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Gefährliche Singapur-Schikane?

Piloten fordern entschärfte Schikane

Adrian Sutil Foto: xpb 22 Bilder

Der spektakuläre Unfall von Adrian Sutil in der engen Schikane von Singapur hat die Formel 1-Piloten aufgeschreckt. Kritik wird vor allem an den hohen Kerbs geübt. Die Piloten fordern, die Gefahrenstelle in der kommenden Saison zu entschärfen.

25.09.2010 Tobias Grüner

Adrian Sutil wurde im zweiten Training von Singapur zum Tiefflieger. Ein kleines Malheur bei der Anfahrt auf die enge Schikane hatte große Wirkung. Der Force India-Pilot kam ein Stück zu weit über den Kerb, stieg mit der Nase über einen Meter in die Luft und krachte spektakulär wieder auf den Asphalt. Die Aufhängung überlebte den Stunt nicht ohne Schaden und sorgte für das vorzeitige Trainingsende.

"Das ist wirklich gefährlich. Ich bin voll auf die Piste geknallt. Da hätte auch Schlimmeres passieren können, wie man in dieser Saison in der GP2 gesehen hatte", klagte Adrian Sutil am Samstag. In der Nachwuchsklasse hatten sich in diesem Jahr gleich mehrere Piloten bei ähnlichen Unfällen Wirbelsäulenverletzungen zugezogen.

Bremsdefekt kann schlimme Auswirkung haben

Auch Lewis Hamilton übte scharfe Kritik an der künstlichen Bremsfalle. "Man kommt mit 240 km/h angeflogen und muss praktisch 100 Meter vor der Mauer den Bremspunkt treffen. Ein kleiner Fehler kann große Wirkung haben, wie man bei Adrian gesehen hat." Der Weltmeister von 2008 bezeichnete die Engstelle als "lächerlich" und warnt vor noch schlimmeren Unfällen: "Im Vorjahr hatte Mark Webber einen Bremsdefekt. Wenn das an dieser Stelle passiert, dann fliegt der bis in den Zaun."

Adrian Sutil fand noch härtere Worte. "Bei einem Bremsproblem landest du direkt in der Kirche", kritisierte der Deutsche die Gefahrenstelle. Dabei sorgt die enge Kurve 10 schon seit dem ersten Singapur-Rennen vor zwei Jahren für Kritik. "Sie wurde vor diesem Jahr auch etwas umgebaut. Der erste Kerb ist weiter nach rechts gerückt, so dass wir einen größeren Bogen hineinfahren müssen", erklärt Sutil. Geholfen hat die Übung allerdings nicht. "Das ist eher noch gefährlicher geworden", so das vernichtende Urteil des Deutschen.

Hamilton fordert FIA zum Handeln auf

Wie man das Problem entschärft, ist allerdings noch nicht klar. "Wir werden die FIA bitten, sich das anzuschauen und für die kommende Saison eine Lösung zu finden", kündigte Lewis Hamilton an.

Wie der Umbau genau aussehen könnte, ist noch nicht klar. Williams-Pilot Nico Hülkenberg glaubt, dass gar keine großen Änderungen notwendig sind, um die Schikane sicherer zu machen. "Man müsste nur die Kerbs etwas flacher machen, damit die Autos nicht direkt aufsteigen." Ganz auf die Schikane verzichten will der Singapur-Neuling nicht. "Einfach eine Kurve wäre ja langweilig."

Schikane ganz weg?

Landsmann Sutil würde es lieber sehen, wenn die "unnötige" Schikane ganz abgeschafft wird. Kritiker befürchten allerdings, dass eine schnelle Kurve mit der Mauer dahinter auch nicht ohne Gefahren wäre. Das sieht der Force India-Pilot anders. "In Monaco fahren wir ja auch durch schnelle Kurven mit Leitplanken. Das wäre wie in der Casino-Kurve. Der Aufprallwinkel wäre sehr flach, und die Autos prallen einfach ab. Das hat man in dieser Saison bei Alonso gesehen, dass da bei einem Crash nicht viel passiert."

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