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Streit um die Show

Erfolg bestimmt Blickwinkel

FIA PK - Formel 1 - GP Bahrain - Sakhir - 4. April 2014 Foto: xpb 100 Bilder

Adrian Newey, Pat Symonds, Paddy Lowe und Bob Fernley haben sich bei der FIA-Pressekonferenz um die Show der neuen Formel 1 gestritten. Ihre Kommentare waren auch von den aktuellen Ergebnissen geprägt. Newey war kritisch, Lowe euphorisch, Symonds und Force India-Einsatzleiter Fernley ausgewogen.

04.04.2014 Michael Schmidt

Wie gut ist die Show der neuen Formel 1? Macht das neue Reglement Sinn? Gefragt wurden Red Bull-Technikguru Adrian Newey. Mercedes-Teamchef Paddy Lowe, Williams-Technikchef Pat Symonds und Force India-Einsatzleiter Bob Fernley. Vier Personen, drei Meinungen. Adrian Newey gab sich kritisch. Paddy Lowe fand alles gut. Pat Symonds und Bob Fernley bewegten sich in der Mitte. "Man konnte gut sehen, dass die augenblicklichen Resultate die Meinung bestimmen", resümierte Fernley.

Adrian Newey: Elektro-Autos nicht grün

Braucht die Formel 1 technische Monster, die mit 135 Liter Benzin das gleiche können wie zuvor ein V8 mit 200 Litern? Newey bleibt skeptisch. "Ich glaube, die Antwort auf diese Frage variiert mit dem Motor, der hinten im Auto eingebaut ist. Für mich sind Elektro-Autos nicht grün. Das ist eine politische Lüge. Hybrid-Technologie, wie wir sie heute in der Formel 1 haben, ist teuer. Man kann auch anders Energie sparen. Durch effiziente Aerodynamik und konsequenten Leichtbau."
 
"Wenn man bedenkt, dass die aktuellen Autos um zehn Prozent schwerer sind als die alten, haben wir nicht so viel gewonnen, wie es auf dem Papier aussieht. Im Gegenteil. Wir müssen jetzt die Autos leichter machen, was wieder viel Geld kostet. Und die neuen Motoren sind doppelt so teuer wie die alten. Das passt nicht zu der Kostendiskussion. Es könnte einige kleine Teams in den Ruin treiben."

Lowe lobt technische Leistung

Mercedes-Mann Paddy Lowe hält dagegen: "Ich finde, dieses Reglement verdient es, das Positive zu sehen. Das Schöne am Motorsport ist nicht nur der Kampf Mann gegen Mann, sondern auch Maschine gegen Maschine. Wir erleben gerade eine höchst interessante Technologie, die in unsere Zeit passt. Es ist eine große Leistung, die gleiche Motorpower mit dem Einsatz von 30 Prozent weniger Benzin zu erzielen. Und es war an der Zeit, dass auch der Motor wieder ein Faktor für die Rundenzeit ist."
 
Auch Bob Fernley von Force India verwies auf die Nachhaltigkeit: "Wir können nicht vor der Technologie die Augen verschließen, die in Straßenautos immer mehr um sich greift. Honda wäre ohne die neue Formel nie zurückgekommen. Es ist das erste Comeback eines Motorenherstellers, der sich vor Jahren zurückgezogen hat."

Symonds fordert positives Denken

Formel 1-Dinosaurier Pat Symonds (Williams) warnte: "Wären wir bei der alten Form von Motorsport geblieben, wären wir Gefahr gelaufen, dass die Formel 1 bald irrelevant ist. Im Serienbau dreht sich alles um Energiesparen und minimalen Ausstoß von Schadstoffen. Es wäre fahrlässig, das zu ignorieren."
 
Symonds zeigt sich ebenfalls enttäuscht, dass die Formel 1-Gemeinde es wieder einmal schafft, sich selbst schlechtzureden. "Es gibt da ein berühmtes Beispiel aus England. Da hat der Juwelier Gerald Ratner sein Produkt in einer öffentlichen Rede in Frage gestellt. Er wäre fast pleite gegangen. Wir sollten die positiven Dinge des Sports sehen."
 
Newey ist noch ein Purist: "Nichts gegen eine Energieformel. Das passt zu Sportwagenrennen. In der Formel 1 muss der Ansatz ein anderer sein: Maximale Performance in jeder Runde."

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