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F1 Regel-Reduzierung beschlossen

Maßnahmen gegen Überregulierung

Chasey Carey & Bernie Ecclestone - Formel 1 2016 Foto: xpb 41 Bilder

Die Strategiegruppe der Formel 1 hat beschlossen, die Fahrer wieder fahren zu lassen. Charlie Whiting soll über den Winter ein Konzept ausarbeiten, dass mit einem Minimalsatz an Regeln für die Fahrer auskommt.

17.11.2016 Michael Schmidt 8 Kommentare

Die Strategiegruppe der Formel 1 hat am 16. November in Genf getagt. Offizielles Statement: „Es war ein konstruktives Meeting.“ Es war vor allem ein anderes als üblich. Zum ersten Mal saßen auch 3 Sportkommissare im Gremium. Darunter der Schweizer Paul Gutjahr und der Australier Garry Connelly. Und zum ersten Mal auch Chase Carey, der Frontmann der künftigen Formel 1-Besitzer Liberty Media.

Der wichtigste Programmpunkt war die Diskussion über die Überregulierung der Formel 1. Nach 3 Stunden waren sich alle einig. Die Überholregeln und Verhaltensmaßnahmen auf der Strecke müssen weg. Die Fahrer sollen ihre Meinungsverschiedenheiten ab 2017 unter sich ausmachen statt sich hinter einem immer komplizierteren Regelwerk zu verstecken.

Ein Teilnehmer warnte: „Eine Regel bedingt die nächste. Das bläht das Regelwerk so auf, dass am Ende keiner mehr durchblickt. Wir brauchen einen klaren Wortlaut, der keine Interpretationen zulässt.“ Oder wie Bernie Ecclestone forderte: „Die Regeln müssen so geschrieben sein, dass ich sie verstehe.“

Sportkommissare reagieren nur noch auf Unfälle

Die eingeladenen Sportkommissare gaben zu, dass der Interpretationsspielraum beim aktuellen Reglement zu groß sei, so dass es immer wieder zu unterschiedlichen Urteilen bei vergleichbaren Vergehen kommt. Vor allem bei Verletzungen der Streckenlimits muss eine Lösung her, bei der die Strecke automatisch diejenigen Fahrer bestraft, die abkürzen oder sich durch einen größeren Radius einen Vorteil verschaffen.

Nach dem Brainstorming haben die FIA, Bernie Ecclestone und die Teamchefs FIA-Rennleiter Charlie Whiting damit beauftragt, die Überholregeln so einzukürzen und zu vereinfachen, dass es nach dem Rennen keine Diskussionen mehr gibt. Die Fahrer sollen sich nicht mehr hinter Paragrafen verschanzen können.

Nur wenn es zu einer gefährlichen Situation oder einem Unfall kommt, sollen Rennleitung und Sportkommissare eingreifen. Und zwar in dieser Reihenfolge. Der FIA-Rennleiter beschließt, dass es einen Fall gibt. Erst dann entscheiden die Sportkommissare. Das Ergebnis soll am Tag des Rennens feststehen. Ein Nachkarten wie von Ferrari nach dem GP Mexiko soll nicht mehr möglich sein.

Überholdiskussion erst seit Verstappen

Niki Lauda begrüßt die Beschlüsse, die er bereits vor der Sitzung gefordert hatte. „Wir müssen uns erst einmal fragen, warum sich diese Diskussionen in letzter Zeit so gehäuft haben. Doch nur, weil der Verstappen besser fährt als die anderen. Seine aggressive Fahrweise hat alle anderen aufgeregt. Da gibt es für mich nur eine Lösung. Sollen die anderen auch so aggressiv fahren. Oder dem Verstappen nach dem Rennen eine in die Goschn hauen.“

Lauda kann den Wunsch der Piloten nach noch mehr Regeln nicht verstehen. „Die sollen fahren und das auf der Strecke untereinander ausmachen. So wie es bei uns vor 40 Jahren auch war. Damals war der Sport 1.000 Mal gefährlicher, und wir haben uns auch ohne Regeln an ungeschriebene Gesetze gehalten. Für mich kam der beste Spruch nach dem Grand Prix von Brasilien von Alonso. Der hat dem Vettel angedroht, ihm in die Kiste zu fahren, wenn er ihn beim nächsten Mal wieder so von der Strecke schiebt.“

Neuester Kommentar

Für mich wird zu viel nach dem Rennen reguliert. F1 ist doch wer als erster ans Ziel kommt hat gewonnen. Leider hat man soviele Regeln gemacht das selbst inseider nicht mehr durchblicken. Laßt die Fahrer Rennen und wenn sich einer daneben benimmt werden die das schon klären. Das ist Männersport und kein Mädchen Kaffee Kränzchen. Dann wird die F1 vielleicht wieder spanender und nicht nur der Reifenwechsel als Überholmöglichkeit gesehen.

Peter Backes 21. November 2016, 15:21 Uhr
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