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Ohne Not gebummelt

So verschenkte Hamilton Platz 2

Lewis Hamilton GP Monaco 2013 Foto: xpb 41 Bilder

Lewis Hamilton machte nach dem GP Monaco ein langes Gesicht. Der Engländer wurde nur Vierter. Teamkollege Nico Rosberg gewann. Der zunächst Zweitplatzierte Hamilton fiel in der ersten Safety-Car-Phase zwei Positionen zurück - weil er ohne Not bummelte.

29.05.2013 Michael Schmidt

Als Nico Rosberg in der Fürstenloge seinen Siegerpokal in Empfang nahm, eilte Lewis Hamilton schon in Zivilklamotten ins Fahrerlager. Er war so auf sein Handy fixiert, dass er links und rechts alles vergaß. Der Engländer wollte in dem Augenblick mit sich und seinem Mobiltelefon allein sein und mit keinem reden. Vermutlich weil er wusste, dass er Mist gebaut hatte.

Hamilton fädelte sich nach dem Start als Zweiter in die Ste. Dévote-Kurve ein. Er kam aber nur als Vierter ins Ziel. Der entscheidende Fehler passierte in der 31. Runde. Da fiel Hamilton beim Boxenstopp hinter die beiden Red Bull. Dabei war dieser Stopp mit einer Gesamtzeit von 24,801 Sekunden nur um 0,426 Sekunden langsamer als der von Sebastian Vettel und 0,485 Sekunden als der von Mark Webber.

Mercedes pokerte mit Boxenstopp

Mark Webber war der erste Fahrer aus dem Spitzenpulk ausscherte und die Reifen wechselte. Bereits in Runde 25. Daraufhin zog Spitzenreiter Nico Rosberg wie auf Kommando das Tempo um 1,5 Sekunden pro Runde an, um dem Australier nicht die Möglichkeit zu geben, durch schnelle Runden Zeit auf die Spitze gutzumachen.

Als Felipe Massa in der 29. Runde von der Strecke flog, holte Red Bull eine Runde später Vettel klugerweise sofort an die Box. Mercedes zögerte, denn man wollte mit beiden Fahrern Runde 35 erreichen, um mit einem Stopp über die Distanz zu kommen. Vor Vettels Boxenstopp führte Rosberg 2,9 Sekunden vor Hamilton und 4,9 Sekunden vor Vettel.

Safety-Car nahm Mercedes Entscheidung ab

Das Safety-Car nahm Mercedes-Teamchef Ross Brawn die Entscheidung ab. Jetzt mussten beide Fahrer sofort an die Box. Rosberg befand sich bei Bekanntgabe der Neutralisation zum Glück bereits in der Hafenschikane. Hamilton, mit nur 3,0 Sekunden Rückstand am Tunnelausgang. Der Weg zurück an die Boxen war also kurz. Zum Glück für Mercedes, zum Pech für Vettel.

Rosberg musste den Regeln entsprechend aber sofort mit 90 Prozent seines Rennspeeds an die Boxen zurückkehren, blieb aber locker in Führung. Bei Hamilton lag der Fall komplizierter. Am Funk hörte er, dass beide Fahrer hintereinander abgefertigt werden müssten und dass er Abstand halten solle. Doch selbst wenn er wie Rosberg die vorgeschriebene Safety-Car-Zeit eingehalten hätte, wäre die Wartezeit in der Box nur kurz gewesen. Reifenwechsel gehen heute im Schnitt in drei Sekunden über die Bühne. Also genau der Abstand zwischen den beiden Mercedes-Piloten.

Hamilton brauchte 7,4 Sekunden zu lang

Vermutlich hatte der Weltmeister von 2008 noch die Zeit im Kopf, als die Boxenstopps wegen des Tankvorgangs acht bis zehn Sekunden dauerten. Jedenfalls nahm Hamilton den Befehl Abstand zu halten ein bisschen zu wörtlich. Wie auto motor und sport in seiner aktuellen Ausgabe (Heft 12/2013) genauer analysiert, verlor der Engländer zwischen dem Tunnel und der Boxeneinfahrt 7,457 Sekunden auf Rosberg.

Er kam an seiner Box inklusive seines Dreisekunden-Rückstands um 10,4 Sekunden später an. Das war ein Geschenk an Vettel und Webber. Als Hamilton wieder auf die Strecke ging, hatte er beide Red Bull vor der Nase. Ihm fehlten 2,1 Sekunden auf Vettel und 0,9 Sekunden auf Webber. Ross Brawn brummte: "Lewis hat ein bisschen zu viel Abstand gehalten. Wir hätten ihm vielleicht sagen müssen, dass er ruhig mehr aufschließen kann."

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