Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Streit um Formel 1-Reifen für 2014

Mercedes wünscht sich breitere Reifen

Nico Rosberg GP Ungarn 2013 Foto: xpb 26 Bilder

Mercedes drängt Pirelli zu breiteren und größeren Hinterreifen. Ferrari ist dagegen. Pirelli hat die Teams aufgefordert, ihnen bis Mitte der Woche alle Daten über Motorleistung, Drehmoment und Abtrieb für die 2014er Autos zu schicken. Dann wird der Reifenhersteller entscheiden.

28.07.2013 Michael Schmidt

Es geht nur um Millimeter, aber es ist eine Frage, die die Formel 1-Teams entzweit. Wie werden 2014 die Hinterreifen aussehen? Mercedes will breitere Reifen mit größerem Durchmesser. Die Motoren werden im Qualifikationstrim 850 PS und mehr leisten, und das Drehmoment wird sich fast verdoppeln. Von 320 auf 600 Newtonmeter. Mercedes hat Angst, dass dann die Hinterreifen noch mehr leiden als jetzt, und dass die Reifenmisere weitergeht.

Weil die Konkurrenz das weiß, ist sie an breiteren und größeren Reifen nicht interessiert. Ferrari lehnt andere Reifendimensionen kategorisch ab. Man sei mit der Entwicklung des 2014er Autos bereits zu weit fortgeschritten, um noch ohne große Zusatzkosten reagieren zu können. Auch Red Bull steht einer Verbreiterung kritisch gegenüber. Die Pläne für die neuen Autos müssten sonst komplett geändert werden, so Teamchef Horner.

Mercedes und Ferrari streiten über Breite der Reifen für 2014

Pirelli will sich diesmal auf die Befindlichkeiten der Teams nicht einlassen. "Wir entscheiden allein nach Sicherheitsaspekten, egal was die Teams wollen. Sie müssen uns nur ihre Daten geben", polterte Reifenchef Paul Hembery. Bislang hatten das fünf Teams getan. "Die Daten von einem Team geben Anlass zur Sorge, dass die Hinterreifen in ihrer augenblicklichen Größe mit den Anforderungen im nächsten Jahr überfordert sind", sagt Hembery.

Am Hungaroring setzte Pirelli den Teams die Pistole auf die Brust. Bis Mitte der Woche müssen alle Daten auf den Tisch. "Dann werden wir eine Entscheidung treffen, und zwar noch diese Woche", verspricht Hembery. Zwei Teams haben umgehend reagiert. Man nimmt an, dass es sich um Mercedes und Ferrari handelt.

Zwei Zentimeter breiter, drei Zentimeter höher

Um welche Reifendimensionen sprechen wir überhaupt? Wenn sich Pirelli zu neuen Hinterreifen entschließt, dann werden diese zwei Zentimeter breiter. Der Umfang soll um drei Zentimeter wachsen. Hembery: "Das vergrößert die Auflagefläche und dient der Sicherheit."

Eine entscheidende Größe wird der zu erwartende Abtrieb der neuen Autos sein. Der schmalere Frontflügel, das Verbot des unteren Heckflügels, das Schließen des Starterlochs im Diffusor, die tiefere Nase und der im Zentrum des Autos austretende Auspuff lassen 15 bis 20 Prozent weniger Anpressdruck erwarten. Das wären die 2012er Werte. Sollte sich das bewahrheiten, wird Pirelli auf größere Reifen setzen. Nach den Schäden in diesem Jahr will man sich kein zweites Mal die Finger verbrennen.

Was plant Michelin?

Inzwischen wurde bekannt, dass Michelin Mitte der Woche eine Ankündigung machen wolle. Möglicherweise geben die Franzosen bekannt, dass man sich an einer Ausschreibung für einen neuen Vertrag beteiligen wolle. Doch ab wann? Wären die Franzosen schon ab 2014 bereit? Wohl kaum. Für eine Ausschreibung wäre es auch reichlich spät. Die Teams wollen am 1. September die endgültigen Reifengrößen wissen.

Pirelli beobachtet die neue Entwicklung mit gemischten Gefühlen. "Wir wollen in diesem Jahr Klarheit. Unsere Verträge mit den Rechteinhabern und einigen Teams gehen über die nächsten fünf Jahre. Wenn wir erst nächstes Jahr mit einer Ausschreibung für 2015 konfrontiert werden, sind wir weg", droht Hembery.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden