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Stefan Bellof

Der Schumi der 80er

Foto: Wolfgang Wilhelm 15 Bilder

Er war der Michael Schumacher der 80er-Jahre: Stefan Bellof, der am 20. November 50 Jahre alt geworden wäre, tauchte in der Formel 1 auf wie ein Komet am Himmel. Doch mit seinem tödlichen Unfall beim 1.000-Kilometer Rennen in Spa 1985 starben alle Hoffnungen auf einen künftigen deutschen Superstar in der Formel1.

21.11.2007 Gregor Messer

Die Autofahrer-Nation Deutschland musste weitere sieben Jahre auf ihren Vollgas-Messias warten. Wo immer er antrat, Bellof war auf Anhieb ein Typ der vorne mitfuhr. 1980 bestritt er parallel die Deutsche Kart Meisterschaft und die Deutsche Formel Ford-Meisterschaft. Hier wie dort wurde er Meister.

Nach einem weiteren Formel Ford-Titel 1981 und einer halben Formel 3-Saison gelang ihm dank diverser Förderer und Gönner der direkte Sprung in die Formel 2-Europameisterschaft. Bellof fackelte nicht lange: Auf dem schwarzen Monoposto aus dem Rennstall seines Managers, dem Spirituosen-Erben Willy Maurer, gelangen ihm auf Anhieb Siege in den beiden ersten Rennen der Saison 1982. Besonders mit seinem Triumph vor vollem Haus in Hockenheim machte sich Bellof einen Namen.

Fernziel Formel 1

In der Folge wurde er auch für Hersteller ein interessanter Mann: Porsche verpflichtete ihn für die Marken-Weltmeisterschaft 1983, die er neben einer weiteren Saison in der Formel 2 bestritt. Doch sein Fernziel war stets die Formel 1, in der er 1984 mit Tyrrell debütierte. Bei seiner Premiere kämpfte er gegen Ayrton Senna und seinen Teamkollegen Martin Brundle, ebenfalls Debütanten, alle drei stellten die größten Talente ihrer Zeit dar. Unvergessen bleibt Bellofs grandiose Fahrt durch die Wassermassen beim Grand Prix von Monaco, wo er als schnellster Mann im Feld unaufhörlich Boden gut machte, Ferrari-Star René Arnoux wie einen Anfänger aussehen ließ und sicherlich das Rennen auch gewonnen hätte, wäre es nicht mit Prost vor Senna als Sieger bei Halbzeit abgebrochen worden. Auch wenn die Saison 1984 mit der nachträglichen Disqualifikation der Tyrrell endete, und auch die Saison 1985 durch die schwierige Umstellung auf den Renault-Turbomotor geprägt war, galt Bellofs Zukunft in der Formel 1 als gesichert: Einen Vertrag mit Ferrari hatte der Giessener bereits unterzeichnet.

Nebenbei bestritt er weiterhin Rennen auf Porsche 956; nicht mehr für das Werk, sondern für den Kunden-Rennstall des Schweizers Walter Brun. Bellof, der bis dahin einen spektakulären Unfall in der Formel 2-EM in Spa ebenso weggesteckt hatte, wie einen Crash im Werks-Porsche auf der Nürburgring-Nordschleife 1983, blieb am 1. September 1985 bei einer Kollision mit seinem ehemaligen Teamkollegen Jacky Ickx in der berüchtigten Vollgas-Senke von Eau Rouge ohne Chance. Sein blauweißer Porsche prallte nach einem 360-Grad-Dreher frontal in eine Mauer.

Bellof - eine viel zu kurze Karriere

Der Journalist und ehemalige Rennfahrer Rainer Braun, ein Förderer Bellofs, schreibt in seinem Buch "Stefan Bellof - Eine viel zu kurze Karriere": "Bellof hatte obendrein etwas, was es nicht zu kaufen gibt, nicht für viel Geld, und auch nicht mit noch so viel Erfolg im Handgepäck: Sympathie. Dieses Zauberwort umgab ihn von Beginn bis zum Ende seiner Karriere. Selten hatte ein Rennfahrer ein so herzliches und unverkrampftes Verhältnis zu seinem Publikum.

Seine ehrliche, unkomplizierte Art, oft noch garniert mit dröhnendem Lachen, war allemal besser als das, was uns heute an jedem Formel 1-Sonntag vorgeführt wird. Würde heute noch ein Mitglied aus dem ehrwürdigen club der Formel 1-Piloten es noch wagen, seine ehrliche Meinung zu sagen? Stefan Bellof hatte damit nie ein Problem."

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