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Sieglose Zeit beendet

Alonso erlöst Ferrari-Team

Alonso im Ferrari 375 Foto: xpb 53 Bilder

Fast genau 60 Jahre nach dem ersten Ferrari-Sieg in der Formel 1 brachte Fernando Alonso die Tifosi in Silverstone erneut zum Jubeln. Teamchef Stefano Domenicali traute der allgemeinen Euphorie nicht. Er ist sich noch nicht sicher, dass Ferrari damit über den Berg ist.

10.07.2011 Tobias Grüner

Vor zwei Monaten war Ferrari in Barcelona noch am Boden. Von der Konkurrenz überrundet. Im eigenen Land mit Kritik überschüttet. Und mit der Entmachtung von Technikchef Aldo Costa hatte die Misere auch personelle Konsequenzen. Auch für die treuesten Fans war es schwer daran zu glauben, dass die Scuderia den Rückstand auf Red Bull und McLaren bis zur Sommerpause noch einmal aufholen könnte.

Ferrari will weitere Siege

Doch schon in Monaco verpasste Fernando Alonso nur knapp den Sieg. In Montreal machte man bis zum Rennsonntag ebenfalls eine gute Figur. Mit dem Erfolg in Silverstone ist der Knoten nun endlich geplatzt. Nach zehn sieglosen Rennen stand endlich wieder ein Pilot im roten Overall auf dem Podium ganz oben.

"Nach so langer Zeit ist es schon eine Erleichterung", gab Teamchef Stefano Domenicali zu. Der Ferrari-Capo warnte allerdings vor übertriebener Euphorie. "Wir können noch nicht sagen, dass wir damit über den Berg sind. Aber wir wollen natürlich weitere Siege einfahren." Schon am Nürburgring will man den Aufwärtstrend mit neuen Teilen fortsetzen.

Sieg trotz Red Bull-Panne kein Geschenk

Kleinreden ließ man sich den Erfolg in England aber nicht. Auf die unbedarfte Frage einer englischen Journalistin, ob Alonso auch ohne den Boxen-Fauxpas von Sebastian Vettel gewonnen hätte, reagierte Pressesprecher Luca Colajanni empört und verwies auf die 20 Sekunden Vorsprung im Ziel. Domenicali blieb etwas cooler: "Unsere Pace im Rennen war sehr gut. Ich denke, dass wir auch ohne das Geschenk eine gute Chance auf den Sieg gehabt hätten."

Das Verbot des Auspufftricks wollte Domenicali nicht als einzigen Grund für den Sieg gelten lassen. "Jeder hat dazu eine unterschiedliche Meinung. Die Schätzungen über den Effekt gehen von ein paar Zehnteln bis zu einer Sekunde. Ich habe wirklich keine Ahnung, wie viel das ausgemacht hat." Doch schon am Nürburgring gelten wieder die Valencia-Regeln, unter denen das Anblasen des Diffusors beim Gaswegnehmen erlaubt ist. "Wir müssen uns weiter auf die Entwicklung konzentrieren. Ich hoffe, dass wir auch dort konkurrenzfähig sind."

Historischer Ort für Ferrari-Siege

Für Fernando Alonso hatte der Tag in Silverstone schon gut begonnen. Vor dem Rennen durfte der zweifache Champion den Ferrari 375 von Froilan Gonzalez über den Traditionskurs pilotieren. Mit dem Auto hatte der Rennstall vor fast genau 60 Jahren an gleicher Stelle seinen ersten Grand Prix-Sieg eingefahren. "Das ist wirklich etwas Besonderes für mich und für Ferrari. Wir haben heute mit der gleichen Leidenschaft und der Liebe für den Wettbewerb gekämpft."

Nur einmal war Alonso an diesem Tag zu langsam. Nach seinen Demorunden im Ferrari-Oldtimer hatte er sich mit Formel 1-Boss Bernie Ecclestone verquatscht. Als er merkte, dass sich die Kollegen im offenen Tieflader schon auf die Fahrerparade machten, nahm der Spanier die Beine in die Hand. Das Medical-Car nahm den Fußgänger schließlich mit und brachte ihn zu den wartenden Konkurrenten.

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