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Sebastian Vettel

So holt Sebastian Vettel den Titel

Sebastian Vettel GP Korea Foto: xpb 32 Bilder

Für Sebastian Vettel sieht die Lage in der WM trostlos aus. Er liegt 25 Punkte hinter Spitzenreiter Fernando Alonso und muss eine Stallregie zugunsten seines Teamkollegen Mark Webber befürchten. Wir sagen, wie er trotzdem noch Weltmeister werden kann.

03.11.2010 Michael Schmidt

Sebastian Vettels WM-Traum ist innerhalb einer Sekunde wie eine Seifenblase zerplatzt. In der 45. Runde des GP Korea war der Deutsche als Führender im Rennen virtuell WM-Spitzenreiter und Topfavorit auf den Titel. Eine Runde später ist er nach dem Motorschaden nur noch WM-Vierter. Jetzt kann ihm fast nur noch ein Wunder helfen, jüngster Weltmeister aller Zeiten zu werden.

Vettel schafft es nicht aus eigener Kraft

Zwei Rennen vor Schluss liegt Vettel 25 Punkte hinter Fernando Alonso, 14 Punkte hinter Mark Webber und vier Punkte hinter Lewis Hamilton. Während er gegen Webber und Hamilton noch aus eigener Kraft zu Titelehren kommen könnte, braucht Vettel im Fall Alonso die Mithilfe des Ferrari-Piloten oder anderer Kollegen.

Erfüllt Alonso seine eigene Marschrichtung und fährt auch bei den letzten beiden Rennen jeweils auf das Podest, könnte Vettel in Brasilien und Abu Dhabi mit einer Runde Vorsprung gewinnen, und es würde ihm nichts nützen. Er würde dabei maximal 20 Punkte auf den Spanier gutmachen. Alonso müsste sich schon zwei Mal nur als Vierter oder schlechter platzieren, oder einmal als Dritter und einmal als Fünfter. Bei Punktegleichstand hätte Vettel bei dieser Konstellation aufgrund der vierten Plätze die Nase vorne. Da stünde es dann 3:2 für den Red Bull-Piloten.

Webber ist das größte Problem

Doch Vettel hat noch ein viel größeres Problem an der Backe. Das ist sein Teamkollege. Red Bull droht erneut der WM-Titel durch die Finger zu gleiten. Während man es im letzten Jahr noch verschmerzen mochte, wäre es diesmal grob fahrlässig, so überlegen wie der Red Bull RB6 in der Saison 2010 war. 14 von 17 Pole Positions sprechen eine deutliche Sprache.

Wer immer bei Red Bull retten will, was noch zu retten ist, muss seine Karten auf Webber setzen. Zumal man davon ausgehen muss, dass sich Alonso keine Blöße mehr gibt. Webber kann Alonso mit elf Punkten Rückstand noch aus eigener Kraft abfangen. Gewinnt er zwei Mal, ist sein Gegner machtlos. In Brasilien ist jeder Punkt, den Webber deshalb dem Ferrari-Piloten abnehmen kann, Gold wert. Das spricht gegen Vettel.

Wie umgeht Vettel Stallregie?

Doch wie kann sich der Heppenheimer vor einer Stallregie drücken, sofern sie überhaupt ausgesprochen wird? Es gibt da ein paar Szenarien, die könnten Vettel helfen, nicht für Webber fahren zu müssen. Zum Beispiel ein Auto liegt zwischen den beiden Red Bull. Oder Webber fällt aus. Oder Alonso bleibt stehen und die Red Bull-Boys wären in der Reihenfolge Vettel-Webber auf dem Weg zu einem Doppelsieg. Läge Alonso bei so einer Rennsituation auf den Plätzen drei bis sechs, würde die Entscheidung für den Red Bull-Kommandostand schon extrem heikel.

Spielt er Webber nach vorne, könnte er die Lücke auf einmal zufahren. Doch dann würde Vettel nur ein paar Pünktchen auf den Spanier gutmachen und seine Ausgangsposition in Abu Dhabi wäre noch hoffnungsloser. Ließen die Strategen von Red Bull Vettel vor Webber gewinnen, wäre Feuer unter dem Dach. Dann hätten wir sofort eine Wiederholung des Stallkriegs von Istanbul und Silverstone. Webber würde dann vermutlich das Team fragen, warum man ihm den WM-Titel stehlen will.

Webber wird alles geben

Vielleicht macht ja Vettel schon alles in der Qualifikation mit seiner zehnten Pole Position klar, und Webber kommt nie in seine Nähe. Es ist allerdings eher das Gegenteil zu erwarten. Webber war in Brasilien immer schnell, schon im Jaguar. Und er hat das Rennen im Vorjahr gewonnen. Er wird aufgrund der prekären Lage in der WM seinen Angsthasen-Fahrmodus ablegen. Vom Druck befreit der Gejagte zu sein, wird auch er mit der Devise Alles oder Nichts fahren.

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