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Silber-Gala in Bahrain

Mercedes-Duell ohne Verlierer

Rosberg vs. Hamilton - GP Bahrain 2014 Foto: xpb 76 Bilder

Lewis Hamilton und Nico Rosberg lieferten im Spotlight von Bahrain eine große Show ab. Am Ende konnte nur einer gewinnen. Einen richtigen Verlierer gab es aber nicht. Allerdings war selbst Hamilton trotz seines Sieges am Ende nicht ganz zufrieden.

06.04.2014 Tobias Grüner

Als die Formel 1 schon totgeredet wurde, stieg sie in der Wüste von Bahrain empor wie Phoenix aus der Asche. 57 Runden lang bekamen die Zuschauer beste Unterhaltung geboten. An allen Ecken des Feldes wurde hart gekämpft. Besonders eng ging es ausgerechnet im Silberpfeil-Duell an der Spitze zur Sache.

"Das letzte Mal, als ich so ein hartes Rennen hatte, war in Indianapolis 2007. Nico ist fantastisch gefahren", zollte Sieger Lewis Hamilton seinem Konkurrenten Nico Rosberg ein Lob. Beim GP USA sieben Jahre zuvor hatte Hamilton ebenfalls in einem spannenden Teamduell die Oberhand behalten – damals gegen McLaren-Kollege Fernando Alonso.

Silberpfeil-Duell mit Vorgeschichte

Als das Safety-Car 10 Runden vor Schluss die Bahn frei machte, kam es im Silber-Zweikampf zum großen Finale. Hamilton befürchtete nichts Gutes: "Die weichen Reifen haben einen Vorteil von 3 Zehnteln. Dazu kam noch der Vorteil des DRS. Ich wusste, dass es schwer werden würde. Ich musste 10 Runden lang alles herausholen."

Der Zweikampf Hamilton gegen Rosberg ist mittlerweile fast ein Klassiker – nicht erst seit gemeinsamen Formel 1-Zeiten. "Das hat mich an die Kart-Vergangenheit erinnert. Da hatte ich auch mal ein Rennen, als er die ganze Zeit führte und ich habe ihn in der letzten Runde geholt und gewonnen. Ich dachte, jetzt läuft es andersrum und er revanchiert sich. Das ging mir in diesem Moment durch den Kopf."
 
Schon im ersten Stint haben es sich die beiden silbernen Autos richtig besorgt. Eine Attacke folgte der anderen. "Ich dachte bestimmt 9 Mal, dass ich ihn schon gepackt habe. Aber es hat nicht funktioniert. Er ist immer wieder zurückgekommen", so Rosberg über das spannende Duell. "Manchmal sieht man den Gegner gar nicht, weil der tote Winkel so groß ist. Dann ist er ganz plötzlich wieder aufgetaucht."

Hamilton packt alte Kart-Tricks aus

Auch für Hamilton war es nicht einfach. "Man wusste nie genau, wo das andere Auto lag. Bremst er später oder früher? Das hat sich nach richtigem Racing angefühlt, wo man alle Fähigkeiten anwenden muss, die man schon als Junior im Kart gelernt hat. In der Formel 1 ist das viel schwieriger, diese Tricks wieder auszupacken. Bei den Kontern muss das Timing genau passen. Aber das Gefühl dabei ist fantastisch, wenn es funktioniert."
 
Rosberg betonte, dass es nie unfair zuging: "Wir haben immer genug Platz gelassen. Das mag zwar im Fernsehen etwas anders ausgesehen haben, aber so war es." Nur im Mittelstint beruhigte sich das Duell etwas. Rosberg ging auf die härtere Reifenmischung. Hamilton versuchte auf den schnelleren Soft-Reifen einen Vorsprung rauszufahren. Dann brachte das Safety-Car die Pläne durcheinander.
 
"Die Strategie lief wie geplant und es war so, wie ich wollte. Ich würde auch genau das gleiche wieder machen. Sie war zwar von der Rennzeit langsamer als die andere, aber sie gab mir am Ende eine Chance auf den Sieg", erklärt Rosberg. "Lewis hat sich gut verteidigt. Es sollte einfach nicht sein. Es war ein guter Tag für den Sport, vor allem vor dem Hintergrund der Kritik. Ich denke, wir haben eine gute Show geboten."

Keine Stallregie im Silber-Duell

Vor dem Ende der Safety-Car-Phase schaltete sich Teamchef Paddy Lowe über Funk in das Duell ein. Er bat die Fahrer, die Autos heil ins Ziel zu bringen. "Ich wusste, dass es nach außen so klingt, als ob jetzt die Stallregie kommt", gab Rosberg zu. "Aber für uns war klar, dass wir weiterkämpfen, dabei aber nicht crashen dürfen. Die Ansage war aber gar nicht nötig."
 
Erst 3 Runden vor Schluss war das Duell entschieden. Rosberg kam im Finale nicht mehr ganz mit. "Leider haben meine Reifen in den letzten 3 Runden etwas überhitzt. Deshalb kam ich nicht mehr nah genug ran. Auch mit der Hybrid-Power war es nicht einfach. Manchmal hat man mehr, manchmal weniger. In diesem Moment hatte ich leider nicht genug Boost."
 
Auch Hamilton zeigte sich nicht ganz zufrieden. "Natürlich bin ich glücklich über den Sieg, aber tief in mir drin weiß ich, dass ich heute nicht schnell genug war. Ich muss herausfinden, warum das so war. Im letzten Rennen war das noch nicht so. Meine Vorteile hat Nico herausgefunden und nun gegen mich verwendet – und das sogar noch besser. Ich muss also herausfinden, was er anders gemacht hat."

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