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Stimmen zum Alternativ-Motor

"Wer baut, bezahlt und fährt die Motoren?"

Niki Lauda & Toto Wolff - GP USA 2015 Foto: Wilhelm 20 Bilder

Die FIA droht den Werken. Wenn die Preise der Motoren nicht gesenkt werden, wird den Teams eine Option von einem unabhängige Hersteller angeboten. Wir haben uns im Fahrerlager umgehört, was die Betroffenen dazu sagen.

28.10.2015 Michael Schmidt

Bis jetzt ist der neue Motor ein Phantom. Die FIA sagt offiziell nicht, wie er aussehen und was er kosten soll. Das hat sie nur intern den Motorenherstellern bei einem Treffen in Genf kommuniziert. Dem Vernehmen nach ist es ein 2,2 Liter V6-Biturbo mit großzügigem Ladedruck. Zu einem Preis von 6 Millionen Euro. Bernie Ecclestone verriet ein bisschen mehr. "Der neue Motor wird stärker als die Hybridantriebe sein, aber mehr Benzin verbrauchen. Das könnte Tankstopps für die Teams bedeuten, die ihn einsetzen."

So wie der Verband das Alternativ-Angebot formuliert, riecht es stark nach Drohgebärde. Nach dem Motto: Entweder ihr kommt zur Vernunft, oder wir führen etwas ein, das ihr nicht wollt. Die FIA weiß, dass sie bei der Geburt der Hybridmonster gravierende Fehler gemacht hat. Sie sind zu komplex, zu teuer und nur von Autokonzernen darstellbar. Die können entscheiden, wer Motoren bekommt und wer nicht. Damit hat man sich den Herstellern ausgeliefert.

Jetzt wird zurückgerudert. Die FIA und Bernie Ecclestone wollen die Grube, die sie sich gegraben haben, mit einem Schlag wieder zuschütten. Wir haben uns im Fahrerlager umgehört, was die Beteiligten davon halten.

Bernie Ecclestone: "Ich verstehe, dass die Hersteller ihre Hybrid-Technologie verkaufen wollen. Sie sind aber die einzigen, die davon profitieren. Und sie lassen ihre Kunden für ihren Imagegewinn bezahlen. Ich muss einen Sport verkaufen. Die Fans wollen spannende Rennen sehen. Deshalb müssen wir diesen neuen Motor einführen. Wenn wir weiter den aktuellen Weg bestreiten, sind wir 2020 nicht mehr da."

Helmut Marko, Red Bull: "So macht die Formel 1 wieder einen Sinn. Das ist der Weg zurück zu echtem Rennsport. Wir haben immer gesagt, dass Hybrid der falsche Weg ist. Damals haben uns alle ausgelacht."

Toto Wolff, Mercedes: "Die Frage ist zuerst, ob dieser Weg überhaupt durchführbar ist. Es wird unglaublich schwierig, eine Äquivalenzformel für beide Motortypen aufzustellen. Wenn die neuen Motoren besser wären, würde es für die Hersteller keinen Sinn mehr machen, so viel Geld in die Hybrid-Technologie zu investieren."

Niki Lauda, Mercedes: "Für mich ist das Projekt schlecht durchdacht. Wer baut die Motoren, wer bezahlt und wer fährt sie am Ende? Und das alles bis 2017."

Otmar Szafnauer, Force India: "Ich halte nichts davon. Wenn sie glauben, dass sie diesen Motor durch alle Instanzen drücken können, warum haben sie das dann nicht gleich mit dem versucht, was sie eigentlich wollen? Also einer Preisobergrenze, dem Verbot von A- und B-Motoren und einer Verpflichtung der Hersteller, eine Mindestzahl an Teams zu beliefern. Das müsste der Logik nach auch alle Entscheidungsgremien schaffen."

Bob Fernley, Force India: "Das Konzept eines unabhängigen Herstellers ist gut. Aber bevor wir nicht die Details kennen, ist es schwer darüber zu urteilen. Prinzipiell würde es der Formel 1 helfen, wenn man wie früher mit Cosworth einen unabhängigen Anbieter hätte."

Monisha Kaltenborn, Sauber: "Die Hybrid-Technologie ist der richtige Weg. Er wurde nur falsch umgesetzt. Das muss man korrigieren. Ich war immer gegen eine Zweiklassengesellschaft, doch mit dem neuen Motor bekommen wir unter Umständen nichts anderes. Es wird schwierig Gleichheit zu schaffen, da die Systeme so komplex sind. Das müsste am Ende auf das Auto, die Aerodynamik und das Gewicht ausgeweitet werden und würde sehr hohe Kosten produzieren. Es wäre besser, wenn wir diesen Weg nicht gehen."

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