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Sparvorschlag der kleinen Teams

Die Idee des Semi-Herstellers

Pastor Maldonado - Lotus - Formel 1-Test - Jerez - 2. Februar 2015 Foto: Stefan Baldauf 25 Bilder

Lotus, Force India und Sauber haben eine Idee ausgeheckt, wie sie 50 Millionen Dollar sparen könnten. Sie firmiert in Formel 1-Kreisen unter dem Titel "Semi-Hersteller". Die kleinen Teams schlagen vor, alle Ressourcen zusammenzulegen und gemeinsam ein Auto zu bauen. Doch die Top-Teams lehnen dieses Modell durchweg ab.

21.02.2015 Michael Schmidt

Für Lotus, Force India und Sauber geht es ums Überleben. Vielleicht auch schon bald für andere. Die bittere Wahrheit am Ende des geschrumpften Feldes sieht so aus: 100 Millionen Dollar reichen bald nicht mehr aus, um im Mittelfeld mitzufahren. Es ist zum Sterben zu viel und zum Leben zu wenig. Weil die Top-Teams mehr als das Doppelte ausgeben. Und eine gerechtere Verteilung der Einnahmen rigoros ablehnen.

Deshalb hat das neue Armenhaus der Königsklasse ein Modell ausgeheckt, das aus weniger mehr macht. Es firmiert unter dem Wort "Co-constructor". Man könnte es übersetzt auch Semi-Hersteller nennen.

Das Reglement verlangt von jedem Team, dass es gewisse Teile selbst entwickelt. Zum Beispiel Chassis, Aerodynamik, bestimmte Fahrwerkskomponenten. Lotus, Force India und Sauber haben sich deshalb gesagt: Warum werfen wir unsere Ressourcen nicht zusammen?

Ein Produktionsteam für alle

Und so könnte es funktionieren. Alle Teams, die sich diesem Club anschließen wollen, beschäftigen das gleiche Design- und das gleiche Produktionsteam. Man einigt sich auf einen Windkanal, einen Simulator, einheitliche Prüfstände. Das Zentralbüro stellt ein Basisauto auf die Räder, das die Teams dann mit eigenen Ugrades aufrüsten können.

Um auf der Antriebsseite Kosten zu sparen, würden sie bei den Motorherstellern ein Jahr alte Antriebseinheiten für 10 Millionen Dollar einkaufen. Insgesamt würden die Kosten für ein Team der Preisklasse von Lotus um bis zu 50 Millionen sinken.

Die Top-Teams lehnen diesen Vorschlag ab. Obwohl sie selbst davon gar nicht betroffen sind. Sie könnten weiterhin so viel Geld ausgeben wie bisher. Einer der schärfsten Gegner der Interessensgemeinschaft ist McLaren. Teamchef Ron Dennis hat Angst, dass die Teams aus diesem Club den Sponsormarkt verderben.

Weil es ihnen ein kleineres Budget erlaubt, von den Sponsoren weniger Geld zu verlangen. Ron Dennis will die Preise aber hochhalten. Worauf er sich von Lotus die Frage gefallen lassen musste: "Wie viele Sponsoren hat McLaren in den letzten Jahren an Land gezogen? Es werden eher weniger als mehr."

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