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Strafe, Reifen, Starts, Defekte

Viele Baustellen bei Red Bull

Sebastian Vettel GP Spanien 2012 Foto: Grüner 38 Bilder

Für Red Bull wird die Titelverteidigung kein Durchmarsch. Das ist nach dem Barcelona-Wochenende amtlich. Wenn Sebastian Vettels Sieg in Bahrain noch an einen möglichen Durchbruch glauben ließ, dann kehrte die Weltmeistertruppe in Spanien wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.

15.05.2012 Michael Schmidt

Red Bull-Berater Helmut Marko saß mit einem Blatt Papier in der Hand an einem Tisch im Red Bull-Motorhome. Darauf waren wilde Kurven zu sehen. Es war die Reise der 24 Fahrer durch die 66 Runden des GP Spanien. Der Ex-Rennfahrer versuchte auszurechnen, wo Sebstian Vettel ohne die Durchfahrtstrafe gelandet wäre: "Zumindest im Bereich von Grosjean. Als Sebastian nach seiner Strafe frei fahren konnte, war er so schnell wie die Spitze."

Die kleinen Highlights können ein Team wie Red Bull nicht trösten. Es gibt zu viele offene Fragen und zu wenig schlüssige Antworten. Wenigstens geht es den anderen nicht besser. Doch einem Top-Team tut das mehr weh, denn der Vorsprung durch mehr Geld, bessere Werkzeuge und einen Startdesigner wie Adrian Newey schrumpft in einer Formel, in der sich nichts mehr berechnen, simulieren und erklären lässt.

Fragezeichen bei Red Bull

Marko blickte noch einmal auf das Training zurück: "Kann mir einer erklären, wie der Maldonado von einem Satz Reifen zum nächsten acht Zehntel in Sektor drei gewinnt? Wohl gemerkt, nicht auf eine Runde, sondern nur in einem Sektor. Und weiß einer, warum unser Auto innerhalb von zwei Stunden plötzlich seinen ganzen Grip verliert?" Red Bull kalkulierte nach Vettels Bestzeit im dritten freien Training mit einem Platz in der ersten Startreihe. Am Ende standen Sebastian Vettel und Mark Webber auf den Startplätzen sieben und elf.

Für Red Bull aber sind gute Startpositionen wichtiger als für andere Teams. Das Auto ist so langsam auf der Geraden, dass die Fahrer selbst mit DRS nicht an langsameren Konkurrenten vorbeikommen. Webber stellte sich 46 Runden lang hinter dem Force India von Nico Hülkenberg an. Vettel knackte lediglich Jenson Button auf der Zielgeraden. "Aber nur, weil Jenson extrem fair war." Nico Rosberg und Lewis Hamilton musste er mit großem Risiko an anderen Streckenteilen überholen.

Helmut Marko setzte ein ernstes Gesicht auf, als er ein Rennen analysierte, das seinen Fahrern die Plätze sechs und elf brachte. "Unser erstes Problem sind die Starts. Vettel hing hinter Schumacher fest, Webber lag noch weiter zurück. Wir waren zu einer aggressiven Strategie mit frühen Stopps gezwungen." So gesehen war es fast ein Segen, dass Vettel eine Durchfahrtstrafe bekam. Er fiel aus dem Verkehr und konnte endlich sein Tempo fahren. Das zeigte Red Bull, dass man im Renntrimm bei der Musik gewesen wäre.

Frontflügel-Ärger bei Red Bull

Dann war da noch die Sache mit den Frontflügeln. An beiden Autos wurden sie getauscht. "Bei Mark war es entweder eine Beschädigung oder ein Fehler mit der Arretierung. Er bekam plötzlich fürchterliches Untersteuern. In Sebastians Fall war es ein Schaden, der von außen passiert ist. Es hat ihn vorne 20 Punkte Abtrieb gekostet. Wir haben ausgerechnet, was besser ist. Für den Rest des Rennens etwas langsamer zu fahren oder einen längeren Stopp in Kauf zu nehmen."

Vettel unterstützte im Nachhinein die Entscheidung des Teams: "Es war besser, den Flügel zu tauschen." Mögliche Ursache: Eines der Trümmerteile, die nach der Kollision zwischen Michael Schumacher und Bruno Senna auf der Straße lagen, hat sich im Flügel des Red Bull mit der Startnummer eins verfangen.

Red Bull erlebte in Barcelona ein weiteres Mal, dass eine technische Ausbaustufe nicht sofort und nicht in dem Ausmaß wie erhofft anschlägt. Wenn Lotus und Williams ohne große Änderungen schneller sind, muss man vielleicht umdenken. Marko kommt zu dem Schluss: "Wir müssen die Entwicklung zurückfahren und erst versuchen, das Auto und die Reifen zu verstehen."

In dieser verrückten Saison darf man gar nichts mehr ausschließen. Nicht einmal, dass ein Williams-Pilot noch ins Titelrennen eingreift: "Wenn der Williams wirklich eine so gute Traktion hat, dann fährt der Maldonado in Monte Carlo Kreise um alle anderen."

In unserer Fotogalerie zeigen wir Ihnen noch einmal die wichtigsten Technik-Updates aus Barcelona.

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