Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Streit über Reglement

Ferrari droht offiziell mit F1-Ausstieg

Kimi Räikkönen Foto: Wolfgang Wilhelm 32 Bilder

Im Streit um die F1-Budgets in der kommenden Saison hat Ferrari eine neue Dimension erreicht. Erstmals hat Ferrari offen mit einem Ausstieg aus der Königsklasse gedroht, sollte es nicht zu einer Einigung kommen.

12.05.2009 Tobias Grüner

Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo hat seine letzte Trumpfkarte im Machtkampf mit FIA-Präsident Max Mosley gezogen. In einer Pressemitteilung kündigte Ferrari am Dienstag (12.5.) offiziell an, nach sechzig Jahren aus der Formel 1 auszusteigen, sollte die FIA ihr Reglement für die kommende Saison nicht ändern. In einer ersten Reaktion zeigte sich der Weltverband unbeeindruckt von der Drohung aus Italien. Weiterhin bietet Max Mosley den Teams an, in einer Diskussionsrunde zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen.

Der Ferrari-Aufsichtsrat drückte schriftlich seine Enttäuschung über die Methoden der FIA aus, die derart wichtige Entscheidungen eigenmächtig getroffen habe und es abgelehnte mit den Teams und Herstellern zu einer echten Übereinkunft zu kommen. "Die Führungsregeln, die zur Entwicklung der Formel 1 in den vergangenen 25 Jahren beigetragen haben, wurden genauso missachtet wie die verbindlichen Vertragspflichten zwischen der FIA und Ferrari zum Thema Stabilität des Reglements.

Reglementänderung als Bedingung für Start

Gleiche Regeln für alle Teams, die Stabilität des Reglements, ein weiteres FOTA-Streben nach einer systematischen und stufenweisen Kostensenkung und die Führung der Formel 1 – darin liegen nach Ferrari-Ansicht die wichtigen Vorhaben der Zukunft.
 
"Sollten diese unerlässlichen Prinzipien nicht respektiert und das vorgeschlagene Regelwerk für 2010 nicht geändert werden, hat Ferrari keine Absicht seine Autos für die kommenden Formel 1-Weltmeisterschaft anzumelden."

Verständnis bei Ferrari-Fans?

Nach eigenen Angaben vertraut Ferrari auf das Verständnis der Fans, dass diese schwierige Entscheidung mit der Einstellung zum Motorsport und der Formel 1 im Besonderen im Einklang steht.

Passend zur Ausstiegsdrohung meldete der italienische Sportwagenbauer, dass der Umsatz im ersten Quartal mit 441 Millionen Euro nur knapp unter den Rekordwerten aus dem Vorjahr (455,7 Mio.) lag. FIA-Präsident Mosley hatte den Sparzwang und die damit einhergehende Budgetgrenze auch immer mit der Krise in der Automobilindustrie begründet.

Nicht die erste Ausstiegsdrohung

Ferrari droht der Formel 1 nicht zum ersten Mal mit einem Ausstieg. Schon Firmengründer Enzo Ferrari benutzte Rückzugsgedanken als Druckmittel. 1976 ließ er seine Autos beim GP Österreich zuhause. Das hatte weniger mit dem Feuerunfall von Niki Lauda beim vorangegangenen Rennen am Nürburgring zu tun. Ferrari war verstimmt, dass in dieser Saison Hauptgegner James Hunt einen Sieg in Jarama zugesprochen bekam, der ihm wegen seines zu breiten McLaren zunächst aberkannt worden war.

Außerdem wurde Hunt einige Wochen lang als Sieger des GP England geführt, obwohl er nach einem Startcrash bereits ausgefallen war und trotzdem am zweiten Start teilgenommen hatte. Damals verbuchte Enzo Ferrari mit seinem Schachzug einen Teilerfolg. Den Sieg von Jarama durfte Hunt behalten, den von Brands Hatch bekam er aberkannt, womit der Sieger nachträglich Niki Lauda hieß.

Umfrage
Kann die Formel 1 ohne Ferrari leben?
Ergebnis anzeigen
Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden