nicht zu hoch.

02.07.2015 Andreas Haupt

In Kanada und Österreich konnte Force India glänzen. Auf den Power-Strecken kaschierte der Mercedes-Motor die Aerodynamikschwächen des VJM08. So war es Nico Hülkenberg und Sergio Perez möglich, 17 Punkte fürs Teamkonto einzufahren. Mehr als in den sechs Rennen zuvor zusammen.

B-Version in Silverstone endlich komplett

Mit Silverstone wartet auf den GP-Zirkus am kommenden Wochenende aber eine andere Piste. Eine, die von den Autos eine gute Aerodynamik verlangt. In den vielen langgezogenen und schnellen Passagen des 5,891 Kilometer langen Kurses summiert sich ein Abtriebsdefizit zu reichlich Zeitverlust.

Doch zum GP England rüstet Force India in diesem Bereich nach. Endlich debütiert die langersehnte B-Version des Autos. "Ihr werdet unser Auto vielleicht gar nicht wiedererkennen", witzelt Sergio Perez.

Bei den Testfahrten in Österreich testete Force India den ersten Teil des großen Upgrades: eine neue Nase mit zwei Löchern (als USB-Stick in den sozialen Netzwerken bezeichnet), einen neuen Frontflügel und geänderte Leitbleche.

Allerdings saß nicht die Stammbesetzung am Steuer, sondern die Jungspunde Esteban Ocon und Pascal Wehrlein. Beide ihres Zeichens Mercedes-Nachwuchspiloten. "Natürlich wäre ich gerne gefahren", sagt Perez, "aber es war nicht so schlimm, weil wir noch nicht alle neuen Teile zum Testen da hatten. Und es hatte auch finanzielle Gründe."

In Silverstone ist das umgebaute Auto nun komplett. Die Mechaniker bringen einen neuen Unterboden, Diffusor und Heckflügel an. "Auch das Chassis wird etwas angepasst", berichtet der Mexikaner. "Die Zahlen und Daten sind ziemlich vielversprechend. Aber wir müssen realistisch bleiben. Es wird Zeit brauchen, bis wir das Maximum aus den neuen Teilen herausholen werden."

Perez stolz auf Force India-Team

Für das Training gibt der WM-Zwölfte eine klare Marschrichtung vor. "Wir müssen viele Kilometer sammeln, um das neue Paket zu verstehen - wie wir es vom Setup einstellen müssen und welche Fahranpassungen es braucht."

Eigentlich hätte der VJM08 in der Konfiguration von Silverstone bereits beim Saisonauftakt in Australien stehen sollen. Doch wegen Problemen beim Cash Flow und der Produktion verzögerte sich alles.

Perez zeigt sich in Silverstone stolz auf seine Mannschaft. "Das ganze Team hat so lange auf diesen Moment gewartet. Es ist schön, jetzt zurückzuschauen, und zu sehen, was wir in den letzten Monaten erreicht haben. Jetzt wird jeder vergessen, dass wir bei den Wintertests nur zweieinhalb Tage gefahren sind."

Der Blick richtete sich jetzt in die Zukunft. Force India will seinen fünften Platz in der Konstrukteurs-WM verteidigen. Und wer werden die großen Konkurrenten? "Lotus und Toro Rosso", meint Perez. "Wir sind etwas überrascht von Lotus bisher. Unsere Simulationen zeigen, dass sie eine halbe Sekunde schneller sind als wir. Bislang konnten sie ihre Stärken aber aufgrund der Zuverlässigkeit und anderen Problemen aber nicht immer in ein gutes Resultat umsetzen."

Zu Toro Rosso sagt er: "Sie haben ein megastarkes Auto. Mit ihrem vielen Abtrieb sollten sie hier richtig schnell sein." Das neue Update stimmt Perez optimistisch. Sogar Red Bull auf Platz vier in der WM hat er im Blick. "Wir sollten versuchen, sie zu jagen." Dann dämpft er aber die Erwartungen: "Wir sollten uns von den Ergebnissen der letzten beiden Rennen nicht täuschen lassen. Das haben wir von unserem Mercedes-Motor profitiert. Wenn wir auf solch einer Strecke wie Silverstone die Lücke schließen könnten, wäre das gut."

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