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36 Regelverstöße in Kurve 4

FIA will hart durchgreifen

Kerbs - Formel 1 - GP Ungarn - 22. Juli 2016 Foto: Dani Reinhard 87 Bilder

Wäre die zweite Trainingssitzung schon die Qualifikation gewesen, hätte es viel Gesprächsstoff gegeben. Dann hätte die FIA 36 Mal die Rundenzeit annullieren müssen, weil ein Fahrer in Kurve 4 die Strecke verlassen hat. Im Rennen gilt die Regel: Zwei Mal wird toleriert, dann gewarnt, dann gestraft.

22.07.2016 Michael Schmidt 2 Kommentare

Beim GP Ungarn setzt die FIA erstmals Hightech ein, um die Streckenbegrenzungen zu überwachen. Ein Sensor misst am Scheitelpunkt der Kurven 4 und 11, ob die Fahrer mit allen vier Reifen die Strecke verlassen hat. Es sind die beiden Kurven, in denen man durch einen größeren Radius Rundenzeit gutmachen kann. Schuld sind neue Randsteine, die am äußeren Ende bündig mit dem Asphalt der Auslaufzone abschließen. Die Bitte der FIA, einen Streifen mit Kunstrasen hinter die Randsteine zu legen, wurde vom Veranstalter abgelehnt. Diese Lösung hätte 300 000 Euro extra gekostet.

Sensor in Kurve 11 funktionierte nicht

Die neuen Randsteine sind damit kein Stolperstein mehr, der die Fahrer davor abschreckt die Randsteine in ihre Ideallinie mit einzubeziehen. Eher eine Einladung, sich dagegen zu lehnen und notfalls auch mit allen vier Rädern drüber zu fahren. Die FIA teilte den Teams und den Fahrern schon vor dem Wochenende mit, dass es bei Überschreiten der Streckenlimits keine Toleranz gebe. Ein Spielraum ist bereits mit eingerechnet. Der Sensor misst 1,60 außerhalb der Streckenbegrenzung in einem Feld von 35 Zentimeter Breite. Bei einer Fahrzeugbreite von 1,80 Meter ist sichergestellt, dass der Sensor erst anschlägt, wenn das Auto deutlich mit allen Rädern neben der Strecke fährt.

Wäre das zweite Training bereits die Qualifikation gewesen, hätte die FIA 36 Rundenzeiten annullieren müssen. So oft geriet ein Auto in Kurve 4 im vollen Umfang neben die Strecke. Der Sensor in Kurve 11 dagegen funktionierte nicht. Er wird für den Samstag weiter Richtung Kurvenausgang verlegt.

Ricciardo fordert härteres Durchgreifen

Sebastian Vettel hält den Aufwand und die Diskussionen zur Einhaltung der Streckenbegrenzung für ein selbst geschaffenes Problem. „Warum bauen wir neben die Strecke nicht einfach wieder Kiesbetten hin? Dann müssen wir diese Sache nicht jedes Wochenende neu aufwärmen.“ Daniel Ricciardo gehört zu den Hardlinern. „Es ist kein Problem, Kurve 4 voll zu fahren und auf der Strecke zu bleiben. Ich schätze mal, da sind einige meiner Kollegen mit der Zeit ein bisschen zu gierig geworden und wollten mal schauen, wie weit es sie trägt, wenn sie ans Limit gehen.“

Durchfahrtstrafe nach viertem Überfahren

Auch bei den Strafen im Rennen will der Australier, dass die FIA einen harten Kurs fährt. Rennleiter Charlie Whiting hatte beim Fahrerbriefing das Procedere im Rennen erklärt. Wer das dritte Mal die Streckenbegrenzung überfährt, bekommt eine Warnung. Beim nächsten Mal gibt es eine Durchfahrtstrafe.„ Ricciardo meinte: “Es sollte schon beim zweiten Mal die Warnung geben.„ Whiting versprach, über den Vorschlag nachzudenken. Gut möglich, dass die Rennleitung der Bitte nach strengerem Durchgreifen folgt.

Neuester Kommentar

Dass selbst ein Fahrer (Vettel) wieder Kiesbetten fordert, finde ich bemerkenswert.
Ich bin ebenfalls dafür: Fahrer, die die 2 "Freischüsse" ausnutzen, verschaffen sich m.E. einen Vorteil gegenüber denen, die sich an die Tracklimits halten. Ein Kiesbett würde dies wirkungsvoll unterbinden.

Sven2 23. Juli 2016, 09:53 Uhr
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