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Spektakulärer Tank-Unfall: Feuerball in der Boxengasse

Heikki Kovalainen GP Brasilien 2009

Schon in der ersten Runde stockte den Zuschauern in Sao Paulo der Atem. Kimi Räikkönen fuhr in der Boxengasse durch einen riesigen Feuerball. Heikki Kovalainen hatte Benzin auf der Piste verteilt, das sich genau vor dem Ferrari entzündete.

Dass es in Sao Paulo heiß her gehen würde, war schon vorher klar. Allerdings wurde die Situation für Kimi Räikkönen in der Boxengasse dann doch etwas zu brenzlig. Der Ferrari musste durch einen riesigen Feuerball, den McLaren-Pilot Heikki Kovalainen verursachte. Doch wie kam es zu der spektakulären Szene, die den Zuschauern den Atem stocken ließ?

Nach zwei kleineren Startunfällen kehrten beide Finnen schon nach dem ersten Umlauf an die Boxen zurück. Kovalainen war in der ersten Kurve von Vettel gedreht worden, Räikkönen musste sich einen neue Nase abholen, nachdem er auf der Gegengerade Webber touchierte.

Da die Reparatur am Ferrari länger dauert als der kurze Service-Check bei den Silberpfeilen, machte sich Kovalainen wieder vor seinem Landsmann auf den Weg Richtung Strecke. Allerdings bekam der Blondschopf vom Lollipop-Mann etwas zu schnell den Befehl zum Losfahren. Als die Kelle gehoben wurde, war der Tankrüssel noch aufgesetzt.

Menschliches Versagen bei McLaren

Mit dem Tankschlauch am Auto fuhr der McLaren die Boxengasse entlang und verbreitete dabei den restlichen Sprit. Das Benzin entzündete sich genau vor Kimi Räikkönen und hüllte den Ferrari in einen großen Feuerball. Auch die seitlich stehenden Crews waren in Gefahr und spürten die Hitze deutlich.

"Der Unfall war menschliches Versagen", erklärte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh. "Heikki konnte nichts dafür." Das sah die Rennleitung offenbar anders und verhängte eine 25 Sekunden-Zeitstrafe. Damit fiel der Finne von Rang neun bis auf Position zwölf zurück. Das Team muss zudem 50.000 Dollar Strafe zahlen. "Das Wichtigste ist, dass niemand verletzt wurde", gab sich Whitmarsh erleichtert.

Kimi mit brennenden Augen

Ganz recht hatte der McLaren-Rennleiter damit nicht. "Kimi ist mit offenem Visier gefahren", berichtet sein Ferrari-Kollege Stefano Domenicali. "Ich habe einige Tropfen Benzin in meine Augen bekommen. Dann war ich von den Flammen umhüllt und geblendet", erklärte der Pilot selbst. "Ich wollte erst anhalten, aber zum Glück gingen die Flammen schnell aus." Auch nach dem Rennen brannten dem Finnen noch die Augen. "Aber es geht schon", beruhigte der Weltmeister von 2007.

Doch warum entzündete sich das Benzin überhaupt so schnell am Auto von Räikkönen. Zwei Theorien kommen unter Verdacht. Die heißen Bremsscheiben oder der Auspuff am Ferrari könnten die Flammen entfacht haben. Möglich ist auch, dass ein Funken von dem am Boden schleifenden Tankschlauch die Flüssigkeit entzündete.

"Wenn wir alle Aufnahmen in Woking haben, werden wir eine genaue Untersuchung einleiten", erklärte Whitmarsh. "Wir wollen genau wissen, was da passiert ist." Bevor das nicht passiert ist, könne man keine genauen Aussagen zu dem Unfall machen.

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