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Sicherheit beim Reifenwechsel

Kommt ein Zeitlimit für Boxenstopps?

Boxenstopp Force India  - Formel 1 - GP England - 30. Juni 2013 Foto: xpb 83 Bilder

Die Boxenstopps werden immer schneller. Die besten nähern sich der Zweisekunden-Marke. Das bringt aber auch das Risiko mit sich, dass etwas schiefgeht. So wie bei Mark Webber am Nürburgring. Die FIA und die Teams diskutieren heute darüber, wie man die Boxenstopps sicherer macht. Es wird bald zwei Sicherungssysteme geben. Auch ein Zeitlimit ist im Gespräch.

25.07.2013 Michael Schmidt

Der Boxenunfall von Mark Webber am Nürburgring hat Konsequenzen. Die ersten sehen wir schon beim GP Ungarn. Jeder, der im Rennen am Auto arbeitet, muss einen Helm tragen. Das gilt auch für Personen, die vom Kommandostand zur Boxengarage laufen und umgekehrt. Die Zahl der Journalisten und Fotografen in der Boxengasse wird limitiert.
 
Die Teams mussten einen Fragebogen der FIA ausfüllen, wie ihre Boxenstopps funktionieren. Der Weltverband verlangte alle Details über Schlagschrauber, Wagenheber, Ampelanlagen, Radmuttern, Radnaben, Sicherungssysteme und Boxenstoppzeiten.

Ein Versehen löste Boxenstopp-Drama von Webber aus

Red Bull musste eine Dokumentation des missglückten Boxenstopps am Nürburgring an die FIA schicken. Demnach ist folgendes passiert: Der Mechaniker am rechten Hinterrad setzte die Radmutter verkantet auf. Als sie sich im Gewinde festfraß, drehte sich der Schlagschrauber auf der festsitzenden Radmutter, wobei es den Arm des Monteurs mit zog. Dabei löste er versehentlich den Freigabe-Knopf aus.
 
Der Mechaniker zeigte zwar durch Handbewegungen an, dass etwas nicht stimmte, doch da war der Ablauf nicht mehr zu stoppen. Als das Auto von den Wagenhebern fiel, schaltete die Ampel auf Grün und Webber fuhr los. 50 Meter später löste sich das rechte Hinterrad und traf einen Kameramann.

Red Bull reagiert mit zwei Sicherungssystemen

Einige Teams zweifeln die Red Bull-Version an. Sie haben den Verdacht, dass die Boxenstopps dort voll automatisiert sind, der Mechaniker also gar keinen Knopf mehr drücken musste. Das wird von FIA-Experten, die das Video studiert haben, bestritten.

Tatsache ist, dass Red Bull jetzt eine Vorreiter-Rolle bei der Radsicherung spielt. Auf den Achsen ist eine zweite Reihe Sicherungsstifte angebracht, die sich bereits aufspreizen, wenn das Rad samt Radmutter auf die Achse gesteckt wird.

So bleibt das Rad auch dann auf der Achse, wenn die Radmutter verkantet im Gewinde sitzt und das Rad lose ist. Die FIA will eine zweite Absicherung zur Pflicht machen. Möglicherweise bereits ab dem GP Belgien in Spa, sicher aber ab 2014.

Müssen Boxenstopps in Zukunft zehn Sekunden dauern?

Am Donnerstag (25.7.2013) diskutierten die Teammanager mit Charlie Whiting noch über ein anderes Thema. Die Frage steht im Raum, ob man bei Boxenstopps nicht Mindestzeiten einhalten soll. Zum Beispiel ein Minimum von fünf oder sogar zehn Sekunden. Das würde die Fehlerquote drastisch verringern.

Im Augenblick haben sich die Boxenstopps zu einem separaten Wettbewerb entwickelt. Alles über 2,5 Sekunden Standzeit gilt bereits als langsam. Bei Red Bull soll sich in diesem Jahr inklusive der Testfahrten bereits fünf Mal ein Rad nach einem Boxenstopp gelockert haben.

Bei dem Thema regt sich Widerstand unter den Teams. Mindestzeiten würden den Boxenstopps die Spannung nehmen. Und sie könnten dazu führen, dass die Teams versuchen, sich Boxenstopps zu sparen.

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