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Sicherheitsdiskussion um Pirelli-Reifen

"Was heute passiert ist, ist inakzeptabel"

Lewis Hamilton GP England 2013 Reifenschaden Foto: xpb 18 Bilder

Nach fünf Reifenexplosionen wird im Fahrerlager heiß über die Sicherheit der Pirelli-Reifen diskutiert. Vier Mal platzte der linke Hinterreifen, einmal der linke Vorderreifen – bei verschiedenen Mischungen.

30.06.2013 Bianca Leppert

Das Thema Pirelli ist schon die ganze Saison über ein heißes Eisen. Nach dem Rennen in Silverstone hat die Diskussion aber eine ganz neue Dimension bekommen. Wie angestochene Luftballons flog ein Reifen nach dem anderen in die Luft.

Hamilton erwischt Reifenplatzer in Führung

Den Anfang machte der linke Hinterreifen von Lewis Hamilton in Runde 8, als er in Führung lag. Der Mercedes-Pilot konnte das ausbrechende Auto noch parieren, doch Felipe Massa schaffte das zwei Runden später schon nicht mehr. In Kurve 5 verabschiedete sich ebenfalls der linke Hinterreifen. Massa drehte sich. "Da war ich im vierten oder fünften Gang", sagt der Brasilianer. "Wir waren in allen Fällen vom Glück gesegnet, dass kein Fahrer einen Unfall hatte."

In Runde 15 ging Jean-Eric Vergnes linker Hinterreifen in die Knie. Später folgte der linke Vorderreifen von Esteban Gutierrez und der linke Hinterreifen von Sergio Perez. Beim McLaren-Pilot war schon am Samstagvormittag der linke Hinterreifen geplatzt, allerdings erklärte Pirelli den Vorfall zu diesem Zeitpunkt mit einem Cut an der Innenschulter und schloss eine Delaminierung aus.

Teams und Fahrer schlagen Alarm

Fest steht: Die Teams und Fahrer schlagen Alarm. "Was heute passiert ist, ist inakzeptabel", sagt Massa. "Hier geht es nicht darum, ob ein weicher oder harter Reifen für ein Team besser als für ein anderes funktioniert. Wir reden hier von der Sicherheit. Und es ist nicht das erste Rennen, bei dem wir darüber reden."

Nach den ersten Reifenplatzern instruierten die Teams ihre Fahrer, die Fahrt über die Kerbs zu vermeiden und erhöhten auf Empfehlung von Pirelli den Luftdruck. Massa ist sich sicher, dass er keinen Kerb besonders hart überfahren hat. Die einzigen Teile, die auf der Strecke lagen, waren zu diesem Zeitpunkt die Reste von Hamiltons Reifenexplosion.

Alonso und Lauda sehen Problem nicht in Kerbs

Niki Lauda kann das Thema Kerbs nicht mehr hören. "Kerbs haben wir auf jeder Rennstrecke", meint der Aufsichtsratschef von Mercedes. "Man kann nicht sagen, dass wir die Kerbs umbauen." Fernando Alonso bläst ins gleiche Horn. "Ich fahre hier seit zwölf Jahren und die Kerbs waren noch nie ein Problem." Bei seiner Aufholjagd in der Schlussphase des Rennens konnte er die Fahrt über die Randsteine gar nicht vermeiden.

Red Bull-Teamchef Christian Horner meint: "Es geht um die Sicherheit unserer Fahrer. Die herumfliegenden Reifenteile waren fast gefährlicher als die Delaminierung selbst." Nun wird diskutiert, wie eine schnelle Lösung für das Rennen am nächsten Wochenende am Nürburgring aussehen könnte. "Es kann einfach nicht sein, dass wir fünf Reifenexplosionen haben", sagt Lauda. "Das muss man nun pragmatisch angehen. Die Teams und Fahrer müssen mit Pirelli sprechen. Mein Vorschlag wären die 2012er Reifen."

Zurück zu 2012er Reifen?

Eine Option könnten auch die Reifen mit dem Kevlargürtel sein, die die Teams in Kanada und Silverstone am Freitag testen durften. "Zuerst muss man verstehen, was passiert ist", meint Horner. "Dann muss man überlegen, ob man zurück zu den Reifen geht, die vorher funktioniert haben. Ob das nun der aus dem vergangenen Jahr ist oder ein anderer. Sie müssen eine Lösung finden."

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