Nico Rosberg - Mercedes - Formel 1 - Test - Barcelona - 3. März 2013 48 Bilder Zoom

Warum ist der Silberpfeil so gut?: Mercedes-Rekordzeiten keine Eintagsfliege

Im Fahrerlager ist man sich ausnahmsweise mal einig. Von Red Bull-Berater Helmut Marko bis McLaren-Sportdirektor Sam Michael, von Sebastian Vettel bis Nico Hülkenberg: Alle sagen, dass dieser Mercedes schnell ist. Konstant schnell. Damit ist auch der Verdacht vom Tisch, dass Lewis Hamilton und Nico Rosberg nur Showzeiten fahren.

Lewis Hamilton und Nico Rosberg haben die Konkurrenz aufgeschreckt. Am Samstag schraubte Lewis Hamilton die Barcelona-Bestzeit für diesen Winter auf 1:20.558 Minuten. Am Schlusstag der Wintertests legte Nico Rosberg mit 1:20.130 Minuten noch einmal nach. Da war klar: Dieser Mercedes ist schnell.

"Zumindest auf eine Runde", schränkt Red Bull-Berater Helmut Marko ein. "Aber da müssen wir Mercedes echt ernst nehmen. Wie es im Dauerlauf aussieht, wissen wir nicht." Sebastian Vettel fügt hinzu: "Wir wissen das nicht mal über uns selbst. Was willst du auch rausfinden, wenn nach drei Runden die Reifen nachlassen? Da geht es uns nicht besser als allen anderen."

Wieviel Benzin hatte Mercedes an Bord?

Die Frage aller Fragen ist: Mit wie viel Benzin waren Hamilton und Rosberg unterwegs? "Wir sind nicht leer gefahren", meint Niki Lauda kryptisch aus der Ferne. Der Österreicher erfuhr in Wien von den Top-Zeiten seiner Frontarbeiter in Barcelona. Zwei Dinge sind bekannt. Hamilton fuhr seine zweitschnellste Runde mit 1:20.610 Minuten im Rahmen eines Siebenrunden-Turns. Den Stint mit der 1:20.558 Minuten-Runde musste er wegen einer roten Flagge nach drei Runden abbrechen.

Rosberg erzielte seine Bestzeit im Rahmen einer Dreirunden-Ausfahrt. Der Spritverbrauch für eine Runde Barcelona beträgt 2,9 Liter oder 2,1 Kilogramm. Bei Rosberg waren also mindestens 6,3 Kilogramm plus eine Sicherheitsmarge an Bord. Bei Hamilton dementsprechend 14,7 Kilogramm. Die Gegner von Mercedes gehen in ihren Hochrechnungen davon aus, dass Hamilton mit 20 Kilogramm Sprit im Tank auf die Strecke geschickt wurde.

"Unter allen Umständen schnell"

Fernando Alonso legte am Sonntag eine Runde von 1:20.494 Minuten auf die Bahn. Der Spanier war dabei vier Runden am Stück auf der Strecke, hatte also mindestens 8,4 Kilogramm Kraftstoff im Tank. Wenn man davon ausgeht, dass Red Bull elfeinhalb Testtage lang immer mit mindestens 50 bis 60 Kilogramm im Tank gefahren ist, dann müsste man von den Red Bull-Zeiten im Vergleich zu Hamilton 1,2 bis 1,6 Sekunden abziehen.

Dann wären sie aber immer noch nicht im Bereich der Silberpfeile. "Die Zeiten von Hamilton und Rosberg sind unter allen Umständen schnell", gibt McLaren-Sportdirektor Sam Michael zu. Auch Daniel Ricciardo staunt: "Die Zeit musst du erst einmal fahren. Auch wenn du im Qualifikationstrim unterwegs bist."

Hamilton und Rosberg schaukeln sich hoch

Zur besseren Einschätzung der Zeiten kommt aber noch ein anderer Faktor hinzu. Hamilton und Rosberg verbrauchten bei ihrer Jagd nach der Bestzeit zwischen vier und sechs frischen Reifensätzen. Fernando Alonso machte es ähnlich.Dazu Sam Michael: "Wir haben im gleichen Zeitraum nur einen Satz Reifen verbraucht. Je besser sich ein Fahrer auf frische Reifen einschießen kann, umso besser auch die Rundenzeiten." McLaren hob sich die frischen Reifensätze lieber für die Rennsimulationen auf. Teamchef Toto Wolff freut sich: "Hamilton stachelt den Rosberg in einem positiven Sinne an. Man kann förmlich spüren, wie die sich gegenseitig hochschaukeln."

Mercedes im letzten Sektor stark

Jetzt fragen sich alle: Was macht den Mercedes so stark? "Das Auto war immer schnell. Jeden Tag und unter allen Bedingungen", lobt Sam Michael. Auch im Regen machte der Mercedes AMG W04 eine exzellente Figur. Die Sektorzeiten verraten noch mehr. Hamilton und Rosberg gewinnen ihre Zeit im letzten Sektor. Der ist mit sechs langsamen und einer schnellen Kurve gespickt. Da spielt nicht nur die Aerodynamik eine Rolle. Teamchef Ross Brawn machte die Andeutung: "Wir haben hier nicht nur neue Aerodynamikteile zum letzten Test mitgebracht. Einige Neuentwicklungen sind unter der Verkleidung versteckt."

Welche Rolle spielt das vernetzte Fahrwerk?

Meint er damit das so genannten Fric-System? Damit ist das Fahrwerk gemeint, das die vier Dämpfer hydraulisch miteinander vernetzt. Von vorne nach hinten, von links nach rechts. Wer es richtig macht, fährt praktisch mit einer aktiven Aufhängung. Das Auto wird immer in seiner aerodynamisch günstigsten Position gehalten.

Inzwischen fahren fast alle mit so einem System. Auch die Mittelfeld-Teams. Doch die Neueinsteiger bezahlen noch Lehrgeld. So wie Mercedes in den letzten zwei Jahren. "Die Abstimmung ist extrem diffizil. Du kannst ganz leicht einen Fehler machen. Aber wenn es funktioniert, ist es wunderbar", verrät ein Ingenieur. Man hört, dass einige Teams ihre vernetzten Fahrwerke über den Winter noch komfortabler und effizienter gemacht haben. Offenbar auch Mercedes.

Der Auspuff ist noch eine Baustelle

Die anderen Änderungen am Auto sind mit freiem Auge erkennbar. Der neue Frontflügel ist eine Spielart des Flügels, der am zweiten Tag in Jerez präsentiert wurde. Auf der Bodenplatte vor den Hinterrädern sind neue Hitzeabweiser und ein Schlitz zu erkennen. Die Motorverkleidung liegt noch enger an. Am Auspuff wird noch gearbeitet. Lauda zieht sein Kapperl hoch: "Da sind wir noch nicht auf dem Stand, den wir uns vorstellen."

Im Fahrerlager kam es am Ende der Mittagspause zu einer interessanten Begegnung. Sauber-Aerodynamiker Willem Toet traf Mercedes-Ingenieur Aldo Costa. Der eine rechnete dem anderen vor: "Ihr seid im Vergleich zum letzten Jahr zwei Sekunden schneller geworden." Costa widerspricht nicht. Stattdessen sagt er: "Ja, aber es fehlt immer noch etwas. Wir müssen mehr Abtrieb finden."

Michael Schmidt

Autor

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xpb

Datum

3. März 2013
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