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Was macht Sebastian Vettel jetzt?

So feierte Sebastian Vettel seinen WM-Titel

Formula 1 Grand Prix, Japan, Sunday Podium Foto: xpb 38 Bilder

Nach dem Titelgewinn von Sebastian Vettel beim GP Japan ist das ganze Red Bull-Team im Freudentaumel. So richtig vetteln wollte es im Fahrerlager aber nicht. Der Weltmeister feiert nur eine kleine Party.

09.10.2011 Bianca Leppert

Gabelstapler, Kisten, schuftende Mechaniker. Irgendwie sieht es vor der Red Bull-Box noch nicht wirklich nach einer rauschenden Party aus. Adrian Newey steht mit einem Weltmeister-Shirt in der Box und unterhält sich mit ein paar Teammitgliedern, die anderen wuseln um ihn herum. Während dessen steht Sebastian Vettel eine Stunde nach dem Rennen immer noch vor den Kameras und gibt Interviews. Klingt nach Stress und weniger nach großer Feierei. Nur als ihn sein Team danach empfängt, jubelt man kurz bei der Foto-Session, Papa Norbert Vettel tanzt und laute Musik dröhnt aus den Boxen.

Vettel wirkt gefasst

Bei der Siegerehrung wirkte der zweimalige Weltmeister gefasst. Klar, der Titelgewinn kam nicht überraschend. Aber man hätte trotzdem erwartet, dass "Seb" zumindest ein paar Tränen die Backen herunterkullern. Wie bei seinem Sieg in Monza in dieser Saison. In der Pressekonferenz muss er mehrmals schlucken, tief Luft holen und Sprechpausen machen. Wer es nicht wüsste, würde ihm aber nicht ansehen, dass er gerade zum zweiten Mal Weltmeister wurde.

Vielleicht kommt der Moment, in dem er sich zitternd an die Augen fasst und die Tränen wegwischt aber auch erst später. Dann, wenn er mit seinem Team unter sich ist. Wenn er bei denjenigen weilt, die ihn verstehen. Die fast das ganze Jahr mit ihm verbringen. Die den Motorsport leben. Wochenende für Wochenende. Die einen tieferen Blick in das Innere Vettels haben, als der Deutsche der Öffentlichkeit Preis geben will.

Viel Arbeit für das Team

Wenn einer weiß, dass erst die Arbeit kommt und dann das Vergnügen, dann ist es Vettel. Wie nach jedem Rennen stand auch dieses Mal die Nachbesprechung mit seinen Ingenieuren auf dem Programm. Seine Mechaniker konnten sich ebenfalls nicht zurücklehnen. Bis um 23 Uhr mussten sie alles zusammenpacken, damit das Equipment rechtzeitig nach Korea gebracht werden konnte, wo am kommenden Wochenende der nächste Grand Prix stattfindet.

Danach hatten Vettel und seine Jungs aus Milton Keynes endlich Zeit, ihren Erfolg zu feiern. Unter sich. Es war eine kleine Party zu der nur das Team eingeladen war. Es passt irgendwie zu dem Heppenheimer, der immer wieder daran erinnert, nicht abzuheben.

Traditionell japanisch wurde in einer Bar in der Stadt Yokkaichi in der Nähe von Suzuka Karaoke gesungen. Der zweimalige Weltmeister trällerte natürlich mit. Unterstützung bekam er dabei von Michael Schumacher, der ebenfalls zur Party kam. Über seine Glückwünsche freute sich Vettel besonders. Er musste aber aufpassen, bei der Party bis um 6 Uhr morgens nicht heiser zu werden. Denn nur zwei Stunden später stand bereits die Reise zu seinem Sponsor Infiniti nach Yokohama auf dem Programm. Ohne Fleiß, kein Preis.

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