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Strategiefehler in Monaco

Ferrari vergeigt Alonso-Sieg

Fernando Alonso - Ferrari - GP Monaco 2012 Foto: xpb 57 Bilder

Fernando Alonso hat zum sechsten Mal im sechsten Rennen gepunktet. Der Spanier wurde in Monte Carlo Dritter und führt jetzt die WM an. Doch der Spanier hätte das Rennen auch gewinnen können. Ferrari hat bei der Strategie zwei Mal geschlafen.

27.05.2012 Michael Schmidt

Fernando Alonso machte einen zufriedenen Eindruck. Diese Weltmeisterschaft verläuft wider Erwarten nach Maß. Nach sechs Rennen übernahm der Spanier wieder die WM-Führung, die er schon einmal nach seinem Sieg in Malaysia kurz innehatte. Das war nach dem Fehlstart mit dem Ferrari F2012 nicht zu erwarten. Doch der zweifache Weltmeister verfährt nach seiner bewährten Taktik. Er punktet regelmäßig, und er nutzt eiskalt die Chancen, die ihm das Rennen bietet.

Alonso biegt auf Bestzeitkurs in die Box ab

In Monaco wäre allerdings mehr drin gewesen als Platz drei. Die Rennanalysten glauben sogar der Sieg. Es lag nicht an Alonso. Der Ferrari-Kommandostand vergeigte den Sprung von Platz vier auf eins. Sie holten ihre Nummer eins viel zu früh zum Reifenwechsel an die Boxen. "Wäre ich länger draußen geblieben, hätten wir es wahrscheinlich an Rosberg und Webber vorbeigeschafft", glaubt auch Alonso.

Als erster bog Nico Rosberg in Runde 27 in die Boxengasse ab. Mark Webber und Lewis Hamilton folgten ihm zwei Runden später. Alonso blieb noch einen weiteren Umlauf auf der Bahn. Doch warum nur eine Runde? Der neue WM-Spitzenreiter hatte schlau bis Runde 17 seine Supersoft-Reifen geschont. Dann blies er zur Attacke. Als die drei Autos vor ihm in die Boxen abgebogen waren, leuchteten auf dem Zeitenmonitor zwei Zwischenbestzeiten in den Sektoren eins und zwei auf. Zu aller Überraschung bog Alonso daraufhin in die Boxen ab.

Alonso nimmt Ferrari in Schutz

Er kam zwar vor Hamilton wieder auf die Bahn, doch da wäre noch viel mehr möglich gewesen. Mit seinem Speed hätte er auch noch Rosberg und Webber geknackt. "Die Reifen waren noch gut in Schuss. Es hätte wenigstens für zwei, drei weitere Runden gereicht", bestätigte der Spanier.

Dann nahm er sein Team in Schutz: "Wir konnten nicht wissen, dass die anderen mit dem Aufwärmen der härteren Reifen so große Probleme haben würden." Das ist eine Schutzbehauptung. Ferrari hatte drei Runden Zeit, um bei Rosberg, Webber und Hamilton eben jenes Problem festzumachen.

Die Ferrari-Strategen erwiesen sich auch in einer anderen Situation als nicht besonders sattelfest. Als der Spitzenpulk hinter Mark Webber festsaß, da waren fünf der sechs Fahrer mit extraweichen Reifen unterwegs. Nur der sechste Mann der Gruppe hatte beim Start die härtere Mischung gewählt. Sebastian Vettel fuhr in einem anderen Rennen, denn die härteren Reifen waren gut für 50 Runden. Rund 20 Runden länger als die weichere Option.

Massa hätte Alonso zum Sieg helfen können

Es war klar, dass Vettel automatisch in Führung gehen würde, wenn Nico Rosberg, Lewis Hamilton, Fernando Alonso und Felipe Massa ihren Reifenwechsel abgespult haben würden. Weil Vettel relativ locker Sichtkontakt zu der Gruppe hielt, bestand die Gefahr, dass er bei freier Fahrt genug Vorsprung herausfahren kann, um bei seinem eigenen Reifenwechsel in Führung zu bleiben.

Um das zu verhindern, hätte Ferrari Felipe Massa als Prellbock auf der Strecke lassen müssen. Doch der Brasilianer wurde schon eine Runde nach Alonso abgefertigt. Vettel hatte freie Bahn. Einen Moment sah es auch so aus, als würde seine Taktik voll aufgehen. Ferrari-Rennleiter Stefano Domenicali wiegelte ab: "Hätten wir so taktiert, hätten wir Felipes Rennen kaputtgemacht. Das wollten wir nicht. Er war das ganze Wochenende stark unterwegs. Das wichtigste ist, dass er jetzt Vertrauen bekommt."

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