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Strafen-Katalog der Formel 1-Saison 2014

111 Strafen in 19 Rennen

Esteban Gutierrez - Formel 1 - GP Bahrain 2014 Foto: xpb 20 Bilder

Die Flut der Strafen in der Formel 1 sind ein Kritikpunkt bei den Fans. Sie machen die Rennen unnötig kompliziert. Beim GP Österreich versprachen die Sportkommissare mehr Fingerspitzengefühl. Die Strafen gingen leicht zurück. Trotzdem wurden bei 19 Rennen 111 Bußen ausgesprochen.

16.12.2014 Michael Schmidt

Die FIA-Polizei hat wieder zugeschlagen. Im Verlauf der 19 Grand Prix der Saison wurden 111 Strafen verhängt. Der GP China war mit nur einer Buße vorbildlich. Romain Grosjean zahlte 700 Euro in die FIA-Kasse, weil er in der Boxengasse das Speedlimit um 6,6 km/h überschritten hatte. Schlusslicht war der GP Monaco mit 12 Strafen. Insgesamt nahm die FIA 50.700 Euro ein. Ein schlechter Jahrgang. 2013 mussten Teams und Fahrer noch 297.600 Euro an die Bußgeldstelle bezahlen.

Die gesunkenen Einnahmen liegen auch daran, dass Vergehen auf der Rennstrecke nicht mehr mit Geldstrafen geahndet werden. Einzige Ausnahme: Fahren eines Autos im unsicheren Zustand. Ansonsten mussten die 33 Tempoüberschreitungen dafür herhalten, das FIA-Konto aufzubessern.

Formel 1-Punktekatalog war ein Papiertiger

Im Vergleich zu den Vorjahren schlugen die Regelhüter trotzdem weniger zu. Das hatte zwei Gründe. Zum Einen der Punktekatalog. Zum Anderen die Ansage der Obrigkeit an die Sportkommissare beim GP Österreich, in Zukunft nicht mehr jede Kleinigkeit zu ahnden. Die Sünderkartei erwies sich als Papiertiger. Nur 9 der 22 Fahrer wurden auffällig. Spitzenreiter waren Pastor Maldonado und Marcus Ericsson mit je 5 Punkten. Also weit weg von den 12 Punkten, die ein Rennen Sperre bedeutet hätten. Insgesamt wurden überhaupt nur 28 Punkte verteilt.

Nach dem GP Österreich sollte auf Anordnung von oben nicht mehr jede Kollision oder jeder harte Zweikampf auf der Strecke untersucht werden. Vorher wurde 6,28 Mal pro Rennen gestraft, danach betrug die Quote 5,58. Eine andere Zahl unterstreicht deutlicher, dass mit mehr Augenmaß geurteilt wurde. Die Fahrer fassten in den 19 Rennen nur 22 Mal eine Strafe für unfaires Fahren aus. Entweder in Form einer Versetzung in der Startaufstellung, oder einem Zeitverlust in der Boxengasse. In sechs Fällen blieb es bei einer Verwarnung.

In 23 Fällen war die Technik schuld

Die 111 Vergehen verteilten sich auf 32 Geldstrafen, 33 Zeitstrafen, 39 Startplatz-Korrekturen, sechs Verwarnungen und vier Disqualifikationen. Weil es für "unsafe release" beim Reifenwechsel eine Doppel-Strafe gibt, ist die Summe höher als die Anzahl aller registrierten Vorfälle. In 23 Fällen war die Technik der Sündenbock. 17 Mal wurde ein Getriebe vor Ablauf der Laufzeit getauscht, sechs Mal traten die Teilnehmer mit einer neuen Spezifikation aus der Boxengasse an, und in sechs Fällen wurde das Motorenkontingent überschritten.

Im nächsten Jahr sollen viele der Startplatz-Strafversetzungen in Zeitstrafen umgewandelt werden. Weil das die Zuschauer weniger verwirrt. Und weil es ärgerlich ist, dass die Startaufstellung zur Doktorarbeit wird, wenn gleich mehrere Strafen gleichzeitig anhängig sind.

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