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So verlor Rosberg in Hockenheim

Die 5 Pannen von Rosberg

Nico Rosberg - Mercedes - Max Verstappen - Red Bull - GP Deutschland 2016 - Hockenheim Foto: xpb 72 Bilder

Der GP Deutschland von Nico Rosberg war ein Leidensweg über 67 Runden. Es begann schon beim Start. Dann reihte sich Fehler an Fehler, Panne an Panne. Die kurioseste darunter war das Versagen einer Stoppuhr.

31.07.2016 Michael Schmidt 1 Kommentar

Am Samstag war die Welt des Nico Rosberg noch in Ordnung. Pole Position mit einer seiner besten Runden im Kampf gegen die Stoppuhr. Doch am Sonntag ging alles schief. Rosberg präsentierte Teamkollege Lewis Hamilton den Sieg auf dem Servierteller. Seine pannenreiche Fahrt begann mit einem schlechten Start und endete damit, dass ihm zum Schluss der Speed fehlte, die Red Bull noch einzuholen. Fünf Mal in den 67 Runden ging etwas gründlich schief.

Wie bereits beim GP Ungarn verlor Rosberg den Spurt in die erste Kurve. Obwohl er in Hockenheim mit 310 Meter nur halb so lang ist wie in Budapest. „Die Kupplung hat zu stark zugebissen. Ich habe gleich beim Start gespürt, dass das nichts wird“, ärgerte sich Rosberg. Auf den ersten Metern konnte er noch mit Hamilton mithalten. Doch dann drehten die Hinterräder wegen des abrupten Kraftschlusses immer stärker durch. Bis zur ersten Kurve flogen auch noch die beiden Red Bull von Daniel Ricciardo und Max Verstappen vorbei.

Rosberg im Topspeed langsamer als Red Bull

Damit war das Rennen bereits verloren. Rosberg fehlte selbst mit DRS der Topspeed, um die Red Bull zu attackieren. Ricciardo war auf der Geraden 7 km/h schneller, Verstappen 4 km/h. Der geplante Undercut beim ersten Boxenstopp funktionierte nicht. Weil Red Bull den Stopp mit Verstappen antizipierte, und weil die ersten Reifenwechsel der Mercedes-Konkurrenz um 7 Zehntel schneller waren. Bei Rosberg gab es links hinten Probleme, das Rad abzunehmen.

Dann kam die 29. Runde. Rosberg versuchte Verstappen in der Haarnadel aus dem Hinterhalt zu überholen. Der Holländer war gerade aus der Box gekommen und damit beschäftigt, seine Reifen auf Temperatur zu bringen. Es war eine Attacke, die stark an Rosbergs Manöver mit Hamilton in Spielberg erinnerte. „Nico hat extrem spät gebremst. Ich musste die Lenkung aufmachen, um ihn nicht zu treffen. Dann hat er einfach nicht mehr eingelenkt und mich neben die Strecke geschickt“, beschwerte sich Verstappen.

So sahen es auch die Sportkommissare. Sie brummten Rosberg eine Fünfsekundenstrafe auf. Tatbestand: „Drücken eines Gegners neben die Strecke.“ Rosberg sah an seinem Angriff nichts Anstößiges: „Es war ein normaler Rennunfall. Auch nicht zu vergleichen mit Spielberg. Ich war echt überrascht, dass ich eine Strafe bekam. Aber die Sportkommissare entscheiden mal so und mal so.“

Lauda kann Strafe verstehen

Während Teamchef Toto Wolff sagte, man könne geteilter Meinung sein, schüttelte Niki Lauda seinen Kopf. „Tut mir leid. Die Strafe war verdient. Ich verstehe ja, dass Nico dem Verstappen so wenig Straße wie möglich geben will. Aber er darf es halt nicht so aussehen lassen. Er muss wenigstens so tun, als ob er er einlenkt.“

Verstappen konnte sich von da an darauf beschränken in einem 5-Sekunden-Fenster mit Rosberg zu bleiben. Die letzten Zweifel wurden beseitigt, als Rosberg vor dem dritten Stopp seine Strafe absitzen musste. Bevor der erste Mercedes-Mechaniker Hand anlegte, vergingen 8,6 statt 5,0 Sekunden. Unglaublich, aber wahr. In der hoch technisierten Welt der Formel 1 versagte die Stoppuhr-Funktion auf einem ganz profanen iPhone ihren Dienst. Sie blieb bei 2,1 Sekunden plötzlich stehen. „Dann waren wir zu konservativ, weil wir auf keinen Fall die Zeit unterschreiten wollten“, erklärte Wolff.

Es hätte auch bei einem optimalen Stopp nichts genutzt, räumte Rosberg ein. Die Strategen sind sich nicht ganz sicher: „Verstappen hätten wir vielleicht kassieren können.“ Tatsächlich lag der WM-Zweite nach dem dritten Stopp 5,9 Sekunden hinter den beiden Red Bull. Mehr als die Zeit, die er in den Boxen verloren hatte.

Bis ins Ziel schrumpfte der Abstand auf 2,4 Sekunden. Toto Wolff gab zu: „Irgendetwas mit dem Setup bei Nico hat nicht gestimmt. Immer wenn er attackieren wollte, haben die Hinterreifen überhitzt.“ Rosberg gab zu: „Ich hatte kein gutes Gefühl mit den Hinterreifen heute. Das müssen wir verstehen. Die Red Bull waren mit den Supersoft-Reifen am Ende zu schnell für mich.“

Neuester Kommentar

Rosberg ist einfach unglaublich ungeschickt bei solchen Manövern. Wie schon in Spielberg lenkt er nicht ein, nur reagierte Verstappen in Hockenheim weniger hart als damals Hamilton. Rosberg hätte einlenken und Verstappen dann beim Rausbeschleunigen "sanft" neben die Strecke schicken können, so wie es Hamilton zum Beispiel in Montreal mit Rosberg machte, dafür geben die Stewards in der Regel keine Strafe. Aber einfach geradeaus fahren und danach auch noch behaupten, er habe "voll eingelenkt"? Hat man doch am TV wunderbar gesehen, die Aktion.

Chiasmus 1. August 2016, 13:20 Uhr
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