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Strategie für Singapur

Teams rechnen mit drei, Pirelli mit zwei Stopps

Nico Rosberg - Mercedes - Formel 1 - GP Singapur - 21. September 2012 Foto: dpa 81 Bilder

Singapur ist die erwartete Tortur für die Reifen. Der Gripverlust an der Hinterachse ist enorm. Im Augenblick rechnen die Top-Teams mit drei Stopps. Das könnte Teams auf den Plan bringen, die am Freitag noch im Mittelfeld platziert waren.

21.09.2012 Michael Schmidt

Sebastian Vettel dominierte den ersten Trainingstag, so wie er das in der gesamten letzten Saison gemacht hat. Und in Valencia dieses Jahr. Schnellster am Vormittag, schnellster am Nachmittag. "Irgendwie ist diese Rennstrecke ähnlich wie Valencia. Dort sind nur die Geraden länger. Aber die Kurven sind ähnlich. Wir haben jedenfalls nichts am Auto geändert und sind plötzlich wieder vorne dabei." Was zeigt, wie abhängig selbst Spitzenpiloten wie Vettel von ihrem Sportgerät sind. Red Bull testete kurz eine längere Nase, doch die war nach Aussage der Piloten "kein Bringer".

McLaren sieht sich im Rennen vor Red Bull

McLaren schaute der Red Bull-Demonstration gelassen zu. "Unsere Dauerläufe sind besser", rechnete ein McLaren-Ingenieur vor. "Wir müssen aber unbedingt ein Auto in die erste Startreihe bekommen. Das könnte schwierig werden, weil auch Alonso im Ferrari stark aussieht."

Der Spanier schaffte es nicht, seine Reifen für alle drei Sektoren zu konservieren. "Sie haben im dritten Sektor abgebaut. Wir müssen die Reifenvorbereitung noch einmal überdenken", berichtete Teamchef Stefano Domenicali. Auch bei Ferrari war der Gripverlust der superweichen Reifen hoch. "0,2 Sekunden pro Runde", präzisiert McLaren-Sportdirektor Sam Michael. "Das könnte auf ein Dreistopprennen rauslaufen."

Die Unbekannte bei dem Spiel ist, wie stark sich die Strecke verbessert. Je mehr Gummi auf der Fahrbahn, umso weniger leiden die Reifen. "Der Grip ist jetzt schon wahnsinnig", lobt Nico Hülkenberg, der mit Platz sieben für den ersten Tag zufrieden sein konnte. Teamkollege Paul di Resta rangiert sogar noch einen Rang vor dem Deutschen. Die Force India sind schnell auf eine Runde, machen sich aber über einen hohen Verschleiß auf der Hinterachse Sorgen.

Updates bei Mercedes, Sauber und HRT zeigen noch keine Erfolge

Bei den drei Teams, die mit größeren Entwicklungsstufen nach Singapur kamen, ist Datenstudium angesagt. Keiner hat sich signifikant verbessert. Im Gegenteil. Nico Rosberg und Michael Schumacher landeten in dem umgebauten Mercedes auf den Plätzen acht und elf. "Es lief nicht so gut wie beim Test in Magny-Cours. Das müssen wir noch analysieren", resümierte Norbert Haug. Die Mercedes stellten das umgekehrte Phänomen fest wie die meisten anderen Teams. Haug: "Wir haben die Reifen noch nicht so richtig zum Arbeiten gebracht."

Auch die Sauber waren schlechter klassiert als üblich. Trotz neuer Motorabdeckung, neuem Auspuff und modifiziertem Heckflügel. "Wir sind im Moment nicht zufrieden mit dem Ergebnis und glauben, dass dies streckenspezifisch ist. Wenn du vorwärtskommen willst, musst du etwas ausprobieren, doch das führt auf dieser speziellen Strecke offenbar nicht zum Ziel", kritisierte Peter Sauber. Er hofft wie Mercedes, dass sich das Ergebnis im Rennen umkehrt. Wer die Reifen nicht rechtzeitig zum Arbeiten bringt, schont sie im Dauerlauf. Das könnte im Rennen ein Joker sein.

Auch bei HRT am Ende des Feldes war man enttäuscht. Der neue Unterboden brachte nicht das erwartete Ergebnis. "Singapur ist zum Ausprobieren nicht die ideale Strecke. Es gibt zu viele Bodenwellen", fürchtet Pedro de la Rosa. "Ich habe zwischen alter und neuer Version keinen Unterschied festgestellt."

Soft-Reifen bereiten Pirelli Sorgen

Timo Glock war dagegen happy. Der Marussia-Pilot lag konstant vor den Caterham-Piloten und wunderte sich: "Außer den Radträgern vorne haben wir nicht viel geändert. Wahrscheinlich liegt es daran, dass unser Aerodynamik-Upgrade von Spa auf dieser Strecke besser greift, weil es eigentlich für viel Abtrieb ausgelegt war. Ich weiß nicht, ob Caterham heute Probleme gehabt hat, hoffe aber, dass sie einen normalen Tag hatten. Dann könnte es für mich das interessanteste Rennen des Jahres werden."

Bei Pirelli war man nicht ganz zufrieden mit dem Freien Training. "Der Unterschied zwischen den beiden Mischungen ist mit 1,5 Sekunden pro Runde relativ hoch. Der Soft-Reifen ist einfach nicht ideal für diese Strecke. Mit denen sieht man schon auf den TV-Bildern viel durchdrehende Räder. Man hätte am liebsten zwei Supersofts hier", analysierte Pirelli-Sportchef Paul Hembery.

Mit der langen Boxengasse und dem niedrigeren Speedlimit wollen die Teams natürlich so wenige Boxenstopps wie möglich einplanen. "Die Supersofts werden jede Runde drei Zehntel langsamer. Die härteren Softs verlieren eine bis anderthalb Zehntel", erklärt Hembery. "Der Schlüssel liegt also darin, die Supersofts am Leben zu halten." Hembery geht aber eher von zwei als von drei Stopps aus. "Es gibt aber viele Unterschiede zwischen den Teams und sogar innerhalb der Teams. Das wird interessant."

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