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Stimmen zu Daniel Ricciardo

"Mal sehen ob er 2014 immer noch lacht"

Daniel Ricciardo GP Italien 2013 Foto: xpb 38 Bilder

Red Bull setzt auf Risiko. Daniel Ricciardo gibt dem Juniorteam ToroRosso und der Nachwuchsarbeit des Limonadeproduzenten einen Sinn. Aber ist er wirklich der ideale Teamkollege von Sebastian Vettel? Wir haben alten Grand Prix-Hasen zu ihrer Meinung befragt.

06.09.2013 Michael Schmidt

Sebastian Vettel und Daniel Ricciardo sind aus Sicht der Red Bull-Strategen die Traumpaarung. Die Fans hätten sich eher eine Kombination mit Vettel und Kimi Räikkönen gewünscht. Wir haben frühere Formel 1-Fahrer um ihre Meinung gefragt.

Gerhard Berger: "Ricciardo ist eine logische, aber auch riskante Wahl. Und typisch für Red Bull. Logisch, weil sie nach Vettel mal wieder einem ihrer Nachwuchsfahrer die Chance geben. Riskant, weil mit Blickrichtung Konstrukteurstitel ein erfahrener Pilot besser gewesen wäre. Ricciardo sollte die Aufgabe positiv sehen: Er kann nur lernen neben Vettel."

"Vettel muss nichts mehr beweisen"

Martin Brundle: "Es ist keine schlechte Entscheidung. Aber ist es auch eine gute? Die Fans hätten lieber Kimi im Auto gesehen. Ich halte das Gerede, dass Vettel erst ein Großer ist, wenn er gegen einen guten Teamkollegen besteht und dass er nur vom besten Auto profitiert, für Unsinn. Vettel muss nichts mehr beweisen. Es ist schade, dass viele Fans ihm das erst abnehmen, wenn er einen direkten Zweikampf mit einem Top-Piloten besteht. Zu Ricciardo: Jedes Talent in der Formel 1 hat sich eine Chance verdient. Daniel hat Leistungen gezeigt, die seinen Aufstieg zu Red Bull rechtfertigen. Man muss aber auch sagen, dass er im Toro Rosso nie solche Highlights gesetzt hat wie seinerzeit Vettel."

Johnny Herbert: "Ich bin mir nicht ganz sicher, ob Ricciardo der richtige Mann ist. Der steht im Training meistens vor Vergne, kommt im Rennen aber oft hinter ihm an. Vergne ist für mich der bessere Rennfahrer. Er hat 2012 und 2013 mehr Punkte gesammelt. Daniel ist eine Spur schneller und ein harter Arbeiter. Er gibt sich nie mit der Abstimmung zufrieden, tüftelt viel herum.

Ich kenne die Situation in ein Top-Team neben einen Weltmeister geworfen zu werden von 1995 bei Benetton. Unser Teamchef Flavio Briatore hat damals nur Michael Schumacher unterstützt. Aus seiner Sicht verständlich. Ich hoffe, dass Red Bull nicht alle Karten auf Vettel setzt. Sonst wird es schwer für Daniel. Das ist eine mentale Herausforderung. Lassen Sie sich nicht von seinem Lachen ablenken. Ich habe auch immer gelacht. Aber innen drin sah es oft ganz anders aus."

"Ricciardo ist Investition in die Zukunft"

Rubens Barrichello: "In neun von zehn Fällen geht es gut. Die größte Gefahr für Ricciardo ist, dass er abhebt. Er muss jetzt schon drei Mal so viele Interviews geben wie vorher. Da ist es schwer auf dem Boden zu bleiben. Für ihn ist ein Vorteil, dass er das Team schon kennt. Das wird seine Eingewöhnungsphase verkürzen. Daniel ist Teil der Familie. Er kennt die Prozesse und die Leute. Und er hat seine Testzeiten in Silverstone mit Sicherheit mit denen von Vettel verglichen. Damit weiß er, was ihn erwartet."

Niki Lauda: "Ich hätte die Entscheidung genau so getroffen. Ricciardo ist der beste unter den jungen Fahrern. Er ist für Red Bull eine Investition in die Zukunft. Sie müssen langfristig denken. Jetzt haben sie mit Vettel und Ricciardo eines der jüngsten Teams, bleiben über Jahre stabil. Hätte Red Bull Kimi nehmen sollen? Ich sage nein. Vettel braucht keinen Top-Piloten neben sich, der ihn motiviert. Der ist immer schnell."

"Ricciardo ist kein Überflieger"

Jacques Villeneuve: "Vettel hat sich in diesem Jahr unglaublich entwickelt. Er ist superschnell, macht null Fehler, flippt im Auto nicht mehr aus. Die größte Steigerung in seiner Karriere. Da kann Red Bull ruhig auf Risiko setzen. Warum sollen sie einen Fahrer verpflichten, der den Teamfrieden stört? Daniel ist politisch auch einfacher zu handhaben als Webber.

Hat Ricciardo genügend breite Schultern, um dem Druck standzuhalten? Das werden wir erst nächstes Jahr wissen. Mal schauen, ob er in einem Jahr immer noch lacht. Ich finde es gut, dass Red Bull einem Fahrer aus seiner Schule die Chance gegeben hat. Andere Teams fördern auch junge Fahrer, aber sie reden nur darüber. Red Bull redet nicht nur, sondern setzt die Förderung auch in die Tat um."

Christian Danner: "Wenn ich Ricciardo mit Karthikeyan bei HRT vergleiche, dann hat er mich dort nicht beeindruckt. Er war immer nur ein paar Hundertstel schneller als Narain, hätte aber eine halbe Sekunden schneller sein müssen. Ein Überflieger wie Vettel ist er sicher nicht. Auf der anderen Seite kennt Red Bull über ToroRosso alle Daten von dem Jungen. Und Ricciardo ist bereits 2500 Kilometer im Red Bull gefahren. Die werden sich schon etwas dabei gedacht haben. Man darf auch nicht unterschätzen, dass sich jeder Fahrer mit seinem Auto steigern kann. Ich sehe Ricciardo deshalb durchaus auf Webber-Niveau."

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