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Silverstone-Renovierung

Das beste am Umbau ist der Start

Boxengasse - GP England - Silverstone - Do. 7. Juli 2011 Foto: Grüner 63 Bilder

Die neue Boxenanlage von Silverstone erntete hauptsächlich Kritik. Zu modern, zu wenig Atmosphäre, nicht zweckmäßig. Lob bekommt nur die neue Position des Starts. Von Vettel bis Hamilton prophezeihen alle Fahrer: Es wird mehr Positionsverschiebungen beim Start geben.

07.07.2011 Michael Schmidt

Auf den ersten Blick sieht das neue Boxengebäude aus wie ein Flughafen-Terminal. Es passt nicht zu einer der ältesten Rennstrecken im Formel 1-Kalender. Es ist ungefähr so, als würde man eine gotische Kirche mit einem Glasdach versehen. "Silverstone hat ein bisschen seinen Charakter verloren", urteilte Michael Schumacher. Nick Heidfeld kann mitfühlen: "Mir hat die alte Strecke gefallen. Ich verstehe nicht, warum man da etwas ändern musste."

Golfrunde in der Boxengasse

Fahrer, Mechaniker und Pressevertreter bemängelten die Funktionalität. Das Pressezentrum ist ein fensterloser Bunker. In den Boxengaragen gibt es zu wenig Strom. "Und die Boxengasse könnte etwas breiter sein. Platz genug gibt es ja", meinte Nick Heidfeld. Tatsächlich wurde zwischen Boxengasse und Boxenmauer eine zehn Meter breite Grünanlage eingebaut. Das erinnert an englische Club-Rennstrecken. "Wir könnten da Golf spielen", schlägt Rubens Barrichello vor.

Dass die Boxen ans andere Ende der Strecke umgezogen sind, daran muss man sich erst einmal gewöhnen. 60 Jahre lang wurde zwischen den Kurven Woodcote und Copse gestartet. Jetzt heißt die erste Kurve plötzlich Abbey. Sie ist ein Vollgas-Rechtsknick, gefolgt von einer weiteren superschnellen Linkskurve. Das erste harte Bremsmanöver lauert 800 Meter nach dem Start vor einer Zweite-Gang-Rechtskurve, die auf den Namen "Village Corner" hört.

Mehr Positionswechsel am Start?

Den Fahrern ist der neue Startplatz lieber als der alte. Lewis Hamilton glaubt, dass es mehr Positionswechsel geben wird. "Früher hatten wir auch eine Vollgaskurve nach dem Start. Nach Copse Corner und dem schnellen Becketts-Geschlängel war das Feld schon ziemlich gut sortiert, als es zum ersten harten Bremspunkt kam. Jetzt fangen wir zwar mit zwei schnellen Kurven an, aber es ist genug Platz für zwei Autos nebeneinander. Der erste Bremspunkt liegt viel näher am Start. Deshalb erwarte ich einige Positionsverschiebungen, wenn wir Kurve 3 anbremsen."

Sebastian Vettel sieht es genauso: "Es wird einen Spurt bis Kurve 3 geben. Die ersten zwei Kurven gehen mit einem stehenden Start easy voll. Auf dem kurzen Weg zum ersten Bremspunkt kannst du dir kein beruhigendes Polster aufbauen, dass du automatisch vorne bleibst." Könnte die kurvenreiche Anfahrt für Probleme sorgen? Vettel verneint: "Die Strecke ist breit genug. Ich erwarte weniger Konfusion als bei einer Strecke, auf der man direkt auf eine enge Kurve zufährt."

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