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Sparpläne für die Formel 1

Parc fermé von Donnerstag bis Sonntag

Caterham - Parc Fermé - Formel 1 - 2013 Foto: xpb 23 Bilder

Die Formel 1 ist zu teuer geworden. Inzwischen merken es alle. Sechs der elf Teams können sich das Wettrüsten eigentlich schon nicht mehr leisten. In der Chefetage der Formel 1 werden Sparpläne gewälzt. Einer davon: Parc fermé von Donnerstag bis Sonntag.

15.11.2013 Michael Schmidt

Die Formel 1 ist zu teuer geworden. Nicht für Red Bull, Ferrari, Mercedes und McLaren. Auch Toro Rosso kommt noch gut über die Runden. Da steckt die Power von Red Bull dahinter. Toro Rosso wird auf ein Budget von 130 Millionen Euro geschätzt. Allein 25 Millionen gehen davon im nächsten Jahr für die Antriebseinheit von Renault drauf. Doppelt so viel wie heute.

Die Motorenkosten könnten 2014 den Teams das Genick brechen, die jetzt schon am Limit operieren. Inzwischen ist allen klar: Die Formel 1 muss sparen. Nur wie? Vorschläge gibt es genug, doch irgendeiner findet sich immer, der etwas dagegen hat.
 
Die großen Teams sind gegen eine Budgetdeckelung, weil sie sich nicht in die Karten schauen lassen wollen und sie ihren Riesenapparat nicht von heute auf morgen herunterfahren können. Niki Lauda schlägt ein Einstiegsbudget von 180 Millionen Euro vor. Das aber ist Status quo.

Ab Donnerstag nur noch Setup-Änderungen

Bernie Ecclestone und die FIA versuchen jetzt das Kostenproblem auf andere Weise in den Griff zu bekommen. Jeder fängt einmal klein an. Deshalb wird der erste Vorschlag zwar Geld sparen, aber nicht genug. Angedacht ist ein Parc fermé von Donnerstag bis Sonntag.

Die Autos müssten bis 17 Uhr am Donnerstag durch die technische Abnahme. Danach dürfen nur noch Setup-Änderungen vorgenommen werden. Neue Teile sind nicht erlaubt. Bei einem Unfall dürfen nur Komponenten der gleichen Spezifikation ans Auto.
 
Damit soll unterbunden werden, dass die Teams bis Samstag noch parallel im Simulator Entwicklungsarbeit betreiben und neue Teile einfliegen. Es ist heute üblich, dass jeden Morgen neue Komponenten aus dem Werk eintreffen. "Die Frachtkosten für diese Nachlieferungen sind immens", verrät ein Ingenieur.

Formel 1 ohne Windkanal und Telemetrie?

Es gibt aber auch noch andere Denkmodelle. Ganz radikale, die Windkanalarbeit oder Telemetrie und Datenerfassung verbieten. Die Ingenieure dürften dann nur noch am CFD-Rechner mit begrenzter Rechenleistung Aerodynamikentwicklung betreiben.

Ohne Telemetrie und Datenerfassung hätten die Ingenieure als Realdaten lediglich die Sektorzeiten und Geschwindigkeitsmessungen der FIA zur Verfügung. Das würde Windkanäle und Simulatoren entwerten, weil der Abgleich mit der Wirklichkeit nicht mehr möglich ist.

Ohne das sogennnante Data-Logging an der Strecke könnte man auch Personal sparen. Ein Vorschlag, der auf dem Tisch liegt, empfiehlt die Teammitglieder im Fahrerlager von 60 auf 30 zu reduzuieren. Das würde Reise- und Personalkosten sparen. Auch in der Fabrik zuhause sitzen in der Regel Ingenieure, die in Echtzeit über den Zustand des Autos informiert werden und an der Strategie arbeiten.

Das Argument, dass die Kosten steigen, weil man dann einen Motorschaden oder Getriebedefekt nicht mehr rechtzeitig erkennt, sind haltlos. Man kann die entsprechenden Warnungen dem Fahrer auf das Display schicken. Er muss dann selbst oder nach Rücksprache mit dem Kommandostand entscheiden, ob er das Auto abstellt oder nicht.
 
Unsereins muss ja auch anhalten, wenn auf der Autobahn plötzlich die Öldruckwarnlampe angeht. Für den Fan bleibt die Show die gleiche. Er hat nichts davon, wenn Ingenieure und Fahrer stundenlang Daten durchkauen.
 
Was meinen Sie dazu. Wie könnte die Formel 1 sparen, ohne dass der Reiz der Technik verloren geht und die Show beeinträchtigt wird? Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

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