Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Streckenplaner Hermann Tilke

"Klar war ich nervös"

Hermann Tilke - GP Aserbaidschan 2016 Foto: sutton-images.com 87 Bilder

Der schnelle Stadtkurs in Baku hat alle begeistert. Nur Hermann Tilke konnte das Rennwochenende in Aserbaidschan nicht genießen. Zu viele Dinge konnten bei der Formel 1-Premiere schieflaufen. Umso größer war die Erleichterung nach dem Rennen.

20.06.2016 Tobias Grüner 2 Kommentare

In den Stunden, bevor die Lichter der Startampel in Aserbaidschan das erste Mal ausgingen, war Hermann Tilke kaum ansprechbar. Man sah dem Bauingenieur die Anspannung an. Hohe Geschwindigkeiten, enge, gefährliche Passagen und das Ganze in einem neuen Land – der Baku City Circuit war die extremste Strecke die Tilke jemals bauen ließ.

Umso größer war die Freude, als im Rennen dann alles gut ging. Nach der Zieldurchfahrt genehmigte sich der 61-Jährige erst einmal ein Bierchen. „Klar war ich nervös“, gab Tilke anschließend zu. „Es gibt so viele Dinge, die schieflaufen können. Wie zum Beispiel die Abdeckung der Regenrinne, die sich im Training gelöst hatte. Auf einem Stadtkurs ist es schwieriger alles hinzubekommen, als auf einer permanenten Rennstrecke.“

Kleinere Nachbesserungen am Rennwochenende

Tilke hatte in den Tagen und Wochen vor der Premiere mit einigen Problemen zu kämpfen. Betonmauern hatten sich verzogen und passten nicht mehr genau. Im Asphalt hatten sich an 2 Stellen Blasen gebildet, die ausgebessert werden mussten. Dann noch das Drama um die Kerbs, die sich im Training gelöst und die Reifen beschädigt hatte. Und auch die Boxeneinfahrt musste nach Kritik der Fahrer umgestaltet werden.

Für Tilke waren das aber nur Kleinigkeiten: „Alles hat so funktioniert, wie wir es geplant hatten. Natürlich war Freitag- und Samstagnacht noch etwas Arbeit an der Strecke nötig. Aber alle, die dabei involviert waren, haben super Arbeit abgeliefert.“ Das Fazit fällt positiv aus: „Ich war zufrieden, die Fahrer waren zufrieden und die Fans waren zufrieden.“

Dass einige Piloten an der Sicherheit herumgemäkelt haben, ließ den erfahrenen Konstrukteur kalt. „Für uns ist nur die Meinung der FIA wichtig. Sie müssen am Ende sagen, ob es okay ist oder nicht. In Kurve 15 hat der Notausgang sehr gut funktioniert. In den engen Stellen haben wir viele TecPro-Barrieren aufgestellt, die Einschläge gut abfangen.“

Top-Speeds höher als kalkuliert

Auch das Layout mit der extrem langen Geraden ist aufgegangen. Dass die Autos am Ende so schnell werden, konnte aber auch Tilke nicht ahnen. Der Williams von Valtteri Bottas wurde im Qualifying mit 378 km/h gemessen: „Ich habe gehört, dass wir einen neuen Rekord aufgestellt haben. Unsere Computer-Simulationen gehen aber nur bis 340 km/h. Wir wissen ja nicht, was die Teams für Flügel fahren. Wir haben deshalb vorher nur gesagt, dass es mehr als 340 km/h werden.“

Etwas genauer lagen die Tilke-Simulationen bei der Rundenzeit. „Da war wir mit unserer Prognose sehr nah dran. Wir hatten mit 1:41.0 Minuten kalkuliert. Am Ende lag die schnellste Zeit im Qualifying bei 1:42.5 Minuten.“

Tilke-Theorien zur mangelnden Rennaction

Auch die mangelnde Action am Rennsonntag konnte den positiven Gesamteindruck nicht schmälern. Tilke hat einige Theorien, warum es bei der Formel 1 nicht so oft gekracht hat, wie erwartet. „Ich bin auch überrascht. Aber die Fahrer sind sehr strategisch zu Werke gegangen und konservativ gefahren. Der Spritverbrauch hat wohl auch eine Rolle gespielt. Manchmal waren schnelle Runden drin, dann waren Piloten wieder langsamer.“

„Wahrscheinlich haben auch viele Teammanager die chaotischen GP2-Rennen gesehen und ihre Fahrer gebeten, es bitte nicht nachzumachen. Es sah ja aus, als komme man automatisch in die Punkte, wenn man es ins Ziel schafft. Aber das war am Ende nicht der Fall.“

Neuester Kommentar

Da muss ich SteveMuc recht geben. Das Rennen war definitiv langweilig. Dann gibt es nur zwei, max.drei gelungene Kameraeinstellungen - ansonsten nur Autos zwischen Betonblöcken und Zäunen.

Wenn die Formel 1 eines Tages nur noch im Pay TV zu sehen ist werden sich nicht viele finden die für sowas freiwillig zahlen.

Umwasgehteshiereigentlich 20. Juni 2016, 16:18 Uhr
Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden