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Spionage-Affäre

Straffreiheit für McLaren?

Foto: dpa

Ein Mitglied des Weltrats des Internationalen Automobilverbandes FIA, der am 26. Juli in Paris über mögliche Strafen gegen McLaren-Mercedes in der Spionage-Affäre entscheidet, rechnet nicht mit Sanktionen gegen das britisch-deutsche Formel-1-Team.

17.07.2007

"Es ist fast unmöglich, etwas nachzuweisen", wurde der Spanier Joaquín Verdegay am Dienstag (17.7.) in der Madrider Sportzeitung "As" zitiert. Daher erwarte er, dass McLaren-Mercedes nicht einmal verwarnt werde.

Das Gremium wird darüber befinden müssen, ob McLaren-Mercedes von den unerlaubt im Besitz von Ex-Chefdesigner Mike Coughlan befindlichen vertraulichen Unterlagen von Rivale Ferrari gewusst hat. "Unser Team hat mit diesem Thema nichts zu tun, und jeder in der Mannschaft weiß das", betonte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug am Dienstag noch einmal.

Spionage-Vorwurf als Extra-Motivation

Alle seien nun umso motivierter zu zeigen, "dass das, was wir können, ausschließlich von uns stammt", so Haug weiter. Unrechtmäßiges Kopieren mit Plänen der Konkurrenz ließe der Sportsgeist von McLaren-Mercedes niemals zu. "Und keiner von uns will einen Pokal, der nicht Produkt unserer selbst gemachten Ideen ist. Der wäre für uns wertlos", sagte er fünf Tage vor dem Großen Preis von Europa an diesem Sonntag auf dem Nürburgring.

Das Team hatte auch schon in einer Pressemitteilung am Montagabend eine Verstrickung in die teilweise bizarr anmutende Spionageaffäre um Coughlan und den ehemaligen Ferrari-Chefmechaniker Nigel Stepney mit Nachdruck von sich gewiesen. Kein anderes Teammitglied habe von der Tatsache, dass diese Person (Coughlan) die Unterlagen bei sich zu Hause gehabt habe, vor dem 3. Juli 2007 etwas gewusst, hieß es von McLaren. Medienberichte in Italien und Großbritannien hatten anderslautende Spekulationen angeheizt.

Verstoß schwierig nachzuweisen

"Es ist sehr schwierig zu beweisen, dass McLaren die Informationen verwendet und auch noch gewusst hat, woher sie kamen", so Council-Mitglied Verdegay in der "As". Sollten letztlich aber doch Verstöße gegen den Internationalen Sport-Code festgestellt werden, drohe dem Team und auch den Fahrern Punktabzug.

Coughlan war in Zeitungen aus dessen Eidesstattlicher Erklärung gegenüber Ferrari zitiert worden, dass er auch anderen im Rennstall von dem 780 Seiten umfassenden Dossier erzählt habe. Die Tatsache, dass diese ihm geraten haben sollen, die Papiere zu vernichten, dürfte indes vor dem World Council der FIA gar nicht entscheidend sein. Coughlan, der gleich nach Bekanntwerden der Affäre suspendiert worden war, soll die Informationen von Stepney bekommen haben.

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