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Crashs beim GP Singapur

Rennleitung lässt Unfallgegner laufen

Nick Heidfeld Crash Foto: Daniel Reinhard 32 Bilder

Beim GP Singapur gab es gleich zwei spektakuläre Kollisionen in der gleichen Kurve. Die FIA-Kommissare verzichteten in beiden Fällen auf Strafen. Hinterher wurde im Fahrerlager eifrig diskutiert, ob Mark Webber und Michael Schumacher zu Recht ungeschoren davonkamen.

28.09.2010 Michael Schmidt

Zwei Crashs sorgten in Singapur für Gesprächststoff. Tatort Kurve 7, am Ende der langen Geraden. Es läuft die 36. Runde. Die erste der beiden Kollisionen könnte die Weltmeisterschaft mit entschieden haben. Lewis Hamilton wollte Mark Webber außen überholen, blieb beim Einlenken jedoch am rechten Vorderrad des Red Bull hängen. Dabei ging am McLaren links hinten die Felge zu Bruch. Für Hamilton war es die zweite Nullrunde in Folge. Webber kam mit seinem angeschlagenen Auto noch als Dritter ins Ziel.

Fast noch in der gleichen Runde kündigte die Rennleitung eine Untersuchung zum den Crash an. Erst 20 Minuten später gaben die Sportkommissare Entwarnung und entschieden, dass der Vorfall nicht geahndet werden müsse. McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh sah Webber in der Schuld: "Es war ein sehr aggressives Manöver von Mark, da noch in die Kurve einzulenken." Hamilton bemühte sich um Diplomatie: "So etwas nennt man wohl einen normalen Rennunfall."

Webber oder Hamilton schuld am Crash?

Webber verteidigte sich: "Wo sollte ich hin? Ich war schon ganz innen und stand voll auf der Bremse." Dann verglich der Australier den Crash mit der Karambolage zwischen Hamilton und Felipe Massa 14 Tage zuvor in Monza: "Da war Felipe außen und Lewis in meiner Position. Er kam aus der Nummer auch nicht mehr raus, weil ihm der Platz ausgegangen ist."

Hamiltons Fehler bestand darin, dass er seinem Gegner den Weg abgeschnitten hat. Zwischen dem McLaren und dem Randstein im Scheitelpunkt war weniger als eine Wagenbreite Platz. Deshalb griff auch die Rennleitung nicht ein. Sie tendierte eher dazu, den McLaren-Fahrer in die Verantwortung zu nehmen. Ihr Argument: Robert Kubica hat im Kampf mit Adrian Sutil gezeigt, wie man außen überholt ohne mit seinem Kontrahenten zusammenzustoßen. Aber Hamilton war durch seinen Ausfall schon genug bestraft.

Auch Niki Lauda urteilte: "Ein ganz normales Rennmanöver. Lewis hatte Pech, Mark Glück." Red Bull-Berater Helmut Marko giftete: "Der Hamilton muss endlich mal lernen, dass er nicht allein auf der Strecke ist."

Schumacher mit Crash gegen Heidfeld

Nur eine Runde nach dem Aufreger des GP Singapur krachte es erneut. Michael Schumacher versuchte in der 90-Grad-Kurve innen an Nick Heidfeld vorbeizustechen. Der Mercedes berührte den Sauber, der kurz mit den linksseitigen Rädern abhob und breitseits im gegenüber liegenden Reifenstapel landete. Für Heidfeld war das Rennen beendet. Schumacher schleppte sich nach dem Crash funkensprühend mit einem abgeknickten Frontflügel an die Boxen zurück und fasste dort einen neuen Flügel auf. Wieder gingen die vier Sportkommissare mit Indy 500-Sieger Danny Sullivan als Experte in Klausur. Wieder ordnete man die Szene als normalen Rennunfall ein.

Während einige Teammitglieder von Sauber fragten, ob Schumacher sein Augenmaß verloren habe, blieb Heidfeld cool: "Auch für mich war es eine Rennsituation, die passieren kann. Wenn man aber jemand die Schuld geben will, dann eher dem Michael." Auch in der Rennleitung war das Votum nicht eindeutig. Einer aus der Jury wollte Schumacher eine Verwarnung verpassen.

Schumi greift an, Webber in der Defensive

Da stellt sich die Frage, was so unterschiedlich an den beiden Unfällen war. Schumacher fuhr innen, hatte also den Part von Webber. Heidfeld lag außen, also auf der Hamilton-Linie. Trotzdem unterscheiden sich beiden Unfälle. Bei Schumacher/Heidfeld war Schumacher der Aggressor. Webber dagegen befand sich in der Defensive. Im Gegensatz zu Hamilton ließ Heidfeld seinem Unfallgegner auf der Innenspur genügend Platz. Einhellige Meinung im Fahrerlager: Es war gut, dass die Rennleitung nicht eingegriffen hat. Würde jeder Fahrer für einen Angriff abgestraft, gäbe es bald überhaupt keine Überholmanöver mehr.

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