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Spionage

McLaren muss weiter zittern

Foto: McLaren F1

Im Zockerparadies Monte Carlo steht am Freitag (7.12.) für McLaren-Mercedes viel auf dem Spiel. Sollte der FIA Weltrat zu der Überzeugung gelangen, dass Ferrari-Informationen in den 2008er Silberpfeil geflossen sind, droht dem Team ein erneuter Rückschlag.

06.12.2007

100 Millionen Dollar und alle Konstrukteurspunkte in der vergangenen Formel-1-Weltmeisterschaft kostete die Silberpfeile bereits die Spionage-Affäre zwischen einem ehemaligen McLaren- und einem Ex-Ferrari-Angestellten.

Die Strafe müsste nicht unbedingt sein, McLaren-Mercedes von Rennen auszuschließen, sagte FIA-Präsident Max Mosley jüngst in einem Fernseh-Interview. Es sei wahrscheinlicher, dass das Team bei einem Schuldspruch Minuspunkte bekäme. Das in dieser Saison nach dem Punktabzug auf dem letzten Platz in der Konstrukteurswertung geführte McLaren-Mercedes-Team würde also gegebenenfalls mit einem negativen Punktekonto in den Titelkampf 2008, der mit dem Großen Preis von Australien am 16. März beginnt, starten müssen. Formel-1-Chef Bernie Ecclestone will eine Strafe nicht ausschließen. Er hoffe aber, dass es nicht dazu komme, sagte er zuletzt in einem Interview.

McLaren erneut vor Gericht

"Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir uns mit der FIA einig sind noch zu treffende Entscheidungen nicht zu kommentieren", hieß es auf Anfrage aus der Motorsportpresse-Abteilung von Mercedes, das sich mit Partner McLaren bereits zum dritten Mal vor dem sogenannten World Council verantworten muss. Nach dem Freispruch aus Mangel an Beweisen hatten auch die Aussagen von Ex-Silberpfeil-Pilot Fernando Alonso aus Spanien als Kronzeuge zu der anschließenden, außergewöhnlich harten Strafe Mitte September geführt.

Dabei ging und geht es um 780 Seiten mit vertraulichen Ferrari-Daten, die der ehemalige Chefmechaniker der Scuderia, Nigel Stepney, im April dem früheren Chefdesigner von McLaren, Mike Coughlan, zugespielt hatte, sowie um Telefonate zwischen den beiden umgehend von ihren jeweiligen Teams suspendierten Mitarbeitern. Um zu prüfen, ob Ferrari-Informationen im neuen Silberpfeil genutzt wurden, schickte die FIA eine hochkarätige Schar von Rechts- und Technikexperten ins Werk nach Woking. Die Ferrari-Daten seien in den Händen des Chefdesigners genau zu der Zeit gewesen, als der McLaren für 2008 entworfen worden sei, meinte Mosley. Was man ohnehin möglicherweise nur finden könne, seien Ideen, aber keine Ferrari-Teile. Mosley: "Also schauen wir nach Ideen."

McLaren relativiert Fakten

So wie im Fall von Renault. Die Franzosen sehen sich ebenfalls Spionage-Vorwürfen ausgesetzt. In diesem Fall ist McLaren-Mercedes der Ankläger. Allerdings musste McLaren die Anschuldigungen gegen den Rivalen einen Tag vor der entsprechenden FIA-Weltratssitzung deutlich relativieren. Auf Bitten der FIA, wie es in der Pressemitteilung am Mittwochabend (6.12.) hieß. Demnach wussten nicht 18 Renault-Mitarbeiter wie ursprünglich von McLaren behauptet von den Informationen, die Ingenieur Phil Meckereth bei seinem Wechsel von den Briten zu Renault im März 2006 mitgebracht hatte. Vielmehr hätten 13 Mitglieder der Franzosen 18 Zeugenaussagen gemacht, neun hätten zugegeben, die vertraulichen technischen Daten angesehen und diskutiert zu haben.

Auch die Behauptung, dass die Informationen auf elf Computer von Renault heruntergeladen wurden, musste McLaren als "nicht akkurat" bezeichnen. Meckereth habe die Daten auf elf Computer-Discs gespeichert. Dass sich auf diesen Discs 780 Zeichnungen befunden hätten, sei ebenfalls ein Fehler. Ausgedruckt hätte das Datenmaterial 762 Seiten gefüllt - Zeichnungen seien 18 darunter zu finden gewesen.

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