Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Streit um Boxenstopp-Rekord

Mercedes oder Ferrari?

Nico Rosberg - Boxenstopp 2013 Foto: Wilhelm 12 Bilder

Es ist ein Rennen neben dem Rennen. Der Wettlauf um den schnellsten Boxenstopp. Mercedes behauptet, in Japan mit 2,02 Sekunden einen neuen Weltrekord aufgestellt zu haben. Ferrari bestreitet das und reklamiert 1,95 Sekunden für sich. Wer hat Recht?

31.10.2013 Michael Schmidt

Es gibt doch noch eine Rangliste, in der Red Bull nicht vorne liegt. Die des schnellsten Boxenstopps. Beim GP Japan wurde das Weltmeister-Team entthront. Von einem, vielleicht sogar zwei Konkurrenten. Bis dahin galt Mark Webbers Boxenstopp von Malaysia mit 2,05 Sekunden als Rekordwert. In Suzuka hat Mercedes diese Zeit gleich zwei Mal unterboten. Wie auto motor und sport gemeldet hatte, wurde der zweite und dritte Boxenstopp von Nico Rosberg in jeweils 2,02 Sekunden abgespult. Doch dann meldete sich Ferrari zu Wort. Ein Boxenstopp von Fernando Alonso soll nur 1,95 Sekunden gedauert haben.

Wie misst Ferrari?

Es gibt jedoch Zweifel an dieser Zeit. "Es ist immer eine Frage, wie man misst und was man misst", erklärt Mercedes-Teammanager Ron Meadows. Bei der Messmethode liegen Mercedes und Ferrari gleich. Beide stoppen die Zeit vom Stillstand der Räder bis zum grünen Licht. Das ist gleichbedeutend damit, dass der hintere Wagenheber automatisch das Auto zu Boden fallen lässt.

Die Fahrer geben schon Gas, da ist das Fahrzeug noch in der Luft. Die Unterschiede ergeben sich beim Messverfahren. Ferrari stoppt die Zeit von der Überkopfkamera am Galgen der Boxenstopp-Anlage. Mercedes dagegen nimmt das offizielle TV-Signal als Messgrundlage. Bei Sky England werden alle Boxenstopps aufgezeichnet. "Die Methode ist relativ exakt, weil das Fernsehbild immer in gleichbleibender Geschwindigkeit abläuft", heißt es bei Mercedes.

Laufen Überkopfkameras schneller?

Bei den Überkopfkameras kann es passieren, dass die Bilder manchmal etwas schneller laufen. Sie sind ja nur dazu da, den Ablauf und etwaige Fehler beim Stopp zu analysieren. Anhand der Messungen vom TV-Signal hat Alonsos Stopp in Suzuka vom Anhalten bis zum grünen Licht 2,11 Sekunden gedauert. Die von der FIA veröffentlichten Gesamtzeiten der Boxenstopps erhärten diesen Verdacht.

Da war Alonso bei dem in Frage stehenden Reifenwechsel um 0,15 Sekunden langsamer als Rosberg. Der Stopp müsste also um drei Zehntel besser gewesen sein, um das Defizit beim Rein- und Rausfahren wieder aufzuholen. Relativ unwahrscheinlich. In Indien blieben die Rekorde übrigens unangetastet. Sowohl Mercedes als auch Ferrari kamen bei ihren besten Boxenstopps auf jeweils 2,08 Sekunden.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden