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So verlor Hamilton die Pole

Rosberg beißt nervenstark zurück

Nico Rosberg - Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Deutschland - 30. Juli 2016 Foto: xpb.cc 110 Bilder

Die erste Startreihe strahlt wieder mal in Silber. Lewis Hamilton führte die Qualifikation bis zwei Minuten vor Schluss an. Nico Rosberg hatte nach einem Defekt nur noch einen Schuß. Und der saß. Hamiltons Konter nahm ab der Haarnadel einen anderen Lauf als gewünscht.

30.07.2016 Michael Schmidt

Das Mercedes-Duell geht weiter. Ein ständiges Hin und Her mit Abständen im Hundertstelsekunden-Bereich. Jeder noch so kleine Fehler wird bestraft. Jeder noch so kleine Defekt kann rennentscheidend sein. Auch in Hockenheim schlug das Pendel mal in die eine Richtung, mal in die andere aus.

Die freien Trainingssitzungen gehörten Nico Rosberg. Die Qualifikation Lewis Hamilton. Der Engländer gewann Q1, Q2 und den ersten Versuch im Q3. Rosberg musste die erste Runde im Q3 abbrechen. Eine fehlerhafte Sensormeldung setzte das elektrohydraulisch betätigte Gaspedal zwei Kurven vor Schluss außer Kraft. Somit blieb dem WM-Zeiten nur noch ein Schuss.

Spritnachteil kostet fast ein Zehntel

Mercedes ging auf Nummer sicher und füllte Rosberg Sprit für drei fliegende Runden ein. Also drei Kilogramm extra. Das drückt mit knapp einem Zehntel auf die Rundenzeit. „Aber so hatte ich wenigstens die Versicherung, am Ende noch eine schnelle Runde dranzuhängen, sollte ich beim ersten Mal einen Fehler einbauen. Wenn du alles auf eine Karte setzt, kannst du leicht Zehnter sein. So hast du wenigstens noch die Chance auf Platz 4 zu fahren.“

Rosberg zeigte Nervenstärke, kam fehlerlos über die erste Runde und unterbot Hamiltons Vorlage um 0,107 Sekunden. „Die Runde war echt der Hammer. Sie durfte nicht schiefgehen. Ich bin happy, das unter dem Druck geschafft zu haben.“

Aber Hamilton hatte noch eine Patrone im Magazin. Und zwei Kilometer lang feuerte er sich auch ab. Bis er sich in der Haarnadel verbremste. „Zu dem Zeitpunkt lag ich 0,26 Zehntel vor Nico.“ Der Verbremser kostete am Kurvenausgang nur ein halbes Zehntel, doch der rechte Vorderreifen war eckig gebremst. Und ab dann tickte die Uhr gegen Hamilton. „Ich habe in Kurve 8 weitere Zeit verloren, hatte aber immer noch ein Zehntel in der Tasche. Dann kam jede Kurve was dazu. Das ist ärgerlich, weil ich den Speed hatte, auf die Pole Position zu fahren.“

Viele Chancen zum Überholen

Der zweite Platz in der Startaufstellung ist in Hockenheim kein großes Handikap. Rosberg und Hamilton räumten ein: „Es ist eine der Strecken, auf der man am leichtesten überholen kann.“ Mercedes muss deshalb auch keine große Angst vor einem Startcrash haben. „Er wird nicht passieren“, beschwor Teamchef Toto Wolff den Geist der internen Abmachung. „Die Nachricht bei den beiden gut angekommen.“

Hamilton gibt sich trotz der Trainingsniederlage relaxt: „Wenn es in Kurve 1 nicht klappt, habe ich immer noch Chancen in Kurve 2 und Kurve 6. Und zwar das ganze Rennen lang.“ Der Anlauf in die erste Kurve beträgt nur 310 Meter. „Das ist ein Vorteil für mich“, glaubt Rosberg.

Vor dem letzten Rennen vor der Sommerpause hat Hamilton einen Vorsprung von 6 Punkten. Wenn Rosberg gewinnt, wechselt die WM-Führung wieder. Beide Fahrer betonen, dass es für sie nicht wichtig ist, wer als Spitzenreiter in die Sommerpause geht. „Die Saison danach ist noch lang“, spielt Rosberg die Bedeutung der Halbzeit-Führung herunter. Hamilton spielt auf seinen großen Rückstand im ersten Saisondrittel an: „Solange ich nicht 43 Punkte zurückliege, ist es mir egal.“

Hamilton gegen zwei unsichtbare Feinde

Der Weltmeister fährt nach der Sommerpause gegen zwei unsichtbare Gegner. Seine Kontingent an Turboladern und MGU-H ist ausgeschöpft. Mercedes wird entweder in Spa oder in Monza zwei neue Komponenten in das System bringen. Das bedeutet für Hamilton einen Start von hinten. „Wir schauen, wo man besser überholen kann und wo unsere nächste Ausbaustufe eingesetzt wird“, erklärt Wolff. Es spricht mehr für Spa als für Monza.

Außerdem ist Hamilton schon zwei Mal verwarnt. Eine dritte würde ihn 10 Startplätze kosten. Nach dem dritten Training stand der Titelverteidiger knapp davor. Er hatte war knapp vor Romain Grosjean in die Boxengasse eingebogen. Der Tatbestand „Unsafe release“ kostete Mercedes 10 000 Euro. Es sind Fahrer aber auch schon dafür verwarnt worden.

Zwei Verwarnungen für seltsame Vergehen

Für Hamilton war es knapp, weil er nicht ganz unschuldig daran war. Wegen einer Fotografenmeute links und einem parkenden Ferrari rechts musste der Champion beim Verlassen der Garage weit ausholen und übersah dabei, dass ihn sein Mechaniker aufhalten wollte. Hamilton lässt sich wegen einer drohenden dritten Verwarnung nicht bremsen. „Ich versuche offensichtliche Vergehen zu vermeiden, wie zum Beispiel im Training zu oft neben die Strecke zu fahren. Aber einige Dinge kannst du gar nicht beeinflussen. Die ersten zwei Verwarnungen habe ich für seltsame Vergehen bekommen.“

Zur Erinnerung: Ein Mal fuhr Hamilton im Parc fermé auf Anweisung eines Helfers rückwärts. Das andere Mal passierte er einen Poller an der Boxeneinfahrt auf der falschen Seite.

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