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Sparmaßnahmen

Mehr Motoren, weniger Reifen

McLaren-Box Foto: Daniel Reinhard, Wolfgang Wilhelm 86 Bilder

Die F1 will sparen. Doch beim Sparmodell gibt es Verzögerungen. Die Motoren kosten für Kundenteams wieder neun und nicht wie geplant fünf Millionen Euro. Dafür soll Bridgestone entlastet werden. Vier Reifensätze weniger pro Fahrer und Wochenende werden diskutiert.

13.01.2010 Michael Schmidt

Schuld ist Cosworth. Eigentlich hatten sich die Hersteller in freiwilliger Selbstbeschränkung für 2010 auf eine Reduzierung der Motoren von acht auf  fünf Einheiten pro Saison und Fahrer geeinigt. Ein Triebwerk hätte dann 3.000 statt wie bisher 1.900 Kilometer halten müssen. Das hätte den Preis für Kundenteams wie Sauber (Ferrari), ToroRosso (Ferrari), Red Bull (Renault) und Force India (Mercedes) auf fünf Millionen Euro gedrückt.

Neueinsteiger Cosworth legte ein Veto ein. Das Reglement erlaubt auch in diesem Jahr acht Motoren pro Fahrer für die 19 Rennen. Cosworth sah sich in der Kürze der Zeit nicht in der Lage, die Lebensdauer seiner Triebwerke auf 3.000 Kilometer auszuweiten. Man hat schon genug mit der alten Regel (acht Motoren pro Fahrer) zu tun. Da es zwei Rennen mehr gibt, rechnet man mit einer Laufleistung von über 2.000 Kilometer pro Aggregat. Erst 2011 will auch Cosworth auf den Vorschlag von Mercedes, Ferrari und Renault einschwenken.

Einsparungen nicht wie vorgesehen möglich
 
Während Cosworth den Preis von fünf Millionen Euro für 16 Motoren pro Team halten kann, sehen sich die Hersteller nicht in der Lage, die Preise unter diesen Bedingungen zu senken. Damit bleibt es bei neun Millionen Euro pro Team. Auch beim Getriebe gibt es einen Rückzieher. Die Teams konnten sich nicht auf ein Standardgetriebe einigen, das für mehere Jahre homologiert wird. Damit gibt es jede Saison eine Neuentwicklung. Und so ist auch der Preis von 1,5 Millionen Euro pro Saison nicht zu halten. Wer wie Sauber sein Getriebe extern bei Ferrari einkaufen muss, zahlt mehr als die von der FIA angepeilten 1,5 Millionen. Gleiches trifft auf das Joint Venture zwischen McLaren und Force India zu.
 
Entlastung soll es für Bridgestone geben, doch die wird bei den Teams nicht ankommen. Im Gegenteil: Wenn die Japaner nur noch zehn statt 14 Reifensätze von Freitag bis Sonntag bereitstellen, dann wird die Abstimmungsarbeit für die Teams noch schwieriger. Am Freitag gibt es dann nur noch zwei Reifensätze pro Fahrer, von jeder Mischung einen. Entweder die Teams sparen Kilometer oder sie fahren länger mit alten Reifen. Bridgestone will die maximale Laufleistung pro Reifen aber auf 200 Kilometer beschränken, um keine bösen Überraschungen zu erleben. Mit vollen Tanks sind die Autos 770 Kilogramm schwer. Das belastet die Reifen um bis zu 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Von den verbleibenden acht Sätzen ab Samstag wird man sich für die Qualifikation mindestens 16 Reifen reservieren. Jeweils einen Satz für die ersten zwei K.O.-Runden, und dann noch einmal zwei Sätze für das Top Ten-Finale.

Man will Bridgestone entgegen kommen
 
Mit dem Vorstoß wollen die FIA und Bernie Ecclestone Bridgestone einen Gefallen tun, damit die Japaner ihren Ausstieg Ende 2010 entweder verschieben oder rückgängig machen. Weniger Reifen bedeutet geringere Kosten. Bei 19 Rennen und 13 Teams spart man sich 7.904 Reifen. Die hohen Ausgaben haben Bridgestone die Formel 1 verleidet. Eine Saison kostet den Reifengiganten über 100 Millionen Euro. 

Es gibt zwar Interesse von zwei koreanischen Reifenherstellern an der Formel 1, doch für beide käme in Einstieg aus technischer Sicht zu früh. Sie bräuchten mindestens ein Jahr Vorlauf um zu testen. Eine Entscheidung über die Reifen fällt bei einer Sitzung am 22. Januar.

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