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Singapur ist vergessen

Mercedes dominiert wieder

Lewis Hamilton - GP Japan 2015 Foto: Wilhelm 51 Bilder

Eine Woche nach der Schlappe von Singapur ist Mercedes wieder im alten Trott. Die Silberpfeile feierten ihren achten Doppelsieg. In der üblichen Reihenfolge. Nur hohe Motortemperaturen konnten die Mercedes-Piloten in Atem halten.

29.09.2015 Michael Schmidt

Mercedes-Teamchef Toto Wolff stellte fest. "Wir sind wieder dort, wo wir vorher waren. Es fühlte sich fast so gut an wie unser erster Sieg." Singapur ist nicht vergessen, aber abgehakt. "Eine der anderthalb Sekunden Rückstand sind erklärbar", zog Niki Lauda einen Schlussstrich. Es war eine Kombination aus der falschen DNA des Autos, dem falschen Setup und dem Zu-Spät-Erkennens eines Problems. Technikchef Paddy Lowe resümierte: "Wir dürfen eben nicht überall erwarten, dass wir automatisch vorneweg fahren."

In Suzuka hatte Mercedes keine Gegner. Es war der ideale Streckentyp für die Aero-Charakteristik des AMG W06. Nachdem sich Lewis Hamilton nach zwei Kurven die Führung erkämpft hatte, verschwand er am Horizont. Nico Rosberg musste bis zur 31. Runde warten, bis er Minus-Signale auf Hamilton bekam. Der WM-Zweite war auf Rang 4 zurückgefallen. Einen Platz gewann er auf der Strecke. Er bremste in der Schikane Valtteri Bottas aus.

Die andere Position gewann er durch den früheren Boxenstopp. Da zahlte es sich aus, dass Mercedes im dritten Training mit den harten Reifen Longruns gefahren war, Ferrari dagegen nicht. Ferrari traute sich nicht, Vettel früher an die Box zu holen. "Mangels Reifendaten wollten wir kein Risiko eingehen. Wir hatten Angst, der Reifensatz hält nicht durch", bestätigte Ferrari-Rennleiter Maurizio Arrivabene.

Die heiße und die kalte Kupplung

Rosbergs Siegchancen waren schon nach dem Start dahin. Er kam besser als Hamilton vom Fleck, fiel dann aber in der zweiten Beschleunigungsphase in ein Leistungsloch. Weil in der Aufwärmrunde die Motortemperatur zu stark angestiegen war. Das verzeihen die empfindlichen Antriebseinheiten nicht. Rosberg verteidigte sich, dass es nicht sein Fehler gewesen sei. Die Ingenieure hätten ihm gesagt, dass er sogar mehr für die Motorkühlung getan habe als Hamilton.

Die Starts der Mercedes-Piloten werden in diesem Jahr bis zum Saisonende eine Zitterpartie bleiben. Mercedes startet mit einer so genannten "heißen Kupplung". Das garantiert, wenn alle Temperaturen im grünen Bereich liegen, den perfekten Start. Wird die Kupplung in der Formationsrunde aber eine Spur zu heiß oder bleibt zu kalt, kann der Start massiv in die Hose gehen.

Die meisten anderen fahren mit einer "kalten Kupplung" los. Die reagiert weniger sensibel auf Temperaturschwankungen. Mercedes kann den Unsicherheitsfaktor in diesem Jahr nicht mehr korrigieren. Dazu müsste das ganze Kupplungsumfeld geändert werden.

War Hamiltons Attacke fair?

Auf die erste Kurve flogen die Mercedes noch im Parallelflug zu. Rosberg außen, Hamilton innen. Dann setzte sich der Weltmeister in der zweiten Kurve mit der nötigen Härte durch. Rosberg wurde auf den Kunstrasen abgedrängt und verlor gleich noch einmal zwei Positionen. Auf die Frage, ob die Attacke fair war, wollte der Deutsche keine Antwort geben: "Es war eng und ich musste eine Kollision vermeiden. Aber für ein endgültiges Urteil muss ich erst die TV-Aufnahmen sehen." Der Gesichtsausdruck sprach Bände. Rosberg kochte innerlich.

Hamilton stellte sich naiv: "Eng? Ich hatte nicht das Gefühl, dass es besonders eng war. Die Innenseite ist die Innenseite. Mir gehörte die Kurve, und es ist normal, dass du von innen etwas nach außen rutschst, und wenn Nico dabei die Straße ausgegangen ist, dann ist das normal. Das passiert eben, wenn du außen fährst."

Hamilton saß in einem perfekten Auto

Gegen Mitte des Rennens zeigte Hamilton seinem Teamkollegen dann, wer Herr im Hause war. Seine schnellste Rennrunde auf frischen harten Reifen lag um eine Sekunde unter der von Rosberg. Der Herausforderer konnte nur ins Feld führen, dass sein Reifensatz ein gebrauchter war.

Ansonsten hatten die Mercedes keine Gegner. Nur die Temperaturen der Motoren stiegen hin und wieder in ungesunde Bereiche. Mercedes hatte die Kühlung seiner Autos auf Temperaturen von 23 Grad ausgelegt. Am Renntag wurde es aber um 5 Grad wärmer als erwartet. Auch die Warnung, etwas vom Gas zu gehen, bremste Hamilton und Rosberg nicht wirklich ein. "Ich hatte ein wunderbares Auto. Perfekt ausbalanciert. Es war noch besser als im Training. Meine Fahrt war wie Segeln. Ich wünschte, ich könnte euch dieses Gefühl besser beschreiben."

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