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Stallregie-Diskussion beim GP Ungarn

Alonso sieht nur jubelnde Fans

Fernando Alonso Foto: xpb 31 Bilder

Das Thema Stallregie lässt die Formel 1 nicht los. Mittlerweile trauen sich auch die Fahrer offener über das Thema zu sprechen. auto-motor-und-sport.de hat Mark Webber, Sebastian Vettel, Nico Rosberg, Michael Schumacher und Jenson Button gefragt. Nur Fernando Alonso bleibt stumm.

29.07.2010 Michael Schmidt, Tobias Grüner

Was wäre wenn, ist ein beliebtes Fragespiel seit dem GP Deutschland am vergangenen Wochenende, als Felipe Massa auf Wunsch des Teams seinem Stallrivalen Fernando Alonso Platz machen musste. Was würden Sie machen, Herr Vettel, wenn über Funk die Mitteilung käme: "Dein Teamkollege ist schneller, bitte bestätigen"? Sebastian Vettel wägt seine Worte zunächst vorsichtig ab: "Das hängt von der Situation ab. Kein Fahrer hört so einen Befehl gerne. Ich würde erst mal schauen, ob das wirklich stimmt. Es muss ja nicht so sein, dass mein Teamkollege wirklich schneller ist, nur weil ich es gesagt bekomme."

Nächste Frage: Könnten Sie mit einem WM-Titel leben, der durch einen geschenkten Sieg zustande kommt? Vettel wägt auch hier ab. "Es kommt darauf an, zu welchem Zeitpunkt in der Saison der Teambefehl kam. Wenn es in den letzten beiden Rennen passiert, und dein Teamkollege hat keine Titelchancen mehr, dann kann man das akzeptieren."

Webber: "Es wird wieder Stallregie geben"

Mark Webber sieht keine Chance, Stallregie wirksam zu verbieten. "Es gibt sie seit 40 Jahren, und es wird sie wieder geben. Es kommen immer wieder Situationen vor, in denen das Team gute Gründe sieht, seine Karten auf einen Fahrer zu setzen. Im Endeffekt ist es besser, es passiert offen, als versteckt durch einen absichtlich verpatzten Boxenstopp etwa."

Webber wundert sich über den Aufschrei im Fahrerlager: "Das war doch nicht die erste Stallregie seit Österreich 2002. Es passiert immer wieder, nur die Leute merken es nicht." Der Australier geht fast so weit, Ferrari für die Aktion zu verteidigen. "Ferrari hat Felipe die Chance gegeben, das Rennen zu gewinnen. Er hätte nur Alonso davonfahren müssen. Die Tatsache, dass ihm Fernando wieder näher kam zeigt doch, dass er schneller war."

Jenson Button ist es in elf Jahren Formel 1 noch nie passiert, dass ihm ein Team gesagt hat, er solle seinen Stallgefährten vorbeilassen. "Ich will, dass mich mein Team unterstützt. Bei so einer Geschichte geht schnell der gegenseitige Respekt verloren, und das ist dann schwer wieder zu kitten." Und was würde der Weltmeister tun, wenn er über Funk den versteckten Befehl bekäme: "Lewis ist schneller als du." Button grinst: "Ich würde mehr Gas geben. Wenn es wirklich stimmt, dass der andere mit dem gleichen Material schneller fahren kann, gibt es keinen Grund, warum ich das nicht auch tun sollte."

Alonso blockt Stallregie-Fragen ab

Nur Fernando Alonso bleibt zum Thema Stallregie stumm. Der Spanier blockte alle Fragen mit der stereotypen Antwort ab: "Hockenheim ist die Vergangenheit. Es ist alles darüber gesagt worden. Ich will mich auf das Rennen in Ungarn konzentrieren und mich nicht durch immer wieder die gleichen Fragen ablenken lassen." Einen Imageschaden befürchtet der 29-jährige Asturier nicht: "Jeder hat seine Meinung. Heute am Flughafen und im Hotel sah ich nur Leute, die uns zugejubelt haben."

Auf die Frage, ob er im umgekehrten Fall Massa Platz machen würde, weicht Ferraris Superstar aus: "Jedes Rennen ist anders. Wir entscheiden immer so, dass das Beste für das Team herauskommt." Dann rutscht ihm aber doch ein Satz heraus, der noch Bezug zu den Geschehnissen von Hockenheim nimmt: "Im Gegensatz zu anderen Teams fahren Felipe und ich uns nicht ins Auto." Bei der Frage, ob Stallregie erlaubt werden soll, lässt sich Alonso aber schon nicht mehr aus der Reserve locken: "Ich bin nur Rennfahrer. Das müssen andere entscheiden."

Mercedes-Duo uneinig beim Thema Stallregie

Michael Schumacher sieht das etwas anders. Er will aktiv an den Diskussionen um eine Regeländerung teilnehmen. "Ich habe bestimmt Ideen und werde die auch mit den richtigen Leuten besprechen. Es bringt aber nichts, in der Öffentlichkeit tausende von Ideen herauszuposaunen." Ferrari macht er wegen der Hockenheim-Affäre keinen Vorwurf. Eher dem Reglement: "Die Art wie Dinge umgesetzt werden müssen, auf Grund der Regel, sind nicht sehr glücklich und schaden letztlich uns allen."

Nico Rosberg hat eine andere Meinung als sein erfahrener Mercedes-Teamkollegen. "Ich finde es eine gute Sache, dass es verboten ist. Es ist kein schönes Bild, wenn Fahrer kampflos vorbeifahren dürfen. Ich habe als kleiner Junge im Fernsehen die Geschichte mit Barrichello und Schumacher verfolgt. Da war ich enttäuscht. So etwas sollte nicht erlaubt sein, da kann ich die Fans verstehen." Bei Mercedes ist Stallregie kein Thema: "Mein Team würde mich niemals bitten - es ist ja verboten."

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