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Sir Jackie Stewart

Kritik an Mosley und Ecclestone

Jackie Stewart Foto: dpa

Der ehemalige Formel 1-Weltmeister Jackie Stewart trägt das Herz auf der Zunge. Nun machte der 69-jährige Schotte seinem Unmut über die jüngsten Entwicklungen in der Königsklasse Luft.

05.01.2009 Tobias Grüner

35 Jahre ist es her, dass Jackie Stewart das letzte Mal an einem Grand Prix Rennen teilnahm und dabei seinen dritten Weltmeistertitel sammelte. Doch die Formel 1 liegt dem sympathischen Schotten noch immer sehr am Herzen und so nimmt der 69-Jährige kein Blatt vor den Mund, wenn seiner Meinung nach etwas schief läuft.

Und momentan gebe es nach Ansicht des ehemaligen Teambesitzers einigen Anlass zur Sorge. In der englischen Zeitung "Times" machte der Renn-Rentner seinem Unmut nun Luft und scheute sich nicht vor Kritik an großen Namen. Vor allem die beiden Köpfe der Motorsportszene, F1-Boss Bernie Ecclestone und FIA-Präsident Max Mosley, greift Stewart an, weil sie in der aktuell schwierigen Situation nicht in der Lage sind, wichtige Reformen durchzusetzen.

Mosley und Ecclestone sollten Platz machen

"Nun muss eine Zeit des großen Wandels einkehren, weil der Sport stärker gewachsen ist als die Führung und die Rechteinhaber. Das sind die Fakten", so Stewart. Vor allem die Art der Machtkonzentration ist dem Hobby-Golfer ein Dorn im Auge. Seiner Meinung nach hätten Mosley und Ecclestone schon längst abdanken sollen oder sich zumindest um eine vernünftige Nachfolgeregelung kümmern müssen.

"Ecclestone ist mit solch einer Machtfülle ausgestattet, dass sich beim Anblick der Strukturen die Frage stellt, ob es einen Nachfolger gibt. Die Antwort lautet nein." Nach Ansicht Stewarts müsse dieser Zustand dringend geändert werden. "Die wirtschaftliche Realität darf nicht unter den Tisch fallen, der Alterungsprozess macht es notwendig, dass es Kontinuität gibt", so der Schotte über den F1-Zampano.

Neue Strukturen an der Spitze

Auch wenn Stewart die Verdienste Ecclestones für die Formel 1 nicht außer Acht lassen will, müsse die Spitzenpositionen nun neu besetzt werden. Außerdem sei der Vermarkter Ecclestone viel zu nahe an Mosley angesiedelt, der für die Regeln zuständig ist. Dass sich die beiden während der Sex-Affäre Mosleys im vergangenen Jahr ernsthaft gestritten hätten, glaubt Stewart nicht. Er kritisiert außerdem die Tatsache, dass sich auch von den Teams niemand getraut hat, den FIA-Präsident öffentlich zu kritisieren.

"Der Skandal bot die Gelegenheit neue Strukturen einzuführen. Diese Gelegenheit wurde allerdings dadurch verworfen, dass ein Mann an seinem Posten klebte, was im Olympischen Komitee, einem Fußballverband oder einem Unternehmen der öffentlichen Hand wohl kaum möglich wäre. Wie können wir so etwas in einem Sport akzeptieren, der auf der Einnahmenseite dermaßen abhängig von multinationalen Unternehmen und Regierungen ist und der ein total transparentes und unabhängiges Gremium zur Festsetzung der Regeln erfordert", griff Stewart den FIA-Chef direkt an.

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