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Sky TV nicht in Bahrain

Situation für TV-Sender zu gefährlich

Tanja Bauer Sky TV Vettel 2011 Foto: Wolfgang Wilhelm 12 Bilder

Der Fernsehsender Sky wird aus Sicherheitsgründen keine Mitarbeiter zu dem umstrittenen Formel-1-Rennen am Sonntag nach Bahrain schicken. Die Veranstalter versuchen derweil zu beruhigen: "Es ist nicht Afghanistan", erklärte der Streckenchef.

16.04.2012 dpa

Obwohl die FIA ein Machtwort gesprochen hat, sind die Diskussionen um das Rennen in Bahrain noch nicht verstummt. Beim Pay-TV-Sender Sky traut man der Lage in dem Wüstenstaat nicht. Aus Sicherheitsgründen werden keine Übertragungsteams beim Grand Prix vor Ort sein. Der WM-Lauf soll aber dennoch von 14 Uhr an live im Abo-Kanal übertragen werden.

RTL vor Ort, Sky nicht

Die Situation ist zu unübersichtlich und zu gefährlich, erklärte am Montag Dirk Grosse von der Sky-Sport-Kommunikation zu dem Verzicht auf Personal am Rennort. Die Sicherheit der Mitarbeiter geht vor. Die Sky-Kommentatoren Jacques Schulz und Ex-Rennfahrer Marc Surer werden das Rennen aus dem TV-Studio in Ismaning übertragen. Dort läuft das Weltbild auf.

Der Free TV-Sender RTL, der ebenfalls alle Formel 1-Rennen überträgt, will seinen Reporterstab hingegen nach Bahrain schicken. Das bestätigte der Privatsender auf Anfrage. Allerdings hat auch RTL Probleme mit der politischen Situation in Bahrain. Der Auslandsreporterin Antonia Rados wurde nach eigenen Angaben das Einreisevisum verweigert. Das berichtete die bekannte Journalistin am Sonntag während der Live-Übertragung des Formel 1-Rennens aus Shanghai.

Bahrain-Veranstalter versuchen zu beruhigen

Die Verantwortliche in Bahrain versuchen derweil immer noch die Sorgen der Formel 1-Gäste zu beruhigen. Trotz anhaltender Proteste erklärte der Geschäftsführer des Bahrain International Circuit Zayed Al Zayani gegenüber Reuters: "Ich denke, es wird nichts Dramatisches passieren. Es ist nicht Afghanistan, es ist nicht Syrien."

In einigen Dörfern könne es etwas Unruhe geben, aber es werde nichts passieren, was man nicht im Griff habe. Al Zayani versicherte: "Ich habe keinen Zweifel, dass die Formel 1 kein Angriffsziel ist, weder die Teams noch die Medien."

Im Vorjahr sagten die Verantwortlichen nach wochenlangen Protesten der schiitischen Bevölkerungsmehrheit gegen das sunnitische Herrscherhaus den Grand Prix ab. Damals hatte es bei den blutigen Unruhen über 30 Tote gegeben.

Formel 1-Rennen trotz Protesten

Auch in diesem Jahr gibt es großen Widerstand gegen die politischen und sozialen Verhältnisse in dem kleinen Golfstaat. Mehrere Menschenrechtsorganisationen, darunter Amnesty International, fordern eine erneute Absage des Rennens.

Der Internationale Automobilverband FIA entschied jedoch am Rand des Großen Preises von China am zurückliegenden Freitag, dass der WM-Lauf in Bahrain wie geplant stattfinden soll. Die Rennwagen sollen am Dienstag in der Hauptstadt Manama eintreffen.

Einige Angestellte des Formel-1-Managements sind bereits seit mehreren Tagen vor Ort. Die Fahrer und Teammitglieder flogen nach Shanghai zum Teil in ihre Heimat zurück. Andere verbringen die Tage bis zum Bahrain Grand Prix in den nahe gelegenen Emiraten Dubai oder Abu Dhabi.

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