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Spionage Affäre: McLaren demonstriert Gelassenheit

Im Ferrari-Land Italien werden die Silberpfeile im Spionage-Skandal schon vor der Verhandlung als die Schuldigen abgestempelt. In der McLaren-Heimat Großbritannien haben dagegen Verschwörungstheorien Hochkonjunktur.

Am Donnerstag (13.9.) wird sich der Automobil-Weltverband FIA die Argumente beider Seiten noch einmal ganz genau anhören. Doch die FIA stehe Ferrari "historisch gesehen sehr nahe, näher als sonst irgend jemand", behauptet der ehemalige Formel-1-Weltmeister Sir Jackie Stewart. "Es scheint mir, dass die mächtigsten Leute sich nach Ferrari richten."

Zetsche blickt gelassen nach Paris

DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche sieht jedoch der neuerlichen Anhörung vor dem FIA-Weltrat mit großer Gelassenheit entgegen. Er gehe davon aus, dass auch bei der FIA die Fakten gelten würden, stellte Zetsche am Dienstag am Rande der Internationalen Automobil-Ausstellung IAA in Frankfurt fest. "Insofern sehen wir dem Donnerstag gelassen entgegen", sagte er der dpa.

McLaren-Mercedes droht im Falle eines Schuldspruchs in Paris eine harte Strafe. Sogar ein WM-Ausschluss ist möglich. Bei der ersten Verhandlung am 26. Juli hatte das FIA-Gremium das Formel-1-Team aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Nachdem zunächst auf Druck von Ferrari eine Berufungsverhandlung anberaumt wurde, kommt es am Donnerstag auf Grund angeblich neuer Beweise zu einer neuerlichen Anhörung.

Italienische Presse fordert Strafe

"Erdrückende Beweise: Addio Titel!" - Die Zeitung "La Gazzetta dello Sport" hat den Ferrari-Rivalen schon an den Pranger gestellt:  McLaren habe mit der Ferrari-Technik experimentiert, glaubt die Sportzeitung. Das wahrscheinlichste Urteil sei, dass den Silberpfeilen der Konstrukteurstitel 2007 aberkannt werde und damit Ferrari zufalle.

Für die Scuderia ist das die einzige Möglichkeit, den prestigeträchtigen Titel doch noch zu gewinnen. Vor den letzten vier Rennen am Sonntag in Belgien, dann in Japan, China und Brasilien liegen die Italiener in der Marken-WM bereits 23 Punkte hinter den Silberpfeilen.

Persönliche Fehde: Mosley vs. Dennis

In der McLaren-Heimat Großbritannien macht man sich trotz allem auf ein negatives Urteil gegen das Team gefasst: "Ein von den Rechtsanwälten orchestriertes, wundersames Entkommen oder unvorhergesehene Enthüllungen einmal ausgenommen, ist die Frage nicht, ob McLaren bestraft wird, sondern wie die Strafe ausfällt", schrieb die "Times" am Dienstag (11.9.). Hierbei werde Ron Dennis’ "alter Widersacher", FIA-Präsident Max Mosley, ein gewichtiges Wort mitzureden haben.

Für viele Formel-1-Insider, berichtete der "Guardian", stehe die Kontroverse um die gestohlenen Ferrari-Daten symbolisch für das zerrüttete persönliche Verhältnis zwischen Dennis, der sich als einfacher Mechaniker hochgearbeitet habe, und dem aus privilegierten Verhältnissen stammenden Aristokraten Mosley.

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dpa

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