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Sorgen für Massa, Senna und Vergne

Wer fährt wo? Und wer fliegt raus?

Felipe Massa GP Kanada 2012 Foto: xpb 45 Bilder

Die Formel 1-Teams planen schon für die kommende Saison. Damit beginnt das beliebte Fragespiel: Wer fährt wo? Und wer fliegt raus. Nach dem jetzigen Stand müssen sich vor allem Felipe Massa, Bruno Senna und Jean-Eric Vergne Sorgen machen. Sie hinken klar hinter ihren Teamkollegen zurück.

19.06.2012 Michael Schmidt

Der Juni ist traditionell der Beginn der Transfersaison in der Formel 1. Jetzt beginnen die Teams die Weichen für die Zukunft zu stellen. Bei Lewis Hamilton, Mark Webber, Felipe Massa, Michael Schumacher, Kamui Kobayashi, Bruno Senna, Nico Hülkenberg und Heikki Kovalainen laufen die Verträge aus. Toro Rosso entscheidet von heute auf morgen. Für Williams, Caterham, Marussia und HRT F1 spielt die Mitgift eine Rolle.

Hamilton und Webber sind Königsfiguren auf dem Markt

Die Königsfiguren auf dem Markt sind Lewis Hamilton und Mark Webber. Um ihre Zukunft muss man sich keine Sorgen machen. Hamilton will von McLaren mehr Geld. McLaren will, dass der Montreal-Sieger sein Privatleben ordnet. Doch wo will Hamilton hin? Zu Ferrari? Scheitert am Veto von Fernando Alonso. Zu Red Bull? Da hat man mit Sebastian Vettel bereits eine Nummer eins, die man nicht unnötig vergraulen will. Bleibt nur Mercedes.

Dort müsste aber erst einmal Michael Schumacher kündigen. Der Rekordweltmeister hat Carte blanche in diesem Team. Auch wenn er nach Punkten mit 2:67 gegen Nico Rosberg zurückliegt. Was mit fünf Ausfällen in sieben Rennen ausreichend erklärt ist. Mercedes muss das nicht stören. Man hat gesehen, welches Medienecho eine Trainingsbestzeit von Schumacher in Monte Carlo erzeugt.

Da kann Rosberg drei Mal hintereinander auf die Pole Position fahren, und es würde nicht annähernd diese Resonanz geben. Da davon auszugehen ist, dass Schumacher wieder Blut geleckt hat, sind die Alternativen für Hamilton dicht.

Mark Webber hätte die Option Ferrari. Aus internen Quellen hört man: Maranello will im nächsten Jahr eine Nummer 1B. Offenbar ist es Präsident Luca di Montezemolo und Teamchef Stefano Domenicali zu riskant, einen jungen Fahrer auszubilden. Ferrari fährt auch um die Konstrukteurs-WM. Und da wird Felipe Massa gerade zum Bremsklotz.

Mit seinen elf Punkten trägt der Brasilianer nur ein Achtel der WM-Punkte für das Team bei. Zu wenig, um sich einen Platz für 2013 zu sichern. Massa muss froh sein, wenn er diese Saison überlebt. Nach dem GP Kanada erwähnte ihn der Teamchef in der offiziellen Pressemitteilung mit keinem Wort. Übersetzt heißt das: Schlechte Karten für Massa.

Noch ein Fehler wie der Dreher in Montreal, und der Vize-Weltmeister von 2008 könnte vorzeitig über die Klinge springen. Doch wer kommt für ihn in Frage? Adrian Sutil wäre frei, doch Maranello ist an dem Deutschen offenbar nicht interessiert. Sebastien Buemi und Jaime Alguersuari wären frei, und beide kennt Ferrari ganz genau. Als Motorenlieferant von Toro Rosso hat man Einblick in alle Daten aus dem letzten Jahr.

Alonso ist der heimliche Chef im Stall

Da Ferrari einen Mann mit Erfahrung sucht, stehen damit automatisch auch die Chancen für Sergio Perez, Nico Hülkenberg und Paul di Resta schlecht? Nicht unbedingt. Webber muss erst einmal wollen. Bei Red Bull weiß er, was er bekommt. Eine faire Behandlung. Auch wenn Vettel die Zukunft des Teams ist, darf sich Webber nicht beklagen.

Bei Ferrari stößt er auf Alonso. Der ist zwar sein Freund, aber auch der heimliche Chef im Stall. "Alonso ist bei Ferrari genauso der König wie einst Schumacher", behauptet ein Insider. Will man da unbedingt hin? Eher nicht.

Bei McLaren wird man trotz der augenblicklichen Krise an Jenson Button festhalten. Das Team braucht einen Fixpunkt, solange Hamilton noch pokert. Den Zugriff auf einen der Force India-Fahrer hätte man auch noch 2014. Für Mercedes gibt es nur eine Alternative für den Fall, dass Schumacher doch aufhören sollte. Und die heißt Hamilton. Angeblich hat man beim Weltmeister von 2008 bereits einmal vorgefühlt.

Lotus-Fahrer sitzen fest im Sattel

Die Lotus-Fahrer sitzen fest im Sattel: Kimi Räikkönen und Romain Grosjean liegen in der WM fast gleichauf. "Wir haben die perfekte Fahrerpaarung", jubelt Teambesitzer Gerard Lopez. Doch bei Räikkönen weiß man nie. Wenn man den Finnen zu viel mit PR-Arbeit und Marketingaufgaben ärgert, kann der schnell mal die Lust verlieren.

