Es kommt nicht oft vor, dass eine derartige Ausgeglichenheit an der Spitze besteht. Sollte das Titelrennen sogar bis zum Saisonfinale in Brasilien offen bleiben, wäre es das erste Mal in der 58-jährigen Formel 1-Geschichte, dass ein Quartett um die Krone im Automobilrennsport ringt.
Aber selbst wenn es sich in Brasilien nur noch zwischen drei Piloten entscheiden sollte, wäre das eine selten spannende Konstellation. Nur acht mal durften sich bisher drei Fahrer vor dem Finallauf Hoffnungen auf den Titel machen. Die letzte derart spannende Entscheidung ist immerhin schon 21 Jahre her.
1950 hießen die Finalisten Nino Farina, Juan Manuel Fangio und Luigi Fagioli. Farina machte mit einem Sieg in Monza das Rennen der drei großen "F".
1959 kämpften Jack Brabham, Stirling Moss und Tony Brooks um alles oder nichts. Brabham schob in Sebring sein Auto als Vierter über die Ziellinie – und wurde Weltmeister.
1964 duellierten sich John Surtees, Jim Clark und Graham Hill in Mexiko. Hill wurde von Surtees-Teamkollege Lorenzo Bandini gerammt. Clark warf ein Ölleck in der letzten Runde aus dem Titelkampf.
1968 war wieder Mexiko Schauplatz des Showdowns, diesmal zwischen Graham Hill, Jackie Stewart und Denis Hulme. Hill gewann, seine Gegner fielen aus.
1974 fuhren Emerson Fittipaldi, Clay Regazzoni und Jody Scheckter mit Titelchancen nach Watkins-Glen. Fittipaldi reichte ein vierter Rang zu seiner zweiten Weltmeisterschaft.
1981 traten Nelson Piquet, Carlos Reutemann und Jacques Laffite in Las Vegas zur Entscheidung an. Piquet wurde mit Platz fünf Champion.
1986 war Piquet erneut im Trio der Finalisten. Doch diesmal verlor er: Nach einem Reifenplatzer von Teamkollege Nigel Mansell holte ihn Williams aus Sicherheitsgründen zum Reifenwechsel an die Box. Alain Prost siegte mit dem letzten Tropfen Benzin im Tank.



