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Silverstone

Chaos bei Williams

Foto: Williams F1 52 Bilder

Technikpapst Patrick Head war in England wieder mal schlechter Laune. Zwar durfte sich Williams von Kazuki Nakajimas Startplatz 15 und Nico Rosbergs Start aus der Boxengasse nicht viel ausrechnen, doch am Ende galt der Spruch: Es wäre mehr drin gewesen. 

07.07.2008 Michael Schmidt

Ein kluger Taktikschachzug brachte die Williams aus dem Hinterfeld direkt bis in die Nähe von Punkteplatzierungen. Wie Honda sattelte das Team auf Grove seine beiden Fahrer auf Extremwetterreifen um, als der große Regen über Silverstone niederging. Anders als bei Honda ließ man die Regenreifen bei Nakajima sogar bis zur Zielflagge drauf.

Punkte verschenkt

Bei Rosberg wäre das gleiche geplant gewesen, wäre der Deutsche nicht in der 40. Runde mit Landsmann Timo Glock kollidiert. "Ich war mit meinen Extrem-Regenreifen um zehn Sekunden pro Runde schneller als Timo, so dass ich seinen Speed falsch eingeschätzt habe", ärgerte sich Rosberg, gab aber der schlechten Sicht die Schuld: "Es war einfach ein Blindflug."

Als Rosberg in Runde 40 mit eingedrückter Nase die Boxen anlief, wechselte Williams wieder auf Intermediates zurück. Der Regen begann bereits wieder nachzulassen. Für Rosberg war es ein ärgerlicher Zwischenfall. Wie in Monte Carlo und Montreal waren wieder WM-Punkte drin, hätte er den Reifenvorteil länger ausnutzen können. Trotz des Zwischenfalls fehlten ihm im Ziel nur 0,8 Sekunden auf einen Punkterang.

Williams reifenschonend unterwegs

Kazuki Nakajima hielt mit seinen Extremwetterreifen 25 Runden lang durch. "In der letzten Runde waren die Reifen am Ende. Deshalb schlüpfte Trulli noch durch", ärgerte sich der Japaner, der mit seinem Zähler für Rang acht den Punktestand von Teamkollege Rosberg egalisierte. Dass sich die weiche Gummimischung auf der abtrocknenden Piste nicht ganz auflösten, ist eine kleine Sensation und zeigt, wie schonend der Williams mit seinen Reifen umgeht. Vielleicht auch ein Fingerzeig, warum man zur Zeit nicht auf Rundenzeiten kommt.

Möglicherweise ist nicht nur die Aerodynamik schuld. Das erklärt auch, warum Williams für Silverstone eine modifizierte Aufhängung ins Rosberg-Auto einbaute, vor dem Start aber auf die alte Version zurückrüstete. Dazu kam noch ein gebrochener Dämpfer hinten, der Rosberg in der Qualifikation frühzeitig lahmgelegt hatte.

Womit wir wieder bei der Gewitterstimmung von Patrick Head wären. Der bärbeißige Engländer wurde mal wieder laut: "Wir machen zu viele Fehler", polterte er. Sein Technikchef Sam Michael blieb das ganze Wochenende fast unsichtbar. "Ich bin von morgens bis abends in unserem Besprechungsraum vor dem Computer gesessen. Manchmal ist es besser, sich auf seine Arbeit zu konzentrieren."

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