Sauber steht vor einer schwierigen Entscheidung. Sollte Sergio Perez den Aufstieg zu einem größeren Team schaffen, dann wäre für das Cockpit des Mexikaners ein anderer Mexikaner gesetzt. Nur so behält Sauber das Geld von Telmex. Esteban Gutierrez entwickelt sich in seiner zweiten GP2-Saison nicht so wie von Peter Sauber gewünscht. Der 20-Jährige aus Monterrey wäre also ein Risikofaktor.

Damit würde die Position von Kamui Kobayashi wackeln. Der Japaner ist zu vielen Schwankungen unterworfen und damit keine Nummer eins, die das Team vorantreiben kann. Sauber bräuchte in diesem Fall einen Piloten, der ihm sicher die Punkte einfährt. Sonst gefährdet er den Aufwärtstrend des Rennstalls. Wer bietet sich an? Heikki Kovalainen, Nico Hülkenberg.

Bei Force India läuft der Vertrag von Nico Hülkenberg aus. Der Rheinländer hat freie Hand, doch bei den Top-Teams wird höchstens ein Platz bei Ferrari frei. Um sich für den zu qualifizieren, müsste Hülkenberg regelmäßig Teamkollege Paul di Resta schlagen. Das ist im Augenblick noch nicht der Fall. Das wahrscheinlichste Szenario aus aktueller Sicht ist, dass alles so bleibt wie es ist.

Williams hat sich mit dem Sieg von Pastor Maldonado in Barcelona Luft verschafft. Das Team ist wieder für Sponsoren interessant. Und das Geld aus Venezuela wird weiter fließen. Maldonado ist seit seinem Triumph ein Volksheld in seinem Land. Die Opposition wird sich hüten, die Zahlungen der staatlichen Ölindustrie an Williams in Frage zu stellen.

Auch Bruno Senna schützt eine üppige Mitgift im zweistelligen Millionenbereich. Aber nur noch in diesem Jahr. Die Leistungen des Brasilianers rechtfertigen keine zweite Saison. Testfahrer Valtteri Bottas steht in den Startlöchern. Er hat zwar kein Sponsorgeld, aber einen prominenten Fürsprecher. Mitbesitzer Toto Wolff ist sein Manager.

"Vergne fährt zu wild"

Bei Toro Rosso muss man sich die Frage stellen, ob es klug war, gleich beide Fahrer auszutauschen und voll auf die Jugend zu setzen. Daniel Ricciardo brachte die Erfahrung von elf Grand Prix mit, Jean-Eric Vergne null. In einer Saison, in der die besten neun Teams innerhalb einer Sekunde liegen, spielt die Erfahrung eine wichtige Rolle. Jetzt bezahlt Toro Rosso dafür.

Red Bulls Juniorteam bräuchte eine Kreuzung aus Ricciardo und Vergne. Ricciardo führt im Trainingsduell mit 6:1. Teilweise nimmt er seinem Kollegen über eine Sekunde ab. "Vergne fährt zu wild. Aggressivität ist ja nichts Schlechtes, aber in diesem Fall müssen wir Vergne diese Wildheit austreiben", urteilt Teamberater Helmut Marko. Ihm imponiert der Franzose, der vor nichts und niemand Respekt hat. Das zeigt sich in den Rennen, in denen er fünf Mal vor seinem australischen Stallrivalen ins Ziel gekommen ist.

Aber auch da gibt es Kritik. Vergne macht zu viele Fehler. Noch hat er in Marko einen einflussreichen Fan. Das muss aber nicht so bleiben. Der Ex-Rennfahrer kann seine Meinung schnell ändern, wenn der Knoten nicht aufgeht.

Bei Caterham wird Heikki Kovalainen versuchen, den Absprung zu schaffen. Er fährt sich für einen 13. Platz die Seele aus dem Leib und ist deutlich besser als sein Auto. Nachdem Caterham auch im dritten Jahr dem Mittelfeld nicht entscheidend näher gekommen ist, muss Kovalainen wieder ein Team suchen, in dem seine Leistungen auch belohnt werden.

Timo Glock steckt im gleichen Dilemma. Doch er hat noch einen langfristigen Vertrag mit Marussia. Je länger er dort versauert, umso größer ist die Gefahr, dass er vergessen wird. Bei HRT F1 sitzt Pedro de la Rosa fest im Sattel. Der Spanier hat einen Zweijahresvertrag. Narain Karthikeyan fährt nur, weil er Geld mitbringt. Steht einer mit mehr Kohle vor der Tür, fliegt der Inder raus.

TeamFahrerpaarungTrainingRennen
Red BullSebastian Vette l- Mark Webber3:485:79
FerrariFernando Alonso - Felipe Massa7:086:11
McLarenLewis Hamilton - Jenson Button7:088:45
MercedesNico Rosberg - Michael Schumacher4:367:2
LotusKimi Räikkönen - Romain Grosjean2:555:53
SauberSergio Perez - Kamui Kobayashi3:437:21
WilliamsPastor Maldonado - Bruno Senna5:229:15
Force IndiaPaul di Resta - Nico Hülkenberg5:221:7
ToroRossoDaniel Ricciardo - Jean-Eric Vergne6:12:4
CaterhamHeikki Kovalainen - Vitaly Petrov6:10:0
MarussiaTimo Glock - Charles Pic5:20:0
HRT F1Pedro de la Rosa - Narain Karthikeyan7:00:0
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