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Startverbot für Minardi

Minardi darf unter den jetzigen Umständen nicht am Rennen in Melbourne (6.3.) teilnehmen. Ferrari-Teamchef Jean Todt verweigerte seine Zustimmung für eine Ausnahmegenehmigung zum Einsatz der Vorjahres-Minardi.

02.03.2005

Der Kleinkrieg in der Formel 1 geht in die nächste Runde, die vorige ging klar an Ferrari-Teamchef Jean Todt. Gegenspieler Paul Stoddart, Anführer der Team-Rebellion gegen FIA und Ferrari, hoffte bis zum Dienstagabend auf eine Sondergenehmigung, um die Saison trotz neuer Regeln mit Vorjahresautos beginnen zu dürfen, weil der neue Minardi nicht vor Mai einsatzbereit ist.

Todt wartete bis in die Nacht. Um 2.30 Uhr rief er Stoddart aus Italien an und teilte ihm mit, dass es keine Ausnahmegenehmigung geben wird. Stoddart hätte die Zustimmung aller Teams gebraucht, um fahren zu dürfen. "Ich habe versucht, die Sache ganz sachlich zu klären, aber er war überhaupt nicht gesprächsbereit", klagte Stoddart am Mittwoch (2.3.).

Schwarzer Peter an die FIA

Ferrari gibt den schwarzen Peter an die FIA weiter. Es ginge bei den neuen Regeln nicht nur um die Beschneidung der Aerodynamik, sondern auf um sicherheitsrelevante Aspekte wie ein verschärfter Seiten-Crashtest und erhöhte Belastungsproben für die Sicherheitsseile an den Rädern.

Stoddart lässt diese Argumente nicht gelten: "Max Mosley hat gesagt, wenn wir Ferraris Unterschrift bekommen, dürfen wir fahren." Der sonst so sehr auf Sicherheit bedachte FIA-Präsident hat mit fehlenden Crashtest-Ergebnissen plötzlich kein Problem. FIA-Technik-Kommissar Charlie Whiting meint, frühere Crash-Versuche belegen, dass Minardi auch die neuen Normen ohne Modifikation erfüllen könne.

Am Samstag fahren oder am Montag klagen

Stoddart bleiben nun zwei Möglichkeiten: Zum einen könnte er neue Flügel und Diffusoren nach Melbourne fliegen, die dem aktuellen Reglement entsprechen. Doch vor Donnerstagabend kommen diese Teile nicht an. So versäumt Minardi die technische Abnahme und kann am Freitag nicht fahren. Christijan Albers und Patrick Friesacher müssten im günstigsten Fall am Samstagmorgen vor dem Qualifying mit ungetestetem Material auf eine für sie unbekannte Strecke gehen.

Die zweite Möglichkeit wäre ein Rechtsstreit. Aus Rücksicht auf den Ablauf seines Heim Grand Prix will Stoddart vor dem Rennen keine Klage einreichen. Frühestens Montag (7.3.) könnte er vor Gericht ziehen. Stoddart argumentiert schon seit Monaten, dass die Durchsetzung der neuen Regeln juristisch anfechtbar sei. Seine Chancen sind dennoch nicht allzu groß. Er müsste dem Richter erklären, warum er dem angeblich rechtswidrigen Regelwerk zunächst seine schriftliche Zustimmung gab.

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