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Silber dämpft Euphorie

Foto: Wolfgang Wilhelm 70 Bilder

Nach dem Debakel in "Down under" will das "rote Imperium" im Kampf um die Formel-1-Weltmeisterschaft schon am Sonntag (23.3.) zurückschlagen. Rivale McLaren-Mercedes ist auf die Ferrari-Revanche gefasst.

17.03.2008

"Wir geben uns keinen Illusionen hin. Sie werden zurückkommen und in Malaysia sowie den gesamten Rest der Saison sehr stark sein", prophezeite Silberpfeil-Teamchef Ron Dennis. Während sein Schützling Lewis Hamilton insbesondere von britischen Medien nach seiner "Spazierfahrt" in Melbourne in höchsten Tönen gelobt wurde, machten sich die Mechaniker der Scuderia im heimischen Maranello auf die Suche nach der Ursache für das Ferrari-Fiasko von Melbourne. 

Der Auftakt in die neue Saison hatte die Prognosen mancher Experten auf den Kopf gestellt. Selbst Ferrari-Berater Michael Schumacher war klar von einem Sieg der Roten im Albert Park ausgegangen. Trost gab es nach dem schlechtesten Saisonstart der Scuderia seit 16 Jahren von höchster Stelle. "Ein gesundes Bad in Demut, das allen gut tun wird", nannte Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo das Debakel. "Ich kann es gar nicht abwarten, dass wieder Sonntag ist, um den wahren Ferrari zu sehen."

Fehlersuche bei Ferrari

Doch ob die Zeit zur Fehlersuche reicht, um nach dem Alptraum schon am kommenden Wochenende in der Hitze von Sepang die Konkurrenz wieder nass zu machen, ist fraglich. "Wir müssen sehr vorsichtig in all unseren Analysen sein", mahnte Teamchef Stefano Domenicali, der erstmals in der neuen Rolle als Nachfolger von Jean Todt auf dem Kommandostand war: "Es war eine Überraschung nach so vielen Kilometern, die wir im Winter gefahren sind. Wir müssen nun verstehen, was genau passiert ist."

Sowohl Weltmeister Kimi Räikkönen als auch Teamkollege Felipe Massa waren mit dem zuvor hochgelobten F2008 stehen geblieben. Die Motoren spielten nicht mit. Obwohl nicht im Ziel, ergatterte Räikkönen als Achter noch einen Punkt. "Wir waren vor dem Rennen nicht phänomenal und sind nach dem Rennen nicht dumm", meinte Domenicali.

Melbourne-Sieger Hamilton und sein Team lassen sich indes von der Pleite des Konkurrenten nicht blenden. Rückschlüsse aus dem Rennauftakt zu ziehen, sind schwierig. So gewann Rivale Räikkönen vor einem Jahr in Australien, eine Woche später schaffte McLaren-Mercedes in Malaysia einen Doppelerfolg durch Fernando Alonso und Hamilton, Räikkönen wurde Dritter.

Lob an die Konkurrenz

"Es war ein schlechtes Wochenende für sie, und ich bin mir sicher, dass jeder an einem gewissen Punkt der Saison einen schlechten Tag haben kann", kommentierte Hamilton nach seinem fünften und bisher einfachsten Sieg seiner noch jungen Karriere die Probleme des Erzrivalen. "Wir dürfen nicht vergessen, dass sie ein großartiges Team sind und sie ein sehr gutes Auto und auch zwei großartige Fahrer haben", meinte der Brite, der bereits am Montag (17.3.) nach Malaysia flog.

Schon an diesem Sonntag (23.3.) steht in Sepang das zweite Saisonrennen an, zwei Wochen später der Große Preis von Bahrain. An beiden Orten wird den Fahrern, aber vor allem auch den Autos alles abverlangt - so wie im Glutofen Melbourne, wo am Rennsonntag vor mehr als 100.000 Zuschauern die Sonne die Luft auf rund 40 Grad Celsius aufheizte.

Nur einer behielt dort einen ganz kühlen Kopf. "Lewis Hamilton hat einen Schlussstrich unter McLarens tumultartige vergangene Saison gezogen", befand die Londoner "Times". Mit Blick auf die Spionage-Affäre in der vergangenen Saison meinte der "Daily Telegraph": "Die illegale Verfolgung Ferraris kostete McLaren 2007 50 Millionen Pfund an Strafgeldern. Für eine Saisonstart, wie ihn Lewis Hamilton gestern inmitten eines chaotischen Auftaktrennen hinlegte, hätten sie wohl das Doppelte und mehr bezahlt."

"Ein Kinderspiel für Lewis Hamilton", titelte der "Daily Mail", einen Tag nachdem der 23 Jahre alte Vizeweltmeister souverän vor dem überraschend stark auftrumpfenden deutschen Duo mit Nick Heidfeld im BMW-Sauber und Nico Rosberg im Williams-Toyota die Ziellinie bei dem Chaosrennen mit drei Safety-Car-Phasen und 15 Ausfällen überquert hatte.

Von einer Verschiebung der Kräfteverhältnisse angesichts der starken BMW-Sauber und Williams-Toyota wollte Silberpfeil-Boss Dennis nach dem ersten von 18 WM-Läufen noch nichts wissen. Melbourne sei ebenso wenig ein Gradmesser für die Saison wie auch die Strecke in Sepang. "Selbst wenn wir in den nächsten beiden Rennen unsere Wettbewerbsfähigkeit beibehalten, werden wir die wahre Stärke der Autos erst in Barcelona erfahren."

